Simon Ehrtmann

Geburtstag

27.01.2002

Wohnort

Lenggries

Beruf / Schule / Studienrichtung

Bautechniker / Zimmerermeister

DAV-Sektion

Lenggries

Engagement im DAV

Ich bin über die Jugendklettergruppe der DAV Sektion Lenggries ins Klettern hineingewachsen. Im Herbst mache ich die Kletterbetreuer-Ausbildung – dann kann ich hoffentlich auch mal etwas zurückgeben.

Highlights

Fels + Bouldern

Sportklettern bis 9+

Fels alpin

Laliderer Nordwand „Rebitsch/Spiegl“(700 m, VII)

Laliderer Nordwand „Auckenthaler“ (700 m, VI+)

Laliderer Nordwand „Ha-He-Verschneidung“ (700 m, VI+)

Laliderer Nordwand „Klaus-Werner-Gedächtnis-Weg“ (700 m, VII-)

Link-up von Hinterriß bis nach Hall über „Pforte ins Elysium“ (400 m, VIII-/VIII) am Laliderer Falk, „Herzogkante“ (700 m, V) an der Laliderer Nordwand und „Lafatscher-Verschneidung“ (400 m, VI) in 26 Stunden mit Bene Hiebl.

Eis-/Mixedklettern

„Nightmare on Wolf Street“ (200 m, M7+, WI6), Kanada

„Curtain Call“ (200 m, WI6), Kanada

„Aquadisc“ (200 m, M7, WI6), Kanada

„Ground Launch“ (120 m, M8+, WI6), Lüsens

„Spitzborscht“ (125 m, M8, WI5+), Rauhe Gaisl, Dolomiten

Eis/Mixed alpin

Torwandtraverse zum Winterausstieg (1200 m, M5, 70°), Erstbegehung mit Max Brugger und Laura Dahlmeier

„Bierfahrerbeifahrer“ (900 m, M6, 70°), Erstbegehung mit Josi Vögele

Beide Touren an der Torwand im Karwendel.

Spritzkarspitze „Schiefer Riss“ (600 m, V, M6-7), Karwendel

Expedition / Außeralpines

2022 war ich drei Monate in Peru unterwegs und konnte dort einige hohe Berge besteigen: Ranrapalca (6162 m) als Solo-Überschreitung, Alpamayo (5947 m) solo, Tocllaraju (6034 m), Chopicalqui (6354 m) und Quitaraju (6036 m).

2025 war ich einen Monat in der Ruth Gorge in Alaska und anschließend noch einen Monat am Denali unterwegs.

Simon über sich und die Welt

Wie hast Du mit dem Bergsport angefangen?

Meine Eltern haben uns Kinder immer mit in die Berge genommen. Irgendwann bin ich als Jugendlicher dann selbst mit Freunden losgezogen und später in die Jugendklettergruppe der DAV Sektion Lenggries gekommen.

Was treibt Dich die Berge hinauf?

Die Berge sind für mich ein riesengroßer Spielplatz. Man kann das ganze Jahr über etwas machen – langweilig wird es nie. Besonders taugt es mir, eigene Wege zu gehen, egal ob bei Erstbegehungen oder in Abenteuer-Routen, die kaum jemand klettert. Da ist man oft nur zu zweit mit seinem Spezl in einer riesigen Wand unterwegs, und genau das macht für mich den Reiz aus.

Was sagen Deine Eltern/Familie/Partner/Freunde dazu? Gibt es Kritik oder Bedenken?

Meine Eltern stehen voll hinter mir, auch wenn natürlich Bedenken da sind. Gerade weil in den Bergen immer wieder etwas passieren kann, ist das Risiko immer präsent. Sie wissen aber auch, dass ich versuche, Risiken klein zu halten und nicht leichtsinnig unterwegs zu sein.

Wie finanzierst Du Dich?

Durch meine Arbeit als Bautechniker und Zimmerermeister.

Was magst Du an Menschen? Was regt Dich auf?

Ich mag Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Mir ist es lieber, jemand sagt klar, was er denkt, auch wenn es vielleicht nicht genau das ist, was man gerade hören möchte.

Schwierig finde ich Unzuverlässigkeit und Unehrlichkeit. Gerade am Berg muss man sich aufeinander verlassen können.

Was braucht es für einen guten Tag am Berg?

Einen guten Spezl, eine große Wand und ein bisschen Abenteuer.

Was kannst Du am Berg überhaupt nicht vertragen?

Egoismus und Selbstdarstellung.

Was war für Dich ein besonders gutes / ein besonders schlechtes Erlebnis?

Besonders ist für mich immer wieder der Moment, wenn man an den Laliderer Wänden aussteigt und oben neben der Biwakschachtel steht. Das ist einfach ein besonderer Ort und jedes Mal wieder gewaltig.

Ein ungutes Erlebnis war ein Lawinenabgang in Alaska, der durch einen Serac ausgelöst wurde. Das hat mir noch einmal gezeigt, dass man im Alpinismus nicht alles kontrollieren kann. Umso wichtiger ist es, sich dieser Risiken bewusst zu sein und entsprechend zu handeln.

Was sind Deine Stärken? Was sind Deine Schwächen?

Meine größte Stärke ist wahrscheinlich, dass ich bewusst Verantwortung suche und auch gerne übernehme.

Meine größte Schwäche ist wahrscheinlich, dass ich Dinge, die ich nicht unbedingt sofort machen muss, auch gerne mal aufschiebe.

Aktuelle bergsportliche Pläne – und mittelfristige Ziele?

Über konkrete Projekte rede ich nicht so gern – das machen andere zum Glück schon genug. Aber ein bisschen was habe ich natürlich schon wieder im Kopf.

Hast Du Vorbilder?

Die alten Haudegen wie Herzog, Auckenthaler oder Rebitsch finde ich schon beeindruckend – vor allem, wenn man sich anschaut, was sie damals mit dem Material und der Einstellung geklettert sind. Am meisten orientiere ich mich aber an Leuten aus meinem Umfeld, mit denen ich unterwegs war oder von denen ich viel mitnehmen konnte.

Was darf im Rucksack nicht fehlen?

Saure Gummibären.

Welche Hobbys / Interessen hast Du neben dem Bergsport?

Wenn neben Arbeit und Bergsport Zeit bleibt, habe ich auch keinen Stress damit, es mal entspannter angehen zu lassen, Freunde zu treffen und eine gute Zeit zu haben.

Was erwartest Du von der Zeit im Expedkader?

Ich möchte noch einmal viel lernen. Gerade bei Themen wie Bergrettung, Lawinenkunde, Seilschaftsabläufen und Entscheidungsfindung kann man immer noch etwas mitnehmen. Vor allem freue ich mich darauf, mit starken Leuten unterwegs zu sein und gemeinsam als Team weiterzukommen.

Wie haben Dir die beiden Sichtungscamps gefallen?

Die Sichtungscamps haben mir sehr gut gefallen. In Arco konnten wir zusammen mit den elf anderen Jungs ein paar coole Tage verbringen und richtig gute Touren klettern. In Chamonix hatten wir leider nicht ganz so viel Wetterglück, aber gemeinsam als Gruppe haben wir immer das Beste aus der Situation gemacht und die Stimmung hochgehalten.

Der DAV-Expedkader wird unterstützt von Mountain Equipment, Petzl und Katadyn. Herzlichen Dank für die langjährigen Partnerschaften!