Personalwechsel auf der Praterinsel
Seit 1. Februar 2026 hat das Alpine Museum auf der Praterinsel ein neues Gesicht: Dr. Constanze Hampp übernimmt die Leitung des Hauses von Friederike Kaiser, die nach 25 Jahren als Geschäftsbereichsleiterin Kultur in den Ruhestand geht. Die gebürtige Münchnerin Constanze Hampp studierte Kommunikationswissenschaft und Psychologie in München und Innsbruck und engagierte sich viele Jahre in der Wissenschafts- und Medizinkommunikation. Ihre Leidenschaft für Museen und Ausstellungen entwickelte sie am Deutschen Museum in München, wo sie unter anderem die Wirkung von originalen Objekten in Ausstellungen erforschte und selbst Ausstellungen konzipierte. Zuletzt war sie am Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe für die Bereiche Ausstellungen, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.
Constanze Hampp, der DAV, das Alpine Museum und die Berge in sechs Fragen
Eine altbekannte Stadt, eine weitere „Museumsinsel“ auf der Isar, ein neues Haus, ganz andere Themen. Welche Aspekte interessieren und reizen dich am meisten?
Constanze Hampp: Ich bin selbst sehr gerne in den Bergen unterwegs. Daher sind für mich natürlich alle Themen rund um die Berge besonders reizvoll! Am Beispiel „Berge“ lassen sich zudem viele weitere Themen diskutieren, die uns als Gesellschaft bewegen – zum Beispiel wie wir verantwortungsvoll mit der Natur umgehen können, damit auch zukünftige Generationen noch ein möglichst gutes Leben haben. Oder wie wir in den aktuellen Zeiten mit Unsicherheit und Risiko umgehen – auch, aber eben nicht nur in den Bergen!
Was ist für dich die schönste Aussicht an deiner neuen Aufgabe?
Neben der Aussicht auf die Isar und in den wunderschönen Museumsgarten ist es die Perspektive, mit einem sehr großen Netzwerk engagierter Menschen zusammenzuarbeiten. Ich habe in den ersten Wochen schon viele spannende Menschen im Alpenverein kennenlernen dürfen, die viel Wissen mitbringen und tolle Ideen haben. Außerdem empfinde ich es als Privileg, in einem Museum arbeiten zu dürfen – es gibt wenig andere Berufsfelder mit derart vielen Freiheitsgraden und dieser besonderen Mischung aus Bildung und Kreativität. Meine Leidenschaft für Museen jetzt mit meiner Leidenschaft für die Berge verbinden zu können, ist ganz großartig.
Wenn du dir das Alpine Museum in den kommenden Jahren vorstellst, was überwiegt – Kontinuität oder Wandel?
Beides! Das Museum ist großartig! Meine Vorgängerin Friederike Kaiser hat mit ihrem Team und allen Beteiligten aus dem DAV einen wirklich fantastischen Ort geschaffen! Das kann nur klappen, wenn man offen ist, viele unterschiedliche Kompetenzen zusammenbringt und diese mit viel Feingefühl so koordiniert, dass sich alle mit ihrer jeweiligen Expertise gut einbringen können. Das soll definitiv so bleiben! Wenn wir sehr gut und vor allem auch relevant für die Menschen bleiben wollen, müssen wir uns natürlich auch weiterentwickeln und neue Themen aufgreifen. Dazu wird es wichtig sein, das Museum mit unterschiedlichen Gruppen innerhalb des Alpenvereins, aber auch darüber hinaus, gemeinsam zu gestalten. Es soll ein lebendiger Ort bleiben, an dem man sich inspirieren lässt, interessante Menschen trifft, über die Zukunft diskutiert – an dem man sich aber auch einfach nur wohlfühlen und Kraft tanken kann.
Alpen oder Mittelgebirge?
Noch vor ein paar Jahren hätte ich die Frage eindeutig mit „Alpen“ beantwortet. Nach acht Jahren zwischen Schwarzwald und Pfälzer Wald habe ich aber auch die Mittelgebirge schätzen gelernt – auch weil man dort selbst am Wochenende manchmal über lange Strecken keine Menschenseele trifft.
Welche Bergsportart magst du am liebsten?
Alles auf zwei Brettern: Skifahren, Skitouren und auch Skating (wenn das zählt). Wandern und Mountainbiken (im Pfälzer Wald!) im Sommer ist natürlich auch schön.
Was darf im Rucksack nicht fehlen?
Ein kleines Fernglas, falls es Steinböcke oder andere Tiere zu beobachten gibt.
Gute Nachrichten für 2026: Verlängerung der Sonderausstellung „Zukunft Alpen. Die Klimaerwärmung“
Die erfolgreiche und brandaktuelle Sonderausstellung „Zukunft Alpen. Die Klimaerwärmung“ wurde verlängert und ist noch bis November 2026 zu sehen: Die mit viel Fingerspitzengefühl und noch mehr Leidenschaft und Engagement kuratierte Ausstellung visualisiert und visioniert den Klimawandel in den Alpen. Sie führt in die aktuellen Problemfelder ein und regt gleichzeitig eine Diskussion darüber an, inwieweit und in welche Richtung wir die Zukunft mit und in den Alpen gestalten wollen und können. Das Begleitprogramm rund um die Ausstellung ermöglicht darüber hinaus eine interaktive und persönliche Begegnung mit dem Thema. Parallel wird die nächste Sonderausstellung zum Thema „Grenzen“ vorbereitet, die den Menschen auf unterschiedlichsten Ebenen in den Alpen begegnen. Die Ausstellung soll im Frühjahr 2027 eröffnen.
Ein herzliches Dankeschön an Friederike Kaiser
25 Jahre lang war Friederike Kaiser Leiterin des Alpinen Museums und hinterlässt ein Vermächtnis frei nach dem Motto „Substanz statt Inszenierung“: Sie wirkte an rund 25 Sonderausstellungen und einer neuen Dauerausstellung mit. Gemeinsam mit dem Österreichischen Alpenverein und dem Alpenverein Südtirol verantwortete Friederike Kaiser das Projekt Historisches Alpenarchiv sowie eine Reihe größerer Ausstellungen wie „Berg Heil! Alpenverein Bergsteigen 1918–1945“ und „Hoch hinaus! Wege und Hütten in den Alpen“. Sie erstellte eine Vielzahl von DAV-Jahrbüchern und Publikationen. Zu den größten Aufgaben zählten besonders auch der Umbau und die Neuausrichtung des Alpinen Museums. Hier haben sich die Ruhe, Beharrlichkeit und Fachexpertise von Friederike Kaiser besonders verdient gemacht. Vizepräsidentin Melanie Grimm verabschiedete Friederike Kaiser mit den folgenden Worten: „Ich sage Danke für deine Arbeit im DAV – für dein unglaubliches Engagement, dein Vertrauen und deine Freundschaft.“