- Almen prägen die alpine Kulturlandschaft und sind wertvolle Lebensräume. Bei den Schwendaktionen der Bergsteigerdörfer können Freiwillige mit anpacken und zu ihrem Erhalt beitragen.
Gemeinsam für unsere Almen: Bergsteigerdörfer laden zum Mitmachen ein
Beim Schwenden werden Almflächen von aufkommenden Bäumen und Sträuchern befreit. Denn werden Flächen nicht ausreichend beweidet oder gepflegt, breiten sich Gehölze aus und offene Almweiden gehen langfristig verloren. Mit ihnen verschwinden wertvolle Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten.
Almwirtschaft unter veränderten Bedingungen
Der Klimawandel stellt auch die Almwirtschaft vor neue Herausforderungen. Höhere Temperaturen verlängern die Vegetationsperiode und verändern das Pflanzenwachstum. Hitze und längere Trockenphasen können die Situation zusätzlich verschärfen. Für die Tiere wird insbesondere eine ausreichende Wasserversorgung wichtiger, gleichzeitig muss die Beweidung immer stärker an die jeweiligen Bedingungen angepasst werden.
„Beim gemeinsamen Schwenden bekommt man einen ganz besonderen Einblick in die Arbeit der Almbäuerinnen und Almbauern. Man erlebt unmittelbar, wie viel Handarbeit und Wissen es braucht, um unsere Kulturlandschaft zu erhalten, lernt dabei die Vielfalt von Flora und Fauna kennen und entwickelt eine ganz neue Wertschätzung für diese wichtige Arbeit. Eine wertvolle Erfahrung – und eine, für die sich die Almbäuerinnen und Almbauern mit großer Herzlichkeit bedanken.“
Die Schwendaktionen zeigen ganz praktisch, wie viel Arbeit hinter dem Erhalt der Kulturlandschaft steckt. Gleichzeitig unterstützen die freiwilligen Helfer*innen die Almbäuerinnen und Almbauern dort, wo nach wie vor viel Handarbeit notwendig ist.
Mitmachen: Schwendaktionen 2026
Den Auftakt machen am 29. August Aktionen im Achental und in Ramsau.
Achental/Schleching – 29. August 2026
Im Achental wird auf mehreren Almgebieten gemeinsam angepackt – darunter auf der Vorderalm, der Baumgarten Alm, der Wuhrsteinalm und der Weitalm Hochgern. Treffpunkt ist jeweils um 8.30 Uhr am entsprechenden Wanderparkplatz. Von dort geht es gemeinsam mit den Almbäuerinnen und Almbauern ins jeweilige Almgebiet.Anmeldung und weitere Informationen:
Für Brotzeit, Getränke sowie Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Eine Anmeldung ist erforderlich. Weitere Informationen gibt es beim Achental Tourismus.Ramsau und Berchtesgadener Land – ab 29. August 2026
In der Biosphärenregion Berchtesgadener Land sind mehrere Freiwilligeneinsätze geplant: am 29. August auf der Mordaualm und am 5. September auf der Bindalm in Ramsau, am 12. September auf der Freiweide Ramsau sowie am 26. September auf der Steiner Alm in Piding. Vom 15. bis 17. September findet außerdem ein mehrtägiger Einsatz auf der Reiteralpe statt.Anmeldung: Freiwilligeneinsätze der Biosphärenregion Berchtesgadener Land
Sachrang – 12. September 2026
Eine weitere Schwendaktion findet am 12. September auf der Oberkaseralm statt. Treffpunkt ist um 8 Uhr am Dorfladen in Sachrang. Von dort geht es gemeinsam zur Oberkaseralm und anschließend rund 30 Minuten zu Fuß in Richtung Geigelstein zur Einsatzstelle. Das Ende der Aktion ist gegen 16 Uhr geplant. Bei schlechtem Wetter findet die Aktion ersatzweise am 10. Oktober statt.Anmeldung und weitere Informationen:
Für Brotzeit und Getränke ist gesorgt. Geeignete Arbeitskleidung und Arbeitshandschuhe sind mitzubringen. Die Teilnehmerzahl ist auf zwölf Personen begrenzt, eine Anmeldung über Hamberger_hof@t-online.de ist erforderlich.Kreuth – 16. Oktober 2026
Auf der Königsalm bei Kreuth findet die diesjährige Schwendaktion am 16. Oktober statt, Verschiebetermin ist der 17. Oktober. Treffpunkt ist um 8.30 Uhr am Wanderparkplatz an der Klamm beziehungsweise um 9 Uhr auf der Königsalm.Anmeldung und weitere Informationen:
Für Brotzeit, Getränke sowie Kaffee und Kuchen sorgt die Betreiber der Königsalm. DAV-Mitglieder melden sich über die Sektion Tegernsee an, weitere Interessierte über die Gemeinde Kreuth.
Gelebter Naturschutz in den Bergsteigerdörfern
Schwenden dient nicht nur der Almwirtschaft. Offene und extensiv bewirtschaftete Almflächen bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen, Insekten und Vögeln. Ihre Pflege trägt deshalb unmittelbar zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Alpenraum bei.
Genau hier setzt die Idee der Bergsteigerdörfer an: Sie stehen für einen naturverträglichen Tourismus, den Erhalt gewachsener Kulturlandschaften und eine nachhaltige Entwicklung des Alpenraums. Die gemeinsamen Arbeitseinsätze machen sichtbar, dass der Erhalt dieser Landschaft keine Selbstverständlichkeit ist – und dass jede helfende Hand einen Beitrag leisten kann.
Wie viel Arbeit eigentlich hinter einer bewirtschafteten Alm steckt, lässt sich auch im Bergsteigerdorf Sachrang entdecken. Die Ausstellung „Die Alm ins Tal holen“ im Ortskern gibt rund um die Uhr Einblicke in den Alltag der Sachranger Almbäuer*innen. Sie zeigt, welches Wissen, wie viel Zeit und körperliche Arbeit nötig sind, um die Almen zu bewirtschaften – und warum diese Arbeit für den Erhalt der Kulturlandschaft so wichtig ist.
Service für Medienschaffende
Bildmaterial: Schwendaktionen der Bergsteigerdörfer
Weiterführende Informationen: Bergsteigerdörfer, D'Sachranger Bergbauern - Artenvielfalt durch Landwirtschaft
Pressekontakt: Miriam Roth, miriam.roth@alpenverein.de, Tel. 089-14003-80