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Faszination Hochtourengehen

Gletscher, Eisflanken, Firngrate, hohe Gipfel über dreitausend oder viertausend Meter: wer sich hier bewegt, ist auf Hochtouren unterwegs. Die schönsten Gipfel locken in den Alpen Österreichs, der Schweiz, Frankreichs und Italiens. Wer noch höher hinaus will, reist in die Anden oder den Himalaja und spricht dann vom Trekkingbergsteigen oder vom Expeditions- und Höhenbergsteigen.Auf Hochtouren ist die Seilschaft oder Gruppe gänzlich auf sich allein gestellt, ohne fremde Hilfe muss man sich in Schnee, Eis und Fels zurechtfinden. "Dünne" Luft und kalte Temperaturen machen die Unternehmungen noch anspruchsvoller als in mittleren Höhen. An Ausrüstung kommen Gurt, Seil, Steigeisen und Pickel dazu und müssen richtig eingesetzt werden.

 

Zum Anfang ratsam

Zuerst eine Ausbildung bei einer Sektion oder dem DAV Summit Club mitmachen, dann in Gruppen mit erfahrenen Leiterinnen und Leitern mitgehen. Erst wenn das nötige Können und Wissen vorhanden sind, kann man mit routinierten Begleiterinnen und Begleitern auf eigene Faust losziehen. Der starke Rückgang der Gletscher und das Abschmelzen von Eisflanken in Folge des Klimawandels haben viele Routen schwieriger und gefährlicher gemacht (vermehrter Steinschlag, größere Gletscherspalten etc.). Informieren Sie sich deshalb vor Antritt einer Hochtour über die aktuellen Verhältnisse und ob sich Änderungen bei der Spuranlage ergeben haben.

 

Tourenbedingungen

Entscheidend für das Gelingen einer Hochtour sind auch die aktuellen Verhältnisse. Wie ist der Gletscherzustand? Gibt es Probleme bei der Randkluft?

 

Solche und andere Themen werden in der Tourenverhältnisse-Datenbank des DAV von aktiven Hochtourengeherinnen und -gehern bereit gestellt.

 

Auch kann man selbst gemachte Erfahrungen einstellen. Nicht zu vergessen sind natürlich der aktuelle Wetterbericht, der Lawinenlagebericht im Winter und die Öffnungszeiten und Reservierungsmöglichkeiten für die meist nötigen Hüttenübernachtungen.

 

Expeditionen - Hochtouren der Extraklasse

Neben den viel wiederholten und vielfach gut erschlossenen Hochtouren in den Alpen, stellt auch das Bergsteigen und Klettern in den Bergen der Welt einen hohen Reiz dar. Alle Betätigungen, die dabei über das unschwierige Wandern beziehungsweise Trekking hinausgehen, werden im Allgemeinen als Expeditions- oder Höhenbergsteigen bezeichnet.

 

Was zeichnet eine Expedition im Hochtourenstil (Alpinstil/Lagerkette) aus? Eine Bergbesteigung ab 7000 Meter Höhe wird beispielsweise immer als Expedition eingestuft, da es sich ab hier in der Regel um stark vergletschertes und nicht mehr einfach zu begehendes Wandergelände handelt. Hinzu kommt die starke Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit wegen des niedrigeren Sauerstoffpartialdrucks in der Umgebungsluft. Zusätzlich sind die große Entfernung von der Zivilisation und somit fehlenden Infrastrukturen wie Straßen, Krankenhäuser, Unterkünfte u.v.a.m. typische Merkmale.  

 

Ein übergeordnetes Merkmal für alle Expeditionen ist der den Unternehmen teilweise innewohnende explorative, und auch erforschende Charakter, wenigstens aber das Betreten von Neuland bzw. sehr selten besuchten Gegenden. Eine für alle einsehbare Grundlage stellt die Begriffsdefinition für Expeditionen in der offiziellen Lehrschrift des DAV dar: Alpin Lehrplan Band 3 „Hochtouren – Eisklettern“  BLV-Verlag, München 2014, S. 140 (siehe auch Downloadbereich)


Für weitere Informationen zu Expeditionskader, Expeditionsversicherungen, Expeditionsförderungen bitte diesem Link folgen.

 

Literaturempfehlung:

Alpinlehrplan Band 3, Hochtouren – Eisklettern, ISBN  978-3-8354-1149-4, BLV Verlag

 

Der Alpinlehrplan behandelt sämtliche wichtigen Aspekte zum Thema Hochtouren sowie Eisklettern und bietet sowohl Anfängern als auch Fortgeschrittenen alle Informationen. 

 

Erhältlich im DAV-Shop