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DAV-Expedkader Geschichte

Förderung ambitionierten Bergsteigens im Wandel der Zeit

Expedkader Impressionen Das Ziel aus seiner Gründungssatzung, die Alpen zu erforschen, hat der DAV schon lange auf die Berge der Welt ausgedehnt - und dort geht es seit langem auch um bergsteigerische Ziele.
 
Nach nationalen Großexpeditionen der 1930er und 1950er Jahre wurden bis in die 1980er Jahre vor allem einzelne Expeditionen gefördert, teilweise aus dem Kreis des DAV aufgestellt. Die Förderung von Expeditionen und anspruchsvollen bergsportlichen Auslandsfahrten ist heute noch eine Aufgabe des Ressorts Spitzenbergsport im DAV.
 
1982 wurde auf Initiative von Walter Welsch, dem damaligen Vorsitzenden des Ausschusses für Auslandsbergfahrten, und Günter Sturm, dem Leiter der Bergsteigerschule des Deutschen Alpenvereins (vormals Berg- und Skischule des DAV und später DAV Summit Club GmbH), die erste Trainingsexpedition ausgeschrieben. Ziel der Trainingsexpeditionen war es, Sektionen anzuregen, Auslandsbergfahrten selbständig zu unternehmen, um junge ambitionierte Bergsteiger an die Berge der Welt heranführen zu können. Dazu sollten geeignete Leiter für solche Unternehmungen von den Sektionen benannt und unter fachlicher Anleitung und Beratung des DAV durch Teilnahme an Trainingsexpeditionen gewissermaßen als Multiplikatoren herangebildet und gefördert werden. Sechs Expeditionen wurden im Abstand von zwei bis drei Jahren organisiert: zum Churen Himal, zum Shivling, zu den Granit-Bigwalls des Karakorum, nach Baffin Island, zum Kang Tega und zum Khan Tengri. Viele der Teilnehmer sind heute Spitzenbergsteiger, Bergführer in den DAV-Lehrteams oder ehrenamtlich im DAV und seinen Sektionen engagiert.
 
2000 wurde das Konzept den veränderten Bedingungen angepasst: Der Lehrteamsbergführer Jan Mersch, selber Teilnehmer der Trainingsexpedition zum Kang Tega, entwickelte die Struktur, schulte die ersten beiden Teams und begleitete sie auf ihren Abschlussexpeditionen
 

DAV-Expedkader 2000 - 2002:

Abschlussexpedition in die Changabang-Region (Indien); Ambitionierte Besteigungsversuche scheitern an ungewöhnlich schlechten Schneeverhältnissen.

Expedkader-2002-Abschlussexpedition.pdf , 701 kb

 

DAV-Expedkader Alpin Team 2003 - 2005:

Expedkader Alpin Team 2003 - 2005 Die Kombination von Fels und Eis in langen und schwierigen Alpentouren war Thema im Alpin Team. Ständig wechselnde Seilschaften während des Trainings bewirkten ein intensives Kennenlernen und deckten Stärken und Schwächen des Einzelnen auf, was für die Unternehmungen wichtig war.
Zusätzlich fanden individuelle Trainingstouren und selbständiges Arbeiten an den persönlichen Defiziten statt. Als Betreuer engagierten sich erfahrene staatlich geprüfte Bergführer und Spitzenalpinisten mit Expeditionserfahrung, psychologischem Einfühlungsvermögen und Risikomanagement.
 
Es wurden Trainingscamps mit verschiedenen Schwerpunkten im Winter- sowie Sommer-bergsteigen durchgeführt. Das übergeordnete Ziel war dabei, die jungen Bergsteiger auf eine abschließende Trainingsexpedition vorzubereiten.
 

Teammitglieder:

Peter Anzenberger, Michael Dürr, Christoph Hummel, Björn Lellmann, Franz Mitterer, Dörte Pietron, Benjamin Weiß, Sebastian Wolfgruber
Trainer: Jan Mersch, Co-Trainer: Hans Hocke, Expeditionsarzt: Christoph Kruis
 

Abschlussexpedition 2005:

Expedkader ImpressionenIns Charakusa Valley (Karakorum, Pakistan) (siehe Download).
Folgende Touren gelangen:
  • 8 Besteigungen Driffika (6447 m), NW-Grat, TD, heikel, Zugang ins Hochlager 14 km Luftlinie, 1400 hm, zwei Eisbrüche, Besteigungsdauer nach Vorarbeiten zwischen 4 Tagen und 30 Stunden
  • 8 Besteigungen Nasser Peak (5200 m), Britenroute, VI+, 12 SL, vom Basislager zwischen 12 und 8 Stunden (Roundtrip)
  • 5 Besteigungen Sulo (5950 m), Südcouloir, 1000 Hm bis zu 55 Grad
  • 1 Besteigung Pik Beatrice (5915 m), Südcouloir, 1100 Hm bis zu 65 Grad
  • Erstbegehung in der Asteroide Alley, 6 Seillängen, VII
  • Erstbegehungsversuch am zentralen K7-Pfeiler, 12 SL, 5.10, A3, 5 Tage BigWall
  • Erstbegehungsversuch am Farol (6370 m), über Zentralpfeiler bis 6000 m, VI, M5, leichter Alpinstil

 

DAV-Expedkader Free Wall Team 2004 - 2006:

 
Freewall Team 2004-2006 Um dem gesteigerten Sportkletterkönnen Rechnung zu tragen, wurde 2004 parallel zum Alpin Team ein "Freewall Team" gebildet, dem bei der Abschlussexpedition nach Marokko einige anspruchsvolle Erstbegehungen gelangen. 

Als Basis für das Freewall Team wurde ein hohes Kletterniveau im Sportklettern angesehen. Darauf aufbauend erfolgte ein Training in alpinen Mehrseillängenrouten, das bis zum Abschluss den Schwerpunkt bildete. Das persönliche Können der Nachwuchskletterer lag mindestens im UIAA Schwierigkeitsgrad VIII- alpin und IX+/X- im Klettergarten. Selbstverständlich wurden auch hohe Anforderungen an die Sicherungstechnik und die Einschätzung alpiner Gefahren gestellt.

 

Teammitglieder:

Daniel Gebel, Christoph Gotschke, Markus Griesshammer, Paul Saß, Benno Wagner
Trainer: Toni Lamprecht, Co-Trainer: Michi Wärthl
 

Abschlussfahrt 2006:

Postkarte Taghia Im April 2006 nach Marokko in die Taghia-Schlucht (siehe Download).
Dort gelangen folgende beeindruckende Erstbegehungen
 
  • „Fata Morgana“, 7c, 330m, 10 Seillängen, 1. Beg. Daniel Gebel und Christoph Gotschke vom 3.4. bis 7.4. mit anschließender Rotpunktbegehung an einem Tag (13.4.)
  • „D’ Antonion und die 3 Musketiere“, 7c+, 350m, 11 Seillängen, 1. Beg.: Paul Sass, Benno Wagner, Markus Grieshammer und Toni Lamprecht vom 4.4. bis 9.4. mit anschließender Rotpunktbegehung an einem Tag (16.4)
  • „Mastermind“, 7c+, 150m, 5 Seillängen (Direkteinstieg zu „Jamiro“), 1. Beg.: Daniel Gebel, Christoph Gotschke und Toni Lamprecht vom 12.4. bis 14.4. mit anschließender Rotpunktbegehung an einem Tag (16.4.)
sowie die Klettergartentouren
  • „Fire Inside“, 8a, Daniel Gebel 
  • „Muy Benno“, 8ab, Daniel Gebel,Benno Wagner
Wiederholungen:
  • „Jamiro“, 7a (Variante), 11 Seillängen
  • „Rivière Purpure“, 7b+, 11 Seillängen,
  • „Fantasia“, 7bc, 11 Seillängen
  • „La Mano del Maroc“, 7b+, 13 Seillängen
  • „Le Zebta“, 7b+, 8 Seillängen

 

 
 

DAV-Expedkader 2007 - 2009:

 
Expedkader 2009 - Michael Wohlleben Nach einem "Besinnungsjahr", in dem mit Teilnehmern und Experten die Erfahrungen ausgewertet wurden, wurde 2007 ein neuer Kaderjahrgang gestartet, der seine Ausrichtung zwischen kombiniertem Alpingelände und extremem Fels selber festlegen soll.