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Franzi Wiele nahm am BMC-Treffen 2016 für Frauen in Wales teil

Große "Keilerei" auf feine englische Art

28.07.2016, 15:36 Uhr

Gerade erst aus den USA Yosemite zurück gekommen, ging’s für mich gleich weiter zum The Pinnacle Club /BMC Internationalen Women´s Climbing Meeting 2016 in Llanberis Pass, Wales.

 

Schnell alle Sachen rausschmeißen, waschen und wieder neu einpacken. Was darf auf keinen fehlen, wenn man zum Klettern nach Wales fährt? Keynut/ Keil-Entferner! Dann ein Haufen Keile dazu, Regenjacke, Sonnencreme - und natürlich eine gute Moral. Und los geht’s.

 

 

Gute Kletterei, gutes Gruppengefühl, tolle Landschaft

Insgesamt trafen sich 80 Frauen aus 24 verschiedenen Ländern in der kleinen Hütte am Llanberis Pass, Wales zum Internationalen Women´s Climbing Meeting 2016. Jeden Tag wurde gemeinsam geklettert. Man wurde alle zwei Tage einer neuen UK-Kletterpartnerin zugeteilt. Das war super, denn so konnte man mit vielen verschiedenen Frauen zusammen klettern und auch viele neue Freundschaften schließen.

 

Bei gutem Wetter sind wir an den Felsen rund um die Hütte geklettert oder in den Gebieten Slate und Tremadog unterwegs gewesen. Bei Regen fuhren wir oft nach Gogarth, Hollyhead Mountain, wo uns dann aber des öfteren auch die Sonne überraschte und wir bei Sonnenschein über dem Meer klettern konnten. Am Abend gab es super Essen und verschiedene Vorträge über Klettern in Indien, Südafrika, Japan, Kroatien. Es wurde auch diskutiert über „Frauen am Berg“ früher und heute, dazu gab es einen spannenden Film zu sehen „Operation Moffat“ - the wild life of Britain´s female Mountain Guide.

 

Abwechslungsreicher Fels als gelungene Herausforderung

Die Kletterei in Wales ist einfacher super. Mir gefällt vor allem die Ethik: keine Bolts und keine Haken, und wenn es doch welche gibt, dann sind sie so verrostet, dass du sie eh nicht verwenden magst. D. h., man muss alles selbst absichern mit Friends/Camelots, aber vor allem kommen die vielen kleinen bunten Nuts, Keile, zum Einsatz. Es braucht ein wenig Übung, bis man auf Anhieb den richtigen Keil in der richtigen Größe findet und schön platziert hat, da laufen die Arme schnell zu. Hinzu kommt der Einsatz des Keynut/Keil-Entferner. Dieser ist anstrengend, denn das Keile-Entfernen ist fast mehr Arbeit, als sie zu setzen.

 

Außerdem hat mir die Vielfalt der Felsmaterie gefallen: Es gibt sehr viele verschiedene Gesteinsarten z.B Kalk, Grit Stone, in Slate klettert man an Schiefer und in Gogarth Sea-Cliff  klettert man an Quartzite-Rock. Jede Gesteinsart bedarf eines eigenen Kletterstils und erfordert unterschiedliche Bewegungen. Die Abwechslung hat mir großen Spaß gemacht. Also, ich kann einen Trip durch Wales und England nur weiter empfehlen. Vielen, vielen Dank an die ganzen Frauen vom „The Pinnacle Club“, die dieses klasse Event auf die Beine gestellt haben.

 

Franzi Wiele