Maximilian "Max" Braun

Geburtstag

24.8.2004, Brixen

Wohnort

Vahrn bei Brixen (Südtirol), Innsbruck

Beruf/Schule/Studienrichtung

Zuerst ein Jahr Wirtschaftswissenschaften studiert, jetzt am Ende des vierten Semesters im Physikstudium an der Uni Innsbruck

DAV-Sektion

Garmisch-Partenkirchen

Engagement im DAV

Im AVS: Ausschussmitglied der Ortsstelle, Jugendleiter, Kletterlehrer

Highlights

Fels + Bouldern

Sportklettern bis 8a

Fels alpin

Marmolada Südwand „Vinatzer Messner“ (800 m, VII+) – anhaltend, Lang, schmerzende Zehen)

Sass Maor (Palagruppe) „Biasin“ (650 m, VI+, A0) – sehr alpin, unglaublich ausgesetzt)

Durrerspitze, (Antholz) “Aufwind" (280m, VII+) – vollständig klassische Erstbegehung

Meisules (Gröden) „Diamante“ (300 m, IX-) – geniale Tour, technisch wie moralisch hart

Piz de Pin (Plätzwiese, Prags) „Nordwandriss“ (170 m, IX – Dolomiten-Tradklettern in perfekter Linie

Cima Scotoni „Lacedelli“ (700 m, VIII) – alle Längen bis zum Gipfel

Val di Mello „Luna Nascente“ (300 m, VII) – seeehr weiter Reibungsplatten Runout

Piz Ciavazes „Integrale“ (600 m, VIII+)

Pfattner Wände „Anrainerproblem“ (165 m, IX-)

Eis-/Mixedklettern

Marmolada Südwand „Vinatzer Messner“ (800 m, VII+) – anhaltend, Lang, schmerzende Zehen)

Sass Maor (Palagruppe) „Biasin“ (650 m, VI+, A0) – sehr alpin, unglaublich ausgesetzt)

Durrerspitze, (Antholz) “Aufwind" (280m, VII+) – vollständig klassische Erstbegehung

Meisules (Gröden) „Diamante“ (300 m, IX-) – geniale Tour, technisch wie moralisch hart

Piz de Pin (Plätzwiese, Prags) „Nordwandriss“ (170 m, IX – Dolomiten-Tradklettern in perfekter Linie

Cima Scotoni „Lacedelli“ (700 m, VIII) – alle Längen bis zum Gipfel

Val di Mello „Luna Nascente“ (300 m, VII) – seeehr weiter Reibungsplatten Runout

Piz Ciavazes „Integrale“ (600 m, VIII+)

Pfattner Wände „Anrainerproblem“ (165 m, IX-)

Eis/Mixed alpin

Ortler Nordwand (1200 m, 55°)

Pointe Lachenal „M6 Solar“ (200 m, TD, M5+, bei der Kadersichtung)

Max über sich und die Welt

Wie hast Du mit dem Bergsport angefangen?

Bergwandern als Kind und Jugendlicher mit mäßiger Begeisterung mit der Familie, auch mal auf den Hochfeiler, Schwarzenstein… Kletterkurs in der Oberschule, mit meinem Kletterlehrer Stefan Plank Felskletterausflüge. Ich kam dann langsam zum Alpinklettern, wo mich besonders der technische Aspekt faszinierte, und zum Skitourengehen. Alles aÁlpinistische ist komplett aus intrinsischer Motivation entstanden, da keine Bergsteiger in meinem familiären Umfeld oder Freundeskreis. Die Dinge nahmen ihren Lauf, Eis und Mixed kam mit der Zeit dazu.

Was treibt Dich die Berge hinauf?

Alpinismus als Gegenpol in unserer überreglementierten und risikoaversen Gesellschaft. Die totale Freiheit und sein Leben sprichwörtlich in den eigenen Händen haben.

Grenzen erkunden, sich manchmal ans körperliche und mentale Limit pushen, aber auch mal eine Tour im Komfortbereich nur fürs Erlebnis. Jeden Tourentag lernt man eine Kleinigkeit dazu und man erinnert sich mehr daran als an die hundertste Sportklettersession in der Halle. Es geht um mehr als nur Bestzeiten, Rekorde und Grade sprengen. Klassisches Bergsteigen ist eine extrem ehrliche Tätigkeit, in der Kopf, Geist, Motivation und Beharrlichkeit den Unterschied machen, nicht reines Talent und physische Stärke.

Was sagen Deine Eltern/Familie/Partner/Freunde dazu? Gibt es Kritik oder Bedenken?

Sie sorgen sich um mich, auch wenn sie sich inzwischen ziemlich daran gewöhnt haben. Eisklettern habe ich ein Jahr lang mehr oder weniger inoffiziell betrieben und die Ortler Nordwand habe ich auch als Tour in der Gegend von Sulden beschrieben, ohne das Triggerwort des Berges explizit zu nennen.

Inzwischen sage ich immer genau, wo ich hingehe, und rede auch offen darüber, wenn etwas mal nicht nach Plan lief, da mich besonders das Scheitern und Fehler machen sehr beschäftigt. Sich Sorgen machen ist leider berechtigt, da in der nicht so großen Alpinszene und auch in meinem weiteren Umfeld leider immer wieder tragische Unfälle passieren. Es wäre Heuchelei zu behaupten, dass es nicht auch mich hätte treffen können, ein bisschen Glück gehört dazu.

