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Neu erschienen: Alpenvereinsjahrbuch BERG 2022

06.10.2021, 18:25 Uhr

Sind die Menschen in den Bergen wirklich frei? Das neue Alpenvereinsjahrbuch "Berg 2022" beschäftigt sich mit dieser uralten und dann doch sehr aktuellen Frage – Stichworte: Corona, Overtourism, Social Media. Die Antworten der Autor*innen sind so unterschiedlich wie überraschend. Unter ihnen auch ein Experte für Künstliche Intelligenz.

Über den Themenfokus zur Freiheit hinaus bietet das Gemeinschaftswerk des Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Alpenvereins einmal mehr eine  Mischung aus alpinen Themen – aufbereitet in außergewöhnlichen Reportagen, interessanten Porträts und packenden Bildern. Das Alpenvereinsjahrbuch ist ab sofort im DAV-Shop sowie im Buchhandel erhältlich.

 

Von Bergführern und Gemsjägern

Die Rubrik BergWelten widmet sich einem alpinistischen Prunkstück: dem Ortler. Der Gemsjäger Josef Pichler, auch „Pseirer Josele“ genannt, bestieg bereits im Jahr 1804 den 3905 Meter hohen Gipfel. Erinnert wird zudem an einen der prägendsten Bergführer der Geschichte: Joseph Pinggera. Gemeinsam mit dem Kartografen und Polarforscher Julius von Payer vollbrachte er zahlreiche Erstbesteigungen der Ortlergruppe. Neben der Erschließungsgeschichte finden auch die charmanten Täler rund um das Bergmassiv sowie die Artenvielfalt des Nationalparks Stilfserjoch ihre Würdigung.

 

BergFokus beschäftigt sich mit dem ersehnten Ideal zahlreicher Alpinist*innen, der Freiheit. Von dem Philosoph Isaiah Berlin wird sie als ein „poröser Begriff“ umschrieben. Denn sie zu definieren oder zu begrenzen ist gar nicht so einfach. In den Bergen stellt sich die Frage: Wie frei können wir hier sein und wo hört diese Freiheit auf? Nico Hochgeschwender geht noch einen Schritt weiter: Der Experte für künstliche Intelligenz und Robotik widmet sich dem Erlernen und Programmieren von Freiheit. Zudem erzählen zwölf Bergmenschen, was sie auf dem Berg „suchen“ und geben Impulse, selbst ein bisschen über Freiheit zu philosophieren.

 

Bergmenschen und ihre Freiheitsbegehren

Durch den pandemiebedingten „Lockdown“ haben wir in den vergangenen Monaten Einschränkungen unserer Freiheit gespürt. Deshalb portraitiert BergMenschen in diesem Jahr Persönlichkeiten, die sich aus den unterschiedlichsten Schicksalen heraus zu Freiheit verhalfen. Da ist der Kunstschmied und Bergsteiger Rheinhold Duschka, der sich sich während des zweiten Weltkriegs auf Kletter- und Skitouren begab, während er zwei jüdische Mitbürgerinnen vier Jahre lang vor dem NS-Regime versteckte. Und die neuseeländische Profikletterin Mayan Smith-Gobat, die sich nach 15 Jahren Leistungsklettern aus den "Fesseln" des Wettkampfsports löst.

 

 

Wie viel Mobilität verträgt das Bergsteigen?

Eine Expedition in der Antarktis zählt definitiv zu den exklusiveren Domizilen. Unweigerlich stellt sich hier sofort die Frage, wie praktisch eine solche Reise heute überhaupt noch ist, betrachtet man die CO²-Emissionen und die Reisekosten. Doch auch beim BergSteigen in den Alpenregionen bleiben wir nicht davor bewahrt. Mit dem steigenden Nutzungsdruck rückt die Mobilität in den Fokus, wobei Andi Dick die Ansicht vertritt: „Freie Fahrt für alle“ ist spätestens im Jahr 2021 das falsche Motto.

