Info

Alpenverein, Bergführer, Bergwacht und Nationalpark informieren

Sicher auf den Watzmann

Start vom Watzmannhaus, Foto: Hans Herbig

Der Watzmann ist mit 2713 Metern der höchste Berg im Berchtesgadener Land. Er liegt im Süden der Gemeinden Berchtesgaden, Schönau und Ramsau in den Berchtesgadener Alpen und ist das zentrale Bergmassiv im Nationalpark Berchtesgaden.

 

Der Nationalpark Berchtesgaden ist mit Wegen und Unterkunftshütten touristisch gut erschlossen, so dass jedes Jahr tausende Wanderer, Bergsteiger und Erholungssuchende im Gebiet unterwegs sind. Nicht immer sind die Besucher richtig vorbereitet und manche verhalten sich falsch. Dies führt dazu, dass es immer wieder zu Notlagen und Unfällen mit schwierigen Bergrettungseinsätzen kommt.

 

Drei wesentliche Aussagen können zu Beginn getroffen werden:

 

1. Es ist zwar voll am Watzmann, aber nur an bestimmten Tagen, zu bestimmten Zeiten und an bestimmten Stellen!

2. Der Berg wird von zahlreichen Bergsteigern stark unterschätzt!

3. Eine gründliche Tourenplanung und Fitness senken das Risiko!

 

Deshalb wollen der Deutsche Alpenverein, die Bergwacht Bayern, der Nationalpark Berchtesgaden und der Verband der deutschen Berg- und Skiführer den Bergsteigern wichtige Informationen über die Hauptrouten und vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen geben.

 

Watzmannmassiv-Karte: Rolle-Kartografie, Holzkirchen    Routen 1a - 1e:

   Zustiege zum Watzmannhaus

   Route 2:

   Watzmannhaus - Hocheck

   Route 3:

   Watzmann-Überschreitung

   Route 4:

   Watzmann-Ostwand

 

 

 

 

 

 

 
 
 
 
 
 

 

 

Flyer: Der Watzmann - Sicher auf den König der Berchtesgadener Alpen

 
Cover Sicher auf den Watzmann Die wichtigsten Informationen zu den Aufstiegen, Tipps zu Tourenplanung und Risikomanagement und zu Hütten, Sektionen, Bergführern, Nationalpark und Bergrettung sind im Flyer "Sicher auf den Watzmann" zusammengefasst.
 
Hinweis: Der Flyer ersetzt nicht die Mitnahme von Karte, Führer und weiterem Material.

 

Sicher auf den Watzmann.pdf , 2,3 MB 

 

Der Flyer kann gegen Einsendung eines frankierten und adressierten Rückumschlags im Format DIN lang beim DAV (Deutscher Alpenverein, Von-Kahr-Str. 2-4, D-80997 München) bestellt werden.

 

Watzmann-Hocheck, Foto: Jörg Bodenbender Verlag Watzmannhaus - Hocheck

Markierter, hochalpiner Steig, an einer Stelle Drahtseile (AV-Weg Nr. 441). Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind notwendig. Das Hocheck ist der am einfachsten ersteigbare Watzmanngipfel. Vom Watzmannhaus erst wenig steil in Südwestrichtung aufwärts, dann in Kehren auf schrofigem Steig bis unter die Hocheck-Schulter. Ein Steilaufschwung („Hochstieg“) wird an Sicherungen überwunden. Danach immer westlich der Gratlinie über Schrofen und Geröll (Steigspur), zuletzt über glatte, unschwierig begehbare Felsen zum Hocheck mit seinen zwei Gipfelkreuzen.

 

Besonderheiten:

  • Besonders bei drohendem Gewitter oder Schlechtwettereinbruch sollte keinesfalls über den exponierten Watzmanngrat weiter gegangen werden.
  • Durch die Höhenlage ist bei Wetterumstürzen auch im Sommer mit Schnee zu rechnen.

 

 

Watzmanngrat-Überschreitung, Foto: Jörg Bodenbender Verlag Watzmanngrat - Überschreitung

 

Markierte, nicht durch gehend versicherte Gratüberschreitung in Absturzgelände, die nur bei bestem Wetter und schnee-/eisfreiem Fels unternommen werden sollte (AV-Weg Nr. 441). Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Klettergewandtheit sind notwendig. Viele Stellen Schwierigkeitsgrad I–II, zahlreiche Versicherungen. Eine schöne wie anspruchsvolle Unternehmung, die – besonders wegen dem Abstieg ins Wimbachgries – nicht unterschätzt werden darf. Bei Zeitverzug, aufziehendem Schlechtwetter oder Konditionsschwäche sollte an der Mittelspitze umgekehrt werden.

Von der Südspitze markierter Steilabstieg (AV-Wege Nr. 441/421) zur Wimbachgrieshütte. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Klettergewandtheit, Ausdauer und bis zum letzten Meter Konzentration erforderlich. Längere Passagen im Schwierigkeitsgrad I und gesicherte Stellen.

 

Besonderheiten:

  • Beim Abstieg teilweise erhebliche Steinschlaggefahr durch höher oben Steigende.
  • Bei Nebel im Geröll (oder Schnee) des Oberen Schönfelds schwierige Orientierung.
  • Besonders bei drohendem Gewitter oder Schlechtwettereinbruch sollte keinesfalls über den exponierten Watzmanngrat zurückgegangen werden.
  • Kein Klettersteig mit durchgehendem Stahlseil
  • Durch die Höhenlage ist bei Wetterumstürzen auch im Sommer mit Schnee zu rechnen.
  • Der Versuch, bei Notlagen in die Westflanke abzusteigen, hat schon mehrfach zu Unfällen geführt. Das Gelände sieht von oben unschwierig aus, es folgen aber bald Steilabbrüche!
  • Kein Mobilfunknetz im Abstieg von der Südspitze bis zur Wimbachgrieshütte!

 

 

Watzmann Ostwand, Foto: Jörg Bodenbender Verlag Watzmann - Ostwand

 

Die Ostwand des Watzmanns erstreckt sich über eine Höhe von 1.800 Metern bis zum Gipfel der Watzmann Südspitze. Damit ist sie die längste durchgehende Felswand der Ostalpen. Seit 1881 der Kederbacher genannte Bergfüher Johann Grill die Wand das erste Mal durchsteigen konnte, haben hier mehr als 100 Bergsteiger ihr Leben gelassen. Viele Alpinisten unterschätzen die Länge der Ostwand, die eine Durchsteigung sehr anspruchsvoll macht. Auch die Wegfindung  in der Wand stellt hohe Anforderungen. Ohne staatlich geprüften Bergführer sollten sich weniger Erfahrene nicht an einer Durchsteigung der Ostwand versuchen (Kontaktadresse siehe Seite xx).

Besonderheiten:

  • Nur bei sehr stabilem Wetter einsteigen. Wegen der Altschneereste, die sich sehr lange halten, sind der Hochsommer und Herbst die beste Zeit für das Unternehmen.
  • Solides und meist seilfreies Klettern im 3ten Grad erforderlich.
  • Keine Zeit im schrofigen unteren Teil verlieren.
  • Nach Regenfällen und starker Taubildung in der Nacht ist der untere Teil bis zur großen Schuttrinne lange nass.
  • Sehr früher Aufbruch nötig; Wer Zeit hat, sollte früher anreisen, und sich den ersten Teil ab der Eiskapelle am Vorabend anschauen.
  • Die Altschneereste auf den markanten nach aussen geneigten Bändern sind bis in den Sommer hinein eine akute Gefahr!
  • Kein Mobilfunknetz im Abstieg von der Südspitze bis zur Wimbachgrieshütte!

 

 

Titel-BY-21-Karte Watzmann Karten und Führer

  • Alpenvereinskarte BY 21  Nationalpark Berchtesgaden, Watzmann, 1:25.000
  • Berchtesgadener Alpen Alpinführer: Alle Routen für Wanderer und Bergsteiger; Bernhard Kühnhauser; Rother Verlag, 2011
  • Watzmann-Ostwand-Führer, Franz Rasp, Rother Verlag, 2007
  • Bergerlebnis Watzmann: Unterwegs im Herzen der Berchtesgadener Alpen: Flyer, DAV-Sektion München

 

Alpenvereinswetterbericht und Verhältnisse

 

Alpine Auskunft DAV-Sektion Berchtesgaden:

Von  Anfang Juni bis Ende September
Montag bis Freitag von 16.00 - 18.00 Uhr
Tel.: 0049 (0)8652 - 976 46 15
mail: alpine-auskunft[Klammeraffe]dav-berchtesgaden[Punkt]de

 

HdB Logo Nationalparkzentrum „Haus der Berge“

Hanielstraße 7

83471 Berchtesgaden

Telefon: +49 8652 979060-0

www.haus-der-berge.bayern.de

www.nationalpark-berchtesgaden.bayern.de

 

Königssee-Schiffahrt

www.seenschifffahrt.de/koenigssee/

 

Ausrüstung

Auf Luxus verzichten – nur mitnehmen, was gebraucht wird. Ein zu schwerer Rucksack verdirbt den Spaß an der Tour und stellt ein Sicherheitsrisiko dar!

 

Ein Erste-Hilfe-Set sollte immer dabei sein!

Eine praktische Rucksackapotheke gibt es auch beim DAV-Shop: www.dav-shop.de

 

 

Watzmannhaus, Foto: Thomas Gesell

 

Übernachtung auf Watzmannhaus und Wimbachgrieshütte

Die zwei zentralen „Watzmannhütten“ im Nationalpark bieten Schlafplätze an, so dass sich die Touren auf den Watzmann auf zwei oder drei Tagesetappen aufteilen lassen. Vor allem an Wochenenden und während der Ferienzeiten empfiehlt sich jedoch eine frühzeitige telefonische Reservierung der Schlafplätze bei den Hüttenwirten. Wer seine Tour nicht, nur in einer kleineren Gruppe oder verspätet antreten kann, wird gebeten, vorab die Hüttenwirte über die Änderungen zu informieren.

 

Checkliste zur Tourenplanung

Ihre Watzmann-Tour ist gut geplant, wenn Sie die folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten können:

 

  • Ich habe eine gute Kondition, bin sehr trittsicher und absolut schwindelfrei und habe schon vergleichbare Touren gemacht.
  • Ich habe mich über die Tour in AV- Führer, Karten und/oder Internet informiert.
  • Ich kenne die Schlüsselstellen und habe dafür eine gute Taktik.  Zu dieser Taktik gehören auch das Festlegen von Umkehrpunkten.
  • Ich habe Alternativen, falls meine Vorstellung nicht der Realität entspricht.
  • Die aktuellen Verhältnisse und das Wetter erlauben diese Tour.
  • Die Gruppenhierarchie ist klar geregelt. Alle Gruppenmitglieder sind informiert, gesund und fit.
  • Ich habe Zeit für mehrere Pausen einkalkuliert.
  • Meine Rückkehr wird rechtzeitig sein, so dass Reservezeit bis zum Einbruch der Dunkelheit bleibt.
  • Ich habe die passende Ausrüstung dabei.
  • Ich habe Angehörige oder Hüttenwirte informiert. (Ändern sich Ihre Pläne unterwegs, müssen Angehörige bzw. Hüttenpächter ebenfalls informiert werden, um unnötige Suchaktionen zu vermeiden.)

 

 

 

 

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