Wie finanzierst Du Dich?

Neben dem Studium trainiere ich als Instruktor Sportklettern zwei Amateur-Klettergruppen, in den Sommerferien bin ich Betreuer in Sommercamps und ich betreibe eine 90-Meter-Zipline aus dem sechsten Stock für die Gäste eines Familienhotels.

Was magst Du an Menschen? Was regt Dich auf?

Humorvolle Menschen mit Leidenschaften und einem weiten Horizont. Eine ehrliche, lockere Art, leben und leben lassen. Menschen, die stets versuchen, eine Bereicherung für ihr Umfeld zu sein.

Aufregen: Wenn Leute sich auf Kosten anderer profilieren. Das reicht vom Schlechtreden fremder Leistungen im Alltag bis hin zu den egozentrischen Dimensionen eines Trump oder Putin. Jemanden schlecht behandeln, ohne darüber nachzudenken, was das mit dem Gegenüber machen könnte.

Was braucht es für einen guten Tag am Berg?

Gute Gesellschaft und eine schöne Tour. Den Moment genießen und nicht den Spaß und die Freude an der Sache verlieren, gerade in langen und stressigen Touren.

Was kannst Du am Berg überhaupt nicht vertragen?

Cholerische Personen in angespannten Situationen. Klassische, seit 100 Jahren bekletterte Touren, die zur Autobahn modifiziert oder „saniert“ werden.

Was war für Dich ein besonders gutes / ein besonders schlechtes Erlebnis?

Der Alpine Förderpreis 2026 des Alpenvereins Südtirol, da komplett unerwartet; ich hätte mir bei so vielen starken Kletterern nie gedacht, sowas mal zu bekommen.

Das Glas ist bei mir meistens mindestens halbvoll, somit sehe ich zum Beispiel einen sehr schweren, prägenden Skiunfall vor fünf Jahren oder einige andere Close Calls im Nachhinein als Bereicherung im Sinne der gesammelten Erfahrung.

Was sind Deine Stärken? Was sind Deine Schwächen?

Meine ruhige, positive und offene Art. Ich bin kaum zu stressen und behalte selbst in brenzligen Situationen einen kühlen, rationalen Kopf. Ich würde mich als ehrlich, empathisch und vielseitig interessiert beschreiben. Bin ich erst einmal von etwas begeistert, verfolge ich dieses Ziel möglichst konsequent.

Gelegentlich bin ich etwas zu entspannt, was sich in einer gewissen Zerstreutheit äußern kann. Manchmal rede ich auch einfach zu viel, was meinem Gegenüber leicht mal zu streng werden kann. Man kann mir sicher eine gesunde Portion Egoismus vorwerfen: Wenn es um die Berge geht, müssen andere Dinge oft hintenanstehen.

Aktuelle bergsportliche Pläne – und mittelfristige Ziele?

Ein paar Erstbegehungsideen umsetzen und daraus möglichst schöne und lohnende Touren machen.

Stärker beim Sportklettern werden, vor allem beim Fels-Onsight-Niveau, und das ins Alpine übertragen. Konditionell fitter werden und auch im alpinen Mixed Gelände erfahrener werden.

Hast Du Vorbilder?

Nicht direkt. Aber ich sehe in vielen Bereichen Menschen, die mir einen Schritt voraus sind und von denen ich mir gerne etwas abschaue.

Was darf im Rucksack nicht fehlen?

Cranberry Corny XXL Riegel. Am Einstieg einer Tour idealerweise nicht die Kletterschuhe, Gurt oder Exen :)

Welche Hobbys / Interessen hast Du neben dem Bergsport?

Politik, Zeitgeschehen, Fotografieren, Volleyball.

Was erwartest Du von der Zeit im Expedkader?

Ich erwarte vor allem eine mega Zeit mit einer mega Truppe! Gleichzeitig möchte ich meinen Horizont über die Dolos hinaus erweitern, das Team bereichern und jede Menge Input und kritisches Feedback aufnehmen. Ich freue mich auf lohnende, unvergessliche Touren und darauf, von jedem Trip mit einem Grinsen und neuen Erfahrungen im Gepäck heimzukehren. Das Highlight wäre, gemeinsam als Team und spätestens bei der Expedition eigene Spuren in noch unberührtem Fels zu hinterlassen.

Wie haben Dir die beiden Sichtungscamps gefallen?

Arco war ein Traum: Top Wetter, Top Touren, Top Essen und vor allem Top Leute! Fünf richtig geile Tage, die man auch privat nicht hätte besser verbringen können. Chamonix habe ich mit etwas gemischteren Gefühlen erlebt, es war aber ein mega Erlebnis und wir haben in Anbetracht unseres moderaten Wetterglücks super Touren gemacht. Während der gesamten elf Tage hatten wir alpinistisch wie zwischenmenschlich eine sehr gute Zeit und ich bin sehr dankbar, nun so viele neue Gleichgesinnte gut zu kennen und als Bonus, gerade als Italiener, im Kader sein zu dürfen.

Der DAV-Expedkader wird unterstützt von Mountain Equipment, Petzl und Katadyn. Herzlichen Dank für die langjährigen Partnerschaften!