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Die Forschungsberichte des IPCC

Wie sind die Berichte des IPCC aufgebaut? Und welche Bedeutung haben sie für die internationale Klimapolitik? Der DAV fasst die wichtigsten Fakten für Sie zusammen!


Seit der Gründung 1988 durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP = United Nations Environment Programme) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO = World Meteorological Organization) verfolgt der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change - auch bekannt als Weltklimarat) das Ziel in regelmäßigem Abstand (alle 5-6 Jahre) den wissenschaftlichen Kenntnisstand zur globalen Klimaerwärmung für politische Entscheidungsträger zusammenzutragen. Als Konsensposition innerhalb der klimatologischen Fachwelt sind die Sachstandsberichte seit Jahren die dominierende Basis der politischen und wissenschaftlichen Diskussionen über die globale Erwärmung.

 

Zusammensetzung der Berichte

Die Sachstandsberichte sind jeweils in drei Arbeitsgruppen unterteilt, die die Ergebnisse der einzelnen Disziplinen in einer Langfassung und einer Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger zusammenstellen:

 

  • AG I befasst sich mit den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimasystems und der Klimaänderung (Bericht verabschiedet im September 2013);

 

  • AG II befasst sich mit den Folgen und zukünftigen Risiken des Klimawandels, der Verwundbarkeit sozioökonomischer und ökologischer Systeme sowie Möglichkeiten der Anpassung (Bericht verabschiedet im März 2014);

 

  • AG III befasst sich mit Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels (z.B. Klimaschutz) (Bericht verabschiedet im April 2014).

 

Der übergreifende Synthesebericht wurde Anfang November 2014 von den Regierungen verabschiedet und veröffentlicht.

 

Aufgabe des IPCC

Bei der Zusammenstellung der Berichte kommt dem IPCC eine besondere Rolle zu. Er selbst betreibt keine Forschung, vielmehr besteht die Aufgabe der beteiligten Akteure darin, vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse zusammenzutragen und auszuwerten.

 

Unabhängige Begutachter (Review Editors) haben dabei die Aufgabe die Qualität zu sichern und einen wissenschaftlichen Konsens herzustellen.

 

Umfang der Berichte

Wie schwer und langwierig dies sein kann, zeigt ein Blick auf Beteiligungszahlen. Allein am Bericht der Arbeitsgruppe I waren weltweit über 800 Fachleute aus Wissenschaft sowie Privatwirtschaft als Haupt- und Co-Autoren beteiligt. Außerdem gingen in den drei Begutachtungsrunden ca. 50.000 Kommentare von über 1.000 Fachgutachtern ein; über 9.000 Studien wurden im Bericht zitiert.

 

Hierbei handelt es sich im Regelfall nur um anerkannte Forschungsergebnisse, die in einem sogenannten Peer-Review-Verfahren von anderen Wissenschaftlern bereits begutachtet wurden. Ausnahmen für „graue Literatur“, Publikationen für die es keine externe Begutachtung gibt, sind nur in begründeten Fällen zulässig (z.B. für regionale Auswertungen).

 

Schlussendlich wird bei mehrtägigen Plenarsitzungen Satz für Satz der etwa 30-seitigen Zusammenfassungen für politische Entscheidungsträger von den 195 beteiligten Regierungen verabschiedet. Durch ihre Zustimmung erkennen sie die wissenschaftlichen Aussagen der Berichte an.

 

Bisher erschienene IPCC-Berichte

Folgende Sachstandsberichte wurden bislang veröffentlicht:

 

  • 1. Sachstandsbericht       1990
  • 2. Sachstandsbericht       1995
  • 3. Sachstandsbericht       2001
  • 4. Sachstandsbericht       2007

 

 

Hilfreiche Weblinks

Weiterführende Informationen über den IPCC, seine Arbeit sowie diverse Publikationen finden Sie unter folgenden Links:

 

www.ipcc.ch (in Englisch)

www.de-ipcc.de (in Deutsch)

 

 

Sollten Sie sich darüber hinaus für Klimaszenarien interessieren, bieten Ihnen die folgenden Links einen guten Überblick:

 

Klimaszenarien global bis regional

Klimaszenarien Deutschland

Österreichischer Sachstandsbericht Klimawandel 2014