Ehrentag 2026: Bundespräsident Steinmeier würdigt Ehrenamt im Deutschen Alpenverein

- „Gemeinsam wandern, Wege erhalten und Ehrenamt sichtbar machen: Anlässlich des bundesweiten Ehrentags am 23. Mai 2026 hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heute mit dem Deutscher Alpenverein eine Wanderung in den Chiemgauer Alpen unternommen. Höhepunkte des Tages waren Besuche an Wegebaustellen, bei denen der Bundespräsident selbst mit anpackte, sowie der anschließende Austausch auf der Priener Hütte.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender werden von Staatssekretär Tobias Gotthardt (Mitte) bei der Wegepflege unterstützt. Foto: DAV/Marco Kost

Der Ehrentag wird erstmals auf Initiative des Bundespräsidenten rund um den Geburtstag des Grundgesetzes veranstaltet. Ziel ist es, ehrenamtliches Engagement sichtbar zu machen und Menschen zum Mitmachen zu motivieren.

Im Mittelpunkt des Besuchs am Tag vor dem Ehrentag standen die vielen Ehrenamtlichen, die sich im DAV und bei der Bergwacht Bayern für die Berge engagieren – von Bergrettung und Wegearbeit über den Erhalt alpiner Infrastruktur bis hin zu Naturschutz und Bergsport.

Gemeinsam mit Ehrenamtlichen des DAV arbeitete der Bundespräsident an zwei Baustellen zur Wegesanierung und erhielt Einblicke in die Herausforderungen der alpinen Infrastrukturarbeit. Begleitet wurde die Aktion außerdem von Menschen, die sich für ehrenamtliches Engagement interessieren und die Arbeit vor Ort kennenlernen wollten. Anschließend tauschte sich der Bundespräsident auf der Priener Hütte mit Vertreter*innen des Präsidiums des DAV-Bundesverbands, der Bundesjugendleitung der JDAV, der Bergwacht Bayern sowie weiteren Ehrenamtlichen der DAV-Sektion Prien aus.“

Bundespräsident Steinmeier sagte während des Besuchs:

Morgen werden wir uns an das Inkrafttreten des Grundgesetzes vor 77 Jahren erinnern und es würdigen. Es soll ein lebendiger, ein aktiver Geburtstag sein, an dem wir uns alle miteinander vornehmen, etwas zu tun. Das ist die Idee, die hinter dem Vorschlag „Ehrentag“ steckt.

Ich bin begeistert, dass die Idee des Ehrentags im ganzen Land zwischen Flensburg und Berchtesgaden aufgegriffen worden ist. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich heute mit Ehrenamtlern vom Deutschen Alpenverein und von der Bergwacht zusammengetroffen bin. Das ist nicht zufällig. Ich gehe selbst gerne in die Berge. Und ich gebe zu: Mir ist auch nicht bei jeder Bergwanderung bewusst gewesen, dass die Wege von Freiwilligen gepflegt werden, dass Markierungen jedes Jahr von Ehrenamtlichen erneuert werden. Und deshalb freue ich mich, dass ich heute mal ein bisschen meine private Leidenschaft, das Wandern und Bergwandern, mit dem Ehrenamt und der Stärkung des Ehrenamtes in Verbindung bringen kann.

Ich danke den Freiwilligen und Ehrenamtlern der Bergwacht und vom Deutschen Alpenverein. Sie leisten unheimlich viel Arbeit neben ihrer beruflichen Tätigkeit. Das können wir gar nicht genügend wertschätzen. Ehrenamt, das ist so etwas wie das Rückgrat unserer Demokratie. Das wollen wir nicht nur bewahren, das wollen wir stärken.

Auch Roland Stierle, Präsident des Deutschen Alpenvereins, betonte die Bedeutung des freiwilligen Engagements:

„Ohne Ehrenamt gäbe es den DAV in seiner heutigen Form nicht. Tausende Menschen investieren ihre Zeit und ihr Wissen – für Wege, Hütten, Ausbildung, Naturschutz und Sicherheit am Berg. Dass dieses Engagement heute durch den Bundespräsidenten gewürdigt wurde, ist ein starkes Zeichen der Anerkennung.“

Die Bedeutung des Ehrenamts für junge Menschen war ebenfalls Thema beim gemeinsamen Austausch auf der Priener Hütte. Annika Quantz, Bundesjugendleitung JDAV:

„Ehrenamt ist keine Selbstverständlichkeit, sondern oftmals ein Privileg. Viele junge Menschen würden sich gerne stärker einbringen, kämpfen aber gleichzeitig mit Leistungsdruck, finanziellen Sorgen und fehlenden Zeitkapazitäten. Wer sich heute ehrenamtlich engagiert, investiert bewusst Zeit und Verantwortung in die Gesellschaft. Im DAV und in der JDAV erleben wir, wie wichtig solche Räume für Zusammenhalt, Mitbestimmung und Persönlichkeitsentwicklung sind.“

Für die Bergwacht Bayern standen vor allem die Gemeinschaft und die Verantwortung im Mittelpunkt. Martina Bauer, stellvertretende Bereitschaftsleiterin der Bergwacht Aschau-Sachrang:

„Unsere Arbeit lebt vom Ehrenamt und vom Vertrauen im Team. Ob Rettungseinsatz, Ausbildung oder Prävention – viele Menschen engagieren sich neben Beruf und Familie für die Sicherheit anderer. Dass dieses Engagement heute so sichtbar geworden ist, bedeutet uns sehr viel.“

Der Deutsche Alpenverein zählt mit über 36.000 Ehrenamtlichen zu den größten ehrenamtlich getragenen Sport- und Naturschutzverbänden Deutschlands. Der Wegebau und die Hüttenpflege sind die sichtbarste Ehrenamtsarbeit im DAV. Ehrenamtliche Helfer kümmern sich um rund 30.000 km Wege. Im gesamten DAV haben Ehrenamtliche im Jahr 2005 knapp 2,64 Mio. Ehrenamtsstunden geleistet, das entspricht einem geschätzten wirtschaftlichen Wert von über 39,7 Mio. Euro (15 €/Stunde, DOSB-Basis).

Vor über 100 Jahren aus den Reihen des Deutschen Alpenvereins hervorgegangen, ist die Bergwacht Bayern heute die zentrale Säule der Bergrettung im Freistaat. Unter dem Dach des Roten Kreuzes sichern rund 4000 ehrenamtliche Einsatzkräfte in 107 Bergwacht Bereitschaften rund um die Uhr Hilfe im alpinen Gelände sowie in den Mittelgebirgen Bayerns. Jährlich bewältigen sie dabei bis zu 9000 Einsätze.

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Kontakt: Julian Rohn, julian.rohn@alpenverein.de, Tel. +49 89 14003-332