dav-logo-freigestellt 120x57

Der Beitrag des DAV zum Klimaschutz

Nicht erst seit dem Start des Projekts „Klimafreundlicher Bergsport“ setzt sich der DAV für den Klimaschutz ein. Erfahren Sie mehr darüber, wie sich der Verein beteiligt.


Einzelne Sektionen sowie der Bundesverband haben bereits unterschiedliche Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt. Diese sind oft auch wesentlicher Bestandteil der Kooperation mit einzelnen Partnern. Mit dem Start des Projekts „Klimafreundlicher Bergsport“ werden diese, getreu dem Motto „tue Gutes und rede darüber“, nun stärker gebündelt und für Interessierte sichtbarer. Bereits bestehende Klimaschutzaktivitäten sind u.a. diese:

 

 

Klimaschutzinitiativen mit den Partnern

Bereits seit vielen Jahren unterstützen Unternehmen aus verschiedensten Branchen den DAV, u.a. auch bei der Durchführung einer Vielzahl von Projekten. Dabei spielt insbesondere die Verantwortung gegenüber der Natur, als zentrale Säule bei den Aktivitäten des DAV als Naturschutzverband, eine wichtige Rolle. Dies spiegelt sich aber auch bei der Auswahl der DAV-Partner wider; beispielhaft dienen dafür folgende gemeinsame Klimaschutzaktivitäten:

 

 

Partner der Bayerische Klima-Allianz

Seit mehreren Jahren schon bekennt sich der DAV zu seiner Verantwortung für den Klimaschutz. Genauer gesagt am 7. Juni 2011 unterzeichneten das Bayerische Staatsministerium und der Deutsche Alpenverein eine gemeinsame Erklärung zum Klimaschutz und besiegelten damit den Beitritt des DAV zur Bayerischen Klima-Allianz.

 

Die Partner sind sich einig, dass konsequentes Handeln aller gesellschaftlichen Akteure notwendig ist, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen und Klimaforschung zu fördern. Die Bayerische Klima-Allianz bietet hierfür die notwendige Plattform indem sie wichtige gesellschaftliche Gruppen und Verbände zusammenführt. Zentrale Handlungsfelder, sind unter anderem die Anpassung der Infrastruktur an den Klimawandel und die Vermeidung von CO2-Emissionen durch intelligente Formen der Mobilität. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die Rahmenbedingungen für eine zukünftige Energiepolitik auf der Basis regenerativer Energieträger und eine touristische Entwicklung in den Alpen, die Grundsätze der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt. In all diesen Bereichen vereinbarten die Bayerische Staatsregierung und der DAV eine intensive Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung.

 

Nähere Informationen zur gemeinsamen Kooperationsvereinbarung stehen Ihnen am Ende des Artikels als Download zur Verfügung.

 

Infrastruktur des DAV

Der DAV und seine Sektionen sind sich auch beim Unterhalt der großen Anzahl Hütten sowie der übrigen Infrastruktur (z.B. Kletteranlagen oder Geschäftsstellen) der Verantwortung für den Klimaschutz bewusst.

Kletterhallen und Sektionsgeschäftsstellen werden verstärkt im Hinblick auf schonenden Energieeinsatz errichtet bzw. optimiert. Beim Betrieb von Hütten spielen energieeffiziente Versorgung sowie ökologisch verträgliche Entsorgung eine zentrale Rolle.

 

Ziel ist die Modernisierung und der nachhaltige Betrieb der Hütten sowie deren Ausrüstung nach dem jeweils anwendbaren Stand der Technik. Bereits heute sorgen neueste Technologien für umweltverträgliche Abwasserreinigung und regenerative Energieversorgung. Neben Fotovoltaikanlagen werden – nach Abwägung aller Faktoren zu Natur- und Umweltverträglichkeit – beispielsweise auch Windkraftanlagen und kleine Wasserkraftanlagen eingesetzt. Weitere Anreize zum umweltverträglichen Betrieb von Hütten sollen zwei Konzepte geben, die im Folgenden näher vorgestellt werden.

 

 

AV-Hütten Kampagne „So schmecken die Berge“

Seit 1999 fördert der Deutsche Alpenverein im Rahmen der Initiative „So schmecken die Berge“ die Zusammenarbeit von Hüttenwirten, Bergbauern und regionalen Erzeugern von Lebensmitteln. Seit 2008 sind die Alpenvereine aus Österreich und Südtirol Partner und konnten bisher 100 der über 550 Hütten, die im Besitz der Alpenvereine sind, von der Initiative überzeugen.