 

Die Rubrik BergKultur greift ein verblüffendes Phänomen des 21. Jahrhunderts auf: das „Posen“ im Sonnenuntergang vor einer einsamen Bergkulisse – der Mensch, immer auf der Suche nach dem perfekten Foto für die sozialen Netzwerke. Die zunehmende Aufmerksamkeitsökonomie der Likes und Shares verändert auch den Kult des Bergsteigens. Was junge Menschen im Alpenverein lernen und erleben (sollen) wird durch die Bildungsziele der JDAV festgelegt, die seit der ersten Verabschiedung im Jahr 1975 einen deutlichen Wandel durchlebt haben. Gewandelt hat sich auch die alpine Kulturlandschaft, zunehmend geprägt durch stillgelegte Skigebiete und dokumentiert von Wissenschaftler*innen der Technischen Universität Dortmund.

 

Eine uralte Buche und natürliche Umweltgifte

BergWissen stellt den „Star“ des oberösterreichischen Nationalparks Kalkalpen vor: eine 550 Jahre alte Buche. Wo diese steht, bleibt geheim – manchmal sollten wir die Natur auch einfach sich selbst überlassen. Darüber hinaus erhalten die Leser*innen Einblicke in die Schatzkammer der Zillertaler Alpen und in eine Detektivgeschichte über natürliche Umweltgifte.

 

Blick ins Buch

Für einen kleinen Einblick in das neue Alpenvereinsjahrbuch.

 

Infos & Bestellung

Alpenvereinsjahrbuch „BERG 2022“

Herausgeber: Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV) und

Alpenverein Südtirol (AVS)

Redaktion: Axel Klemmer, Tyrolia-Verlag Innsbruck-Wien

256 Seiten, mit 336 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, 21 x 26 cm, gebunden
ISBN 978-3-7022-3977-0

Preis: € 20,90
 

DAV-Mitglieder erhalten zum Jahrbuch kostenlos die historische Alpenvereinskarte „Zillertaler Alpen West“ von 1930 bei, mit Ergänzung der aktuellen Gletscherstände sowie weiteren Informationen zum Klimawandel in den Alpen: Zillertaler Alpen West, Nr. 35, im Maßstab 1:25.000.

 

Hier geht's zur Bestellung im DAV-Shop

 

"Die Chemie stimmt nicht mehr"

Schwermetalle in hochalpinen Gewässern: eine Detektivgeschichte

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Mit dem Klimawandel reichern sich in manchen hochalpinen Gewässern Schwermetalle sowie andere kritische Spurenelemente an. Noch sind mögliche Gefahren für das Trinkwasser aber überschaubar. Alpenvereinsjahrbuchautor Martin Roos hat sich als Detektiv auf Spurensuche in die Ostalpen begeben und erstaunliche Entdeckungen gemacht.

"Und hier bin ich!"

Im weltweiten Netz der Aufmerksamkeitsökonomie

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Social Media - das ist uns allen ein Begriff und einige von uns können es sich gar nicht mehr aus ihrem Alltag wegdenken. Auch der Deutsche Alpenverein nutzt Kanäle wie Facebook, Instagram und Twitter, um alles rund um Bergsport, Alpinismus sowie die Natur- und Kulturräume der Alpen an die Bergbegeisterten zu bringen. Die Abwägung zwischen dem Schutz der Natur und den Interessen der Menschen beschäftigt den Alpenverein schon seit seiner Gründung im Jahr 1869. Mit der Aufmerksamkeit durch Posts auf den sozialen Netzwerken geht aber auch eine gewisse Verantwortung einher und genau um diese Gratwanderung geht es unter anderem im Alpenvereinsjahrbuch BERG 2022.

"In den Bergen sind wir frei"

Was bedeutet Freiheit eigentlich?

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Freiheit - ein Begriff, mit dem wir wahrscheinlich erstmal alle etwas anfangen können. Doch frägt mal einmal genauer nach, wird schnell klar, dass jede und jeder womöglich eine eigene Definition dafür besitzt. Für manche ist es die Möglichkeit etwas tun zu können, für andere die Freiheit von Einschränkungen und für wieder andere vor allem das Recht auf Selbstbestimmtheit. Grundsätzlich stellt sich jedoch immer die Frage: Wo fängt Freiheit an und wo hört sie auf? Bergbegeisterte sind sich hier oftmals einig: "In den Bergen sind wir frei" - doch wie fühlt sich diese Freiheit an? Warum finden wir sie genau im Gebirge? Und sind wir in den Bergen tatsächlich frei oder unterliegen wir auch hier bestimmten Zwängen? Wir haben einmal nachgehakt und haben Antworten von verschiedenen Bergmenschen für euch.