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Dalai Lama ruft zum Klimaschutz auf

20.10.2015, 13:20 Uhr

Kurz vor der Klimakonferenz in Paris richtet der Dalai Lama einen Appell für einen konsequenten Klimaschutz an die Regierungsvertreter und Verhandlungspartner.


Der Juli 2015 war der weltweit heißeste Monat, der jemals gemessen wurde. 2014 war bisher das heißeste Jahr aller Zeiten - und wird aller Voraussicht nach von diesem Jahr noch übertroffen werden. Das hat dramatische Auswirkungen auf die Gletscher der Alpen. Viele sind in den letzten 150 Jahren um mehr als die Hälfte geschrumpft. Die weißen Alpen, sie verschwinden langsam.

 

Die Alpen sind aber bei weitem kein Einzelfall. Auch weltweit schmelzen dieses Jahr die Gletscher im Rekordtempo. Oftmals hat das katastrophale Konsequenzen: Tajikistan steht vor einer massiven Trinkwasserkrise, denn seine Trinkwasserversorgung hängt zu 70 % von Schmelzwasser aus Gletschern ab. Sogar die Gletscher im tibetischen Hochplateau im Himalaya, auch bekannt als "Dach der Welt", sind von der massiven Gletscherschmelze bedroht.

 

Klare Botschaft des Dalai Lama

Nicht nur deshalb hat sich der Dalai Lama in einer Video-Botschaft für konsequenten Klimaschutz ausgesprochen. In seinem Statement führt der Dalai Lama die Verantwortung des Menschen für die durch ihn selbst verursachten Probleme vor Augen. Er fordert konkrete politische Schritte, insbesondere weil die Menschen in Indien, Pakistan, China und Bangladesch von der Wasserversorgung aus dem Himalaya abhängig seien. Seine Botschaft richtet er an die Klimakonferenz COP 21, die Anfang Dezember 2015 in Paris stattfindet. Die Chancen stehen gut, dass dort das wichtigste Klimaabkommen seit dem Kyoto-Protokoll beschlossen wird.

 

 

Vorbereitungen zur COP 21 in Paris

Diplomaten aus 196 Ländern trafen sich bereits in Bonn, um ein weltweites Klimaabkommen vorzubereiten. Ohne dieses Abkommen steuert die Welt auf eine Erwärmung von bis zu vier Grad Celsius zu. Das hätte katastrophale Folgen. Die bisher eingereichten Klimaschutzziele für Paris würden die globale Erwärmung immerhin auf 2,7 Grad reduzieren (Mehr dazu unter climateactiontracker.org). Viele Staaten und NGOs wie Greenpeace fordern, die Pariser Klimaschutzziele alle fünf Jahre zu überprüfen und ehrgeiziger zu gestalten.

 

Ein Gastbeitrag von Andreas Sieber