 

Kernziele der Initiative sind u.a. die Förderung der regionalen Wirtschaft sowie der schonende Umgang mit Ressourcen und Energie. Teilnehmende Hütten sind dazu verpflichtet einen Teil der in ihren Speisekarten verwendeten Lebensmittel aus heimischer Erzeugung zu beziehen. Dies verkürzt Transportwege und ver- kleinert den CO2-Fußabdruck der Lebensmittel.

 

Nähere Informationen zu teilnehmenden Hütten finden Sie hier.

 

Umweltgütesiegel der Alpenvereine

Mit der Verleihung des Umweltgütesiegels möchte der DAV Sektionen wie Hüttenpächter motivieren einen entsprechenden Beitrag zum Schutz und zur Bewahrung von Natur und Umwelt zu leisten. Ähnlich der Kampagne „So schmecken die Berge“ ist auch das Umweltgütesiegels ein gemeinsames Projekt der Alpenvereine OeAV (Österreichischer Alpenverein), AVS (Alpenverein Südtirol) und DAV. Grundvoraussetzung dafür ist beispielsweise ein umweltgerechtes und energieeffizientes Bewirtschaften der Hütte. Zudem müssen alle bundes- und landesgesetzlichen Regelungen eingehalten werden. Neuinvestitionen für die Ver- und Entsorgungsanlagen sind dem aktuellen Stand der Technik anzupassen.

 

Wesentlicher Bestandteil des zugrundeliegenden Kriterienkatalogs ist auch die Einhaltung von sogenannten „Energie und Klimaschutz“-Richtlinien. Diese schließen unter anderem den Einsatz erneuerbarer Energiequellen sowie energiesparender Beleuchtungstechnik ein. Zudem ist die Verwendung von Kohle, Kohlebriketts oder Schwerölen als Energiequelle nicht gestattet.

 

Nähere Informationen über die vollständigen Vergaberichtlinien des Umweltgütesiegels stehen Ihnen hier als Download zur Verfügung.

 

DAV Aktion Schutzwald

Seit nunmehr 30 Jahren veranstaltet der DAV eine Mitmachaktion bei der jährlich über 100 freiwillige Helfer in mehr als 15 Aktionswochen zum Erhalt der Alpenwälder im Einsatz sind. In Kooperation mit dem Unternehmen Bayerische Staatsforsten (AöR) sowie der Bayerischen Forstverwaltung, die auch die fachliche Betreuung vor Ort übernehmen, werden von Anfang Juni bis Anfang Oktober u.a. mehrere Tausend Bäume zwischen Sonthofen und Bad Reichenhall gepflanzt, um Siedlungsgebiete vor Gefahren und den Lebensraum Alpen nachhaltig zu schützen. Gleichzeitig trägt diese Pflanzaktion dazu bei, die CO2-Aufnahmekapazität des Naturraums zu erhöhen.

 

 

Dieses langjährige gemeinsame Engagement blieb nicht unbeachtet und bekam den Umweltpreis für Hochlagenaufforstungsaktionen (1995) und den Alpinen Schutzwaldpreis (2007) verliehen. Der DAV Kooperationspartner DB Regio Bayern unterstützt dieses Engagement der DAV-Ehrenamtlichen mit kostenlos zur Verfügung gestellten Bayerntickets.

 

Nähere Informationen zur DAV Aktion Schutzwald finden Sie hier.

 

DAV Summit Club

Auch der DAV Summit Club, die Bergsteigerschule des Deutschen Alpenvereins, ist bereits aktiv am Klimaschutz beteiligt. Die klimafreundliche Anreise zu Bergreisen ist beispielsweise bei über 50 Angeboten bereits integriert. Bike-Techniktrainings wurden zum Teil in die deutschen Mittelgebirge verlegt, um Anreisewege für Norddeutsche Teilnehmer zu verkürzen – eingesparte Emissionen inklusive. Darüber hinaus ermöglicht der DAV Summit Club seit kurzem seinen Kunden bei der Buchung einen freiwilligen Umweltbeitrag in Höhe von 30 € zu leisten. Über zehn Prozent aller Kunden entscheiden sich bereits heute für die Spende des DAV-Mitgliederrabatts zu Gunsten des Klimaschutzes. Dieses Engagement unterstützt der DAV, indem er den gespendeten Mitgliederrabatt auf 60 € verdoppelt.

 

Von diesem Geld wird zur einen Hälfte der Geschäftsbereich des DAV Summit Club mit Hilfe der Non-Profit-Stiftung myclimate durch die Kompensation sämtlicher unvermeidbarer Emissionen klimaneutral gestellt. Mit der anderen Hälfte wird in die technologische Sanierung der eigenen Alpenvereinshütten investiert. Nach und nach werden DAV-Hütten energetisch saniert und mit umwelt- und klimafreundlichen Technologien ausgestattet. Schwerpunkt liegt auf umweltschonenden Heiztechnologien sowie der Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen.

 

Weitere Informationen über das Nachhaltigkeitsengagement des DAV Summit Club finden Sie hier.

 

DAV-GlobetrotterCard

Im Rahmen der Kooperation zwischen dem DAV und Globetrotter Ausrüstung, die unter dem Motto „Gemeinsam draußen unterwegs“ Interessierte an den Bergsport und alpine Naturerlebnisse heranführen, aber auch für den verantwortungsvollen Umgang mit der alpinen Umwelt sensibilisieren soll, gibt es seit Herbst 2011 die DAV-GlobetrotterCard exklusiv für alle DAV-Mitglieder.

 

Neben den eigenen Vorteilen unterstützen Karteninhaber mit Ihrer Karte die Klimaschutzbemühungen des DAV. Denn 1,5% aller Umsätze der DAV-Globe-trotterCards fließen an das DAV-Klimaschutzprogramm, das u.a. die energetische Sanierung von DAV-Hütten beinhaltet.

 

 

DAV-DB Regio Bayern Kooperation „Mit der Bahn in die Berge“

Die Kooperation zwischen DB Regio Bayern und dem DAV läuft mittlerweile seit fünf Jahren. In gemeinsamen Aktionen versuchen die Kooperationspartner Bergsportler für das Thema umweltfreundliche Mobilität zu sensibilisieren. Seit Frühjahr 2011 wirbt hierfür auch eine speziell gestaltete DAV-Lok mit dem Slogan: „Mit der Bahn in die Berge“.

 

Diese Kooperation spielt insbesondere im Rahmen des Projekts „Klimafreundlicher Bergsport“ eine wichtige Rolle, um mehr Bergsportler auf Möglichkeiten der alternativen Anreise aufmerksam zu machen und sie zur Nutzung des ÖPNV zu bewegen. Denn es gibt bereits einige Ausgangspunkte für Bergtouren die gut erreichbar sind, nur wird dies oftmals unterschätzt oder ist schlicht nicht bekannt. Im Tourenportal alpenvereinaktiv.com gibt es eine Sammlung an Touren, welche einfach und bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind.

 

Was in Zukunft geplant ist…

Insbesondere im Rahmen des Projekts „Klimafreundlicher Bergsport“ ist geplant Klimaschutz weiter in den Aktivitäten des DAV zu verankern und Sektionen wie Mitglieder zur aktiven Teilnahme zu ermuntern. In diesem Zuge ist die Broschüre mit Best-Practice-Beispielen über Klimaschutzinitiativen von einzelnen Sektionen entstanden. Die Maßnahmen reichen von Handlungsempfehlungen zur An- und Abreise bei Sektionsaktivitäten bis hin zur klimaneutralen Geschäftsstelle. Diese Ideen und Aktionen aus DAV-Sektionen sollen zum Nachmachen und Weiterdenken anregen.

 

Darüber hinaus ist es dem DAV ein Anliegen Bergsportler und die breite Öffentlichkeit mit Hilfe der diversen Medien des DAV sowie durch Tagungen und Diskussionsveranstaltungen für dieses Thema zu sensibilisieren, über die Zusammenhänge der globalen Erwärmung und deren Folgen im Alpenraum zu informieren und aufzuzeigen welchen Beitrag jeder einzelne zum Klimaschutz leisten kann. Die An- und Abreise ins Gebirge spielt dabei eine wesentliche Rolle, da sie meist mit dem eigenen Pkw stattfindet. Hier soll u.a. die Mobilitätsplattform auf alpenvereinaktiv.com ansetzen, auf der alternative und umweltfreundlichere Anreisemöglichkeiten aufgezeigt und angeboten werden.

 

Außerdem soll das Thema Klimaschutz künftig die Infrastruktur von DAV und Sektionen verstärkt prägen und in die Ausbildungs- und Tourenprogramme einfließen. Seit der Gründung des Naturschutzlehrteams 1990, das die Ausbildung der angehenden Tourenleiter im Bereich Natur- und Umweltschutz sicherstellt, haben sich der Klimawandel, die Folgen der globalen Erwärmung sowie der Klimaschutz zusehends zu einem Kernthema entwickelt.