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Klimakonferenz in Paris: Statement des DAV

27.11.2015, 15:12 Uhr

Auf der UN-Klimakonferenz vom 30.11. bis 11.12.2015 in Paris soll ein neues internationales Klimaabkommen vereinbart werden. Der Deutsche Alpenverein erklärt, worauf es dabei ankommt.


Die 21. Klimakonferenz der Vereinten Nationen findet dieses Jahr vom 30.11. bis 11.12.2015 in Paris statt. Ein neues Klimaabkommen für alle 194 Mitgliedsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention soll hier vereinbart werden - als Nachfolgevertrag des Kyoto-Protokolls. Neu ist, dass der Klimavertrag nationale Klimaschutzpläne einbezieht. Diese wurden zum Großteil bereits im Voraus der Konferenz von den Mitgliedsländern vorgelegt. Der Erfolg von Paris hängt damit sowohl an den Vertragsdetails als auch an der Substanz der nationalen Verpflichtungen. Angemessen und konsequent in Verbindung gebracht, besteht die Chance das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen. Der Deutsche Alpenverein erwartet deshalb von der Bundesregierung, bei der Klimakonferenz in Paris vehement für den Klimaschutz und entsprechend anspruchsvolle Vereinbarungen im Klimaabkommen einzutreten.

 

Wesentliche Elemente für ein erfolgreiches Klimaabkommen sind demnach:

 

  • Langfristige Ziele: Eine Einigung über verbindliche, langfristige Ziele für Klimaschutz und -anpassung muss erreicht werden. Das Zwei-Grad-Limit muss in konkrete Umsetzungspläne übersetzt werden.

 

  • Nachjustieren der Ziele: Die umfassende, nationale Beteiligung durch Selbstverpflichtungen ist einmalig in der internationalen Klimadiplomatie. Untersuchungen zeigen aber, dass die Klimaschutzpläne in der Summe das Zwei-Grad-Ziel momentan verfehlen. Deshalb muss der Vertrag die Staaten verpflichten nationale Ziele und Umsetzungspläne alle fünf Jahre nach oben anzupassen – ausgerichtet am Zwei-Grad-Ziel.

 

  • Transparenz der Ziele: Ein erfolgreiches Klimaabkommen stellt ausreichend Transparenz sicher. Nur so ist gewährleistet, dass nationale Ziele und ihre Fortschritte nachvollzogen, verglichen und überprüft werden können. Dazu gehört auch, dass ersichtlich ist, ob regelmäßig ausreichend Geld für ambitionierten Klimaschutz und Anpassung zur Verfügung gestellt wird.
 

Klar ist, dass ein verabschiedetes Abkommen auch seine Grenzen hat. Es kann Weichen stellen und mehr Dynamik entfachen, damit Staaten in Zukunft ihre Klimaschutzaktivitäten schrittweise steigern. Doch am Ende sind es nationale Regierungen und die Zivilgesellschaft vor Ort, die notwendige Entscheidungen treffen und Klimaschutz konsequent umsetzen müssen. Und das bereits heute, vor Inkrafttreten des neuen Klimaabkommens 2020. Der DAV erwartet darum von der Bundesregierung, einen entsprechenden Maßnahmenkatalog für die nächsten Jahre zu formulieren. Dazu gehört auch, die nationalen Klimaschutzpläne schnellstmöglich nach oben zu korrigieren und dafür auch auf EU-Ebene mit allem Gewicht einzustehen. Auch nach Paris braucht es Vorreiter, denn der Klimawandel schreitet unvermittelt weiter – insbesondere im Alpenraum.

 

Der Klimawandel ist in den Alpen deutlicher spürbar

In den Alpen schreitet der Klimawandel doppelt so schnell voran wie im globalen Mittel (Sehen Sie hierzu die neue Broschüre Klimawandel im Alpenraum). Spürbar ist das besonders am Rückgang der Gletscher. Geht die Entwicklung weiter wie bisher, dann werden die eisigen Riesen in 30 bis 40 Jahren nicht einmal mehr Zwerge sein – zumindest in den Ostalpen.

 

Tauender Permafrost destabilisiert Moränen und Schutthalten und stellt auch uns Bergsteigerinnen und Bergsteiger vor neue Herausforderungen. Obendrein ist das alpine Ökosystem ausgesprochen sensibel und reagiert sehr nervös auf Veränderungen. Das Murmeltier kann beispielsweise nicht einfach in größere Höhen ausweichen, weil dort die Humusschicht zu dünn ist, um sich Höhlen zu bauen. Und der Lebensraum von Alpenpflanzen wird sich drastisch reduzieren. Einige Arten, werden in höheren Lagen anzufinden sein andere dagegen aussterben. „Paris braucht ein verbindliches Klimaabkommen“, so Maximilian Witting Klimaschutz-Experte des DAV. „Wenn sich die Regierungen nicht auf ein verbindliches Abkommen und klare Ziele einigen, werden die Alpen ihr jetziges Gesicht verlieren. Und mit den Alpen nahezu alle Gebirge der Welt. Für die betroffenen Menschen, Tiere und Pflanzen wird das fatale Folgen haben.“

 

Setzen Sie selbst ein Zeichen

Auch Sie können ein Zeichen setzen und auf die Dringlichkeit der Lage aufmerksam machen. Der Global Climate March – die Bewegung für Klimagerechtigkeit – vereint weltweit tausende verschiedene Aktionen. Hier finden Sie Veranstaltungen ganz in Ihrer Nähe.