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Sportklettern in Kletterhallen und Klettergärten

Sicherungsgeräte-Empfehlung

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Bei jedem Sicherungsgerät muss der Partnercheck durchgeführt werden, Foto: DAV/Thilo Brunner

 

Der Deutsche Alpenverein empfiehlt Halbautomaten für die Sicherung beim Sportklettern in Kletterhallen und Klettergärten. Sie bieten dort einen Sicherheitsvorteil gegenüber dynamischen Sicherungsgeräten.

 

Der Begriff „halbautomatische Sicherungsgeräte“ beziehungsweise "Halbautomaten" bezeichnet alle Sicherungsgeräte mit Blockierunterstützung. Geräte ohne Blockierunterstützung (Tube, HMS) werden als „dynamische Sicherungsgeräte“ bezeichnet. Letztere sind in besonderen Situationen von Vorteil.

 

Ob Halbautomat oder Tube/HMS: Jedes Sicherungsgerät hat in seiner Handhabung Eigenheiten. Nur wer diese kennt und beherrscht, kann korrekt sichern und dadurch Anwendungsfehler vermeiden. Qualifizierte Ausbildung und Üben sind daher unerlässlich.

 

Das ist beim Sichern mit allen Geräten unerlässlich:

  • Konsequente Einhaltung des „Bremshandprinzips“ (die Bremshand umschließt immer das Bremsseil)
  • Bewegungsroutine beim Seil-Ausgeben, -Einholen, -Blockieren und -Ablassen
  • Erfahrung im Halten von Stürzen
  • Beachtung des Gewichtsunterschieds in der Seilschaft
  • Berücksichtigung der Handkraft (und entsprechende Wahl des Gerätes)
  • Richtige Positionierung vor der Wand, insbesondere bei Kletternden in Bodennähe
  • Reduzierung der Schlappseilmenge auf das Nötigste, insbesondere beim „bodennahen Sichern“
  • Ständige Aufmerksamkeit

 

Welchen Vorteil haben Halbautomaten?

In künstlichen Kletteranlagen und Felsklettergärten ist man leicht abgelenkt. Unaufmerksamkeit kann schnell zu einem schweren Unfall führen. Halbautomaten erhöhen aufgrund ihrer Blockierunterstützung die Chance, dass trotz Sicherungsfehler ein Bodensturz verhindert wird.

 

Vor allem an künstlichen Kletterwänden verläuft das Seil oft geradlinig und reibungsarm. Ein Großteil der Sturzenergie kommt deshalb als Sturzzug beim Sicherungsgerät an. Dünne und glatte Seile verschärfen diese Problematik. Während dynamische Sicherungsgeräte hier viel Handkraft und Bewegungsroutine zum Halten von Stürzen erfordern, bietet die Blockierunterstützung der Halbautomaten den Vorteil, dass die Blockierfunktion nicht von der Handkraft abhängt.

 

Was für dynamische Sicherungsgeräte spricht: in bestimmten Situationen kann man im Sturzfall kontrolliert Bremsseil nachgeben. Dieses so genannte gerätedynamische Sichern kann z.B. allzu hartes Anschlagen der Stürzenden an die Wand verhindern. Wenn die im Vorstieg kletternde Person deutlich leichter ist als der oder die Sichernde, kommt dieser Vorteil besonders zum Tragen. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich dieser Dämpfungseffekt aber auch mit Halbautomaten erzielen, und zwar durch so genanntes körperdynamisches Sichern. Dabei lässt sich der Sichernde vom Sturzzug dosiert mitziehen.

 

Der Sicherheitsgewinn vom gerätedynamischen Sichern zum körperdynamischen Sichern ist allerdings in den meisten Situationen nicht so hoch zu bewerten wie der Sicherheitsgewinn durch die Blockierunterstützung. Unter dem Strich bieten Halbautomaten also einen Sicherheitsvorteil. Dies gilt insbesondere für Kletterneulinge, für leichte Sichernde, für Sichernde mit wenig Erfahrung im Halten von Stürzen und für Situationen, in denen Ablenkung und Unaufmerksamkeit wahrscheinlich sind.

 

Abseits von Kletterhalle und Klettergarten

Im Mehrseillängenbereich sind HMS und Tube weiterhin die Standardsicherungsgeräte. Um deren Handhabung zuverlässig zu beherrschