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Die Outdoor-Toilette

Wer in den Bergen und in der Natur unterwegs ist, darf keine Abfälle zurücklassen, das gilt auch für menschliche Hinter(n)lassenschaften!

Nicht jeder mag für „Big Business“ prädestiniert sein – das „große Geschäft“ aber machen wir alle, regelmäßig! Als Bergsteiger und Naturfreund ist man oft genug fern jeder sanitären Anlage mit diesem allzu menschlichen Bedürfnis konfrontiert. Der Umgang mit „human waste“ in freier Natur ist ebenso wichtig wie einfach und gehört ins Repertoire eines jeden Bergsteigers.

 

  • Vorbereitung: Sein stilles Örtchen wähle man mindestens fünfzig Meter abseits jeglicher Gewässer! Nun gräbt man zuerst ein fünf bis zehn Zentimeter tiefes Loch. Wer regelmäßig wild campt oder biwakiert, sollte dafür am besten einen kleinen Spaten oder eine Schaufel dabei haben. Doch auch Steine oder Äste können zum Graben verwendet werden – es gibt keine Ausreden!

 

  • Entsorgung: Nach Abschluss des Geschäfts wird das Loch zugegraben; wer will, kann die „Baustelle“ zusätzlich mit Steinen oder Ästen absichern. Verwendetes Toilettenpapier (auch vom „kleinen Geschäft“ bei Damen) wird am besten in einer kleinen Plastiktüte mitgenommen und bei der nächsten Gelegenheit entsorgt – im Notfall auch mit vergraben. Verbrennen von Toilettenpapier ist nur ok, wenn ausgeschlossen werden kann, dass nichts anderes Feuer fängt – Achtung Waldbrandgefahr!

 

  • Alternativen: Ist man in Schnee und Eis oder auf Hochtouren unterwegs, bleibt das Prozedere weitgehend das gleiche. Auf Gletschern können offene Gletscherspalten – soweit sicher zugänglich – zur Entsorgung verwendet werden. Im Schnee sollte man deutlich tiefere Löcher anlegen, sonst tritt das Ganze beim nächsten Sonnenschein wieder zu Tage. Ist Graben nicht möglich, verwendet man große Steine um die Relikte zu verdecken. Vieles ist möglich und dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt.

 

  • Dogma: Das erste Outdoor-Gesetz gilt auch hier: Hinterlasse keine Spuren! Wer unappetitliche Haufen und Toilettenpapierfetzen in der Landschaft offen zurücklässt, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er abseits Zivilisation etwas verloren hat. Analoges gilt natürlich auch für mitgeführte Hunde…
 

Outdoor-Toilette: die Tipps

  • Notdurft abseits von Gewässern verrichten
  • 5-10cm tiefes Loch graben
  • Spaten, Stein oder Ast zum Graben verwenden!
  • Notdurft vergraben, Papier mitnehmen!
  • Thematisieren: let´s talk about shit!
 

Text: Max Bolland (Dipl.-Sportwissenschaftler, Staatl. gepr. Berg- und Skiführer, Mitglied der DAV-Lehrteams Bergsteigen und Sportklettern, Leiter der Bergschule erlebnis-berg.com)

 

Illustration: Georg Sojer

 

Zuerst erschienen in panorama 05/17