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Den Bergwinter erleben

Faszination Skitourengehen

Skitourengeher im Obernbergtal, Tirol

Der Aufstieg zum Gipfel erfolgt aus eigener Kraft, nur über eine Spur im Schnee, die Abfahrt über ungespurtes Gelände, weitab vom Pistenbetrieb.

Eine faszinierende Natursportart aus der Frühzeit des Alpinismus, die in den letzten Jahren wieder großen Zulauf erfahren hat. Beliebt sind auch Skidurchquerungen von Hütte zu Hütte; zudem haben auch einige Hütten im Winter für Skitourengeher geöffnet.
 
Wer mit Tourenski ins winterliche Hochgebirge geht, braucht viel Können, Wissen und Erfahrung, um mit den Risiken umgehen zu können, besonders zur richtigen Einschätzung der Lawinengefahr (www.lawinen.org).

 

Die-10-DAV-Empfehlungen zum Skitourengehen.pdf , 219 kb

 

 

Skitouren auf Pisten

In den letzten Jahren hat sich eine weitere Form des Skitourengehens entwickelt: der Aufstieg am Rand von präparierten Pisten.
Gründe dafür sind unter anderem die problemlose Orientierung, die Sicherheit vor Lawinen auf geöffneten Pisten, keine anstrengende Spurarbeit, eine einfacher zu bewältigende Abfahrt und Spaß am Training.
 
Dabei kann es jedoch zu Konflikten und gefährlichen Situationen kommen:

 

  • mit Alpinskifahrern, die nicht erwarten, dass ihnen bei der Abfahrt jemand entgegenkommt.
  • mit den Liftbetreibern, beim Präparieren der Pisten nach Betriebsschluss.
 
Der DAV hat deshalb zusammen mit seinen Partnern Regeln aufgestellt, um diese Konflikte zu entschärfen: Alle Regeln und die regional geltenden Vereinbarungen können im Bereich „Natur und Umwelt“ nachgelesen werden.

 

Aufstiegsschilder Pisten-Skitouren

 

Wichtige Regeln für Skitouren auf Pisten

 

  • Aufstiege nur am Pistenrand vornehmen.
  • Dabei hintereinander, nicht nebeneinander gehen und auf den Skibetrieb achten.
  • Keinesfalls gesperrte Pisten begehen. Lokale Hinweise und Routenvorgaben beachten.
  • Größte Vorsicht und Rücksichtnahme bei Pistenarbeiten. Beim Einsatz von Seilwinden sind die Skipisten aus Sicherheitsgründen gesperrt.
  • u.a.

 

Skifahren im Tiefschnee

 Freeriding

Unter Freeriding oder Variantenfahren versteht man das Fahren abseits gesicherter Pisten im sogenannten freien Skiraum. Der Ausgangspunkt dieser Abfahrten wird meist mit kurzen Aufstiegen von einem Skigebiet erreicht.
Freeriden verspricht maximalen Abfahrtsgenuss mit geringst möglichen Aufstiegsmühen und legt den Schwerpunkt eindeutig auf die Abfahrt.
 
Vor allem die Tatsache, dass die Abfahrtsroute nicht durch einen vorherigen Aufstieg bekannt ist, macht die Beurteilung des Geländes hinsichtlich der Lawinengefahr und der Orientierung während der Abfahrt sehr anspruchsvoll.

 

Snowboard on tour

Selbstverständlich können Skitouren, Skihochtouren und Skidurchquerungen ebenso mit dem Snowboard unternommen werden. Der Aufstieg erfolg hier entweder mit Schneeschuhen, mit Kurzskiern oder mit einem speziellen Snowboard, einem sogenannten Splitboard. Ein Splitboard kann zum Aufstieg in der Mitte geteilt werden und wie Skier angeschnallt werden.
 
Die besondere Herausforderung beim Skitourengehen mit dem Snowboard besteht darin, dass durch die zusätzlichen Ausrüstungsgegenstände wie Schneeschuhe, Kurzski und Skistöcke zusätzliches Gewicht entsteht und somit konditionelle Fähigkeiten stark gefordert sind.
 

Wettkampf

Skibergsteigen als Wettkampfsport verbindet eine hohe Ausdauerleistung mit vielen technischen Fertigkeiten im Aufstieg und in der Abfahrt. Angeboten werden bei den Wettkämpfen in der Regel die Disziplinen Einzellauf, Teamlauf, Staffellauf und Vertical Race. Beim Vertical Race handelt es sich um ein reines Aufstiegsrennen ohne Skiabfahrten.
 
Die Streckenprofile können auch Aufstiegspartien enthalten, die nur zu Fuß oder durch Klettern bezwungen werden können.
Seit 2001 betreibt der Deutsche Alpenverein das Skibergsteigen auch als Leistungssport, trägt den DAV Skitourencup aus und stellt die Deutsche Nationalmannschaft Skibergsteigen auf.

Startphase Skibergsteigen Wettkampf Tambre

 

Sicherheit und Risikomanagement

Wer von einer Lawine erfasst und verschüttet wird, hat nur Überlebenschancen, wenn er möglichst schnell gefunden und ausgegraben wird.
Lawinen können jeden erfassen, der in schneebedeckten Hängen ab einer Neigung von ungefähr 30 Grad und steiler unterwegs ist.
 
Große Lawinen können zur Katastrophe werden und Bergdörfer, Straßen und Seilbahnen bedrohen. Im Lawinenwinter 1999 starben allein in Galtür 38 Menschen.
Auch ein kleinräumiges Schneebrett mit z.B. 50 m Breite, 40 m Länge und einer Dicke von nur 70 cm darf nicht unterschätzt werden: Die darin bewegten Schneemassen entsprechen rund sieben voll beladenen Lkws!
 
Wie entstehen Lawinen?
<img alt="Schneebrettlawine in " harmloser"="" hügellandschaft,="" fernauslösung="" durch="" den="" skifahrer="" im="" vordergrund="" (14.03.2010,="" südliches="" jotunheimen)"="" style="float: left; margin: 8px 8px 8px 3px" title="Schneebrettlawine in " cmsmedia="37891" cmsshowfull="1" cmsshowcaption="0" cmscaption="Schneebrettlawine in " jotunheimen),="" foto:="" a.="" bien"="" data-cke-saved-src="/chameleon/mediapool/37891.jpg" src="/chameleon/mediapool/37891.jpg" height="113" width="150">Der fallende Schnee lagert sich in Schichten ab, die eine sehr unterschiedliche Bindung untereinander haben können.
Bei großer Steilheit und schwacher Bindung zwischen den Schichten oder zum Untergrund kann die Schneeschicht abrutschen und als Lawine ins
Tal donnern. Auslöser für die Lawinen sind oft die Skifahrer selbst, aber auch starke Neuschneefälle, Erwärmung oder Regen.
 
Welche Lawinenarten gibt es?
  • Schneebrettlawinen sind für den Bergsteiger am gefährlichsten, weil sie auch in relativ flachen Hängen ausgelöst werden können; eine geringe Zusatzbelastung durch einen Schneeschuhgeheroder Snowboarder genügt manchmal schon. Hauptmerkmal ist das großflächige Abgleiten der obersten Schneeschichten auf einer tieferen Schicht. Ist die Verbindung zu einer tieferliegenden Altschneeschicht oder zum Boden weniger stark als die Belastung durch den Menschen, wird das Schneebrett ausgelöst.

 

  • Lockerschneelawinen bilden sich aus lockerem Schnee an der Schneeoberfläche. Die Auslösung beginnt an einem Punkt in relativ steilem Gelände, oft unter einer Wechte oder einem Felsen. Die Lawinenbahn verbreitert sich birnenförmig. Häufig sind es nur harmlose Rutscher aus trockenem Pulverschnee in Steilhängen, manchmal entstehen aber auch riesige Grundlawinen aus nassem Schnee, die bis ins Tal reichen und Bäume mit sich reißen können.
 

Die Lawinengefahr geht mit

In den vergangenen Jahren starben allein in den Bayerischen Alpen bis zu sechs Personen pro Jahr bei Lawinenunfällen. Dennoch muss man natürlich nicht auf Bergsport im Winter verzichten. Damit man auf jeden Fall gut durch den Winter kommt, ist eine verantwortungsvolle Planung und Durchführung der Tour von entscheidender Bedeutung.
 
Dafür bietet der DAV ein gutes Hilfsmittel an:
 
Snowcard-Flyer DAV SnowCard
Die Plastikkarte basiert auf dem amtlichen Lawinenlagebericht (LLB) sowie dem klassischen „Faktorencheck“ und hat sich in den vergangenen Jahren als wichtige Entscheidungshilfe für Skitourengeher, Freerider und Variantenfahrer bewährt. Mit Hilfe der DAV-SnowCard lässt sich das Risikopotential eines Hanges sowohl in der Planung als auch unterwegs optisch sehr gut darstellen. Dazu wird der Zusammenhang zwischen der Gefahrenstufe des LLB, der Hangsteilheit und der Hangexposition hergestellt und das Risikopotential farblich abgebildet.
 
Der genaue Ablauf der Tourenplanung ist im Begleitheft der DAV ausführlich dargestellt. Die rucksacktaugliche Karte kann im Internet unter www.dav-shop.de bezogen werden.
Infos auch unter www.av-snowcard.de
 

Lawinenlagebericht (LLB) lesen und verstehen!

Betrachtet man die Kerninformationen des Lageberichts, so lassen sich diese in drei Bereiche gliedern:
 
Wie gefährlich ist es heute?
Angabe der Gefahrenstufe
 
Wo liegen heute die Gefahrenstellen?
Angabe im Text des LLB nach Höhenstufe, Exposition und Geländeform (Steilheit und Hangform)

 

Was ist heute die Ursache für die Gefährdung bzw. mögliche Lawinenauslösung?

 

Diese drei Fragen müssen beim Lesen des LLB beantwortet werden:

 

 
Das Wie?. . .
ist relativ einfach umsetzbar, da laut einer Studie immerhin 64 Prozent der Skitourengeher die lokale Gefahrenstufe kennen.
 
Das Wo? . . .
lässt sich in drei Kategorien unterteilen: die Höhenstufe, die Exposition und die Geländeform mit Steilheit (z.B. Rinnen, Mulden, Hangkanten, Sonnenhänge). Diese Stellen werden als „Und-Verknüpfung“ betrachtet. Gefahrenstellen sind demnach Geländebereiche, auf die alle drei Kategorien (Höhenstufe, Exposition und Geländeform mit Steilheit) zutreffen.
 
Das Was? . . .
bezieht sich auf die Art und Ursache der Gefährdung sowie die allgemein nötige Zusatzbelastung für die Lawinenauslösung.
Die Arten der Gefährdung sind z.B. trockene oder feuchte Schneebretter oder Lockerschneelawinen; eine mögliche Ursache ist z.B. Triebschnee. Die Ursachen der Gefährdung können aber auch in einer Erwärmung liegen oder in einer Schwimmschneeschicht. Außerdem wird die Zusatzbelastung erfragt. Diese gibt Aufschluss, ob es ausreicht, eine Gefahrenstelle einzeln zu überqueren oder ob mit Selbstauslösungen zu rechnen ist.
 
 

Notfall Lawine

Das einzige effektive Mittel, jemanden schnell aus einer Lawine zu retten, ist die sofortige Kameradenhilfe. Um im Notfall nicht in Panik zu geraten und schnell und zielgerichtet suchen zu können, muss man üben. Viele Sektionen des DAV bieten deshalb den ganzen Winter über Lawinentrainings an.

 

Als Ergänzung dazu hat der DAV die DVD „Notfall Lawine“ im Programm. Sie zeigt sehr ausführlich, wie man sich bei einer Lawinenverschüttung verhalten soll. 
 
Standard-Notfallausrüstung:

 

  • Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS, umgangssprachlich auch Pieps)
  • Sonde
  • Schaufel
 
 
 
Diese drei Ausrüstungsgegenstände sind entscheidend für das rasche Auffinden und Ausgraben von Verschütteten. Der Gebrauch der Notfallausrüstung muss trainiert werden!
 
Zusätzliche Notfallausrüstung:

 

  • ABS-Rucksack mit Luftkissen an der Seite, die das „Untergehen“ in der Lawine verhindern können.
  • Avalung: Über ein Mundstück kann man Luft aus dem Schnee saugen. Die verbrauchte Luft wird beim Ausatmen nach hinten abgeleitet; so ist es möglich, im Schnee zu atmen und zu überleben.
  • Lawinenball: An einer langen Schnur befestigt bleibt der Lawinenball auf der Lawine liegen; die Ortung des Verschütteten wird durch Rückverfolgung der Schnur erleichtert
 

Logo von Check Your Risk

 

Check Your Risk

Seit CYR vor mittlerweile vier Jahren an den Start ging, wurden in Schulen vielfältige Sensibilisierungsangebote für Lawinengefahr kontinuierlich verbessert und erweitert.
 

 

 

 

Literaturempfehlung:

Alpin-Lehrplan 4, Skibergsteigen - Freeriding, BLV, ISBN 978-3-8354-0074-0

DVD Notfall Lawinen, DAV, ISBN 3-937530-17-7

 

Cover Alpin Lehrplan 4          Cover DVD Notfall Lawine     Zum DAV-shop


 

Cover Broschüre Erlebnis Bergwinter      Cover Checkliste Lawinen

 


Erlebnis_Bergwinter.pdf , 4,9 MB

 

DAV Checkliste Lawinen , 5,3 MB

 

Broschüre Lawinen Risikommanagement Teil I , 7,4 MB

 

Broschüre Lawinen Risikomanagement Teil II , 4,4 MB

 

Schwierigkeitsgrade-Skitouren.pdf , 66 kb

 

 

 

Bildergalerie Skitourengehen

  • Den Powder geniessen
  • Gluecklicher Skitourengeher vor Gipfel
  • Panorama vor der Abfahrt
 

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Der Fels ist schneller
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Der jüngste Granit der Alpen bildet im Bergell hinreißende Linien - bis hinauf auf aberwitzige "Fiamma".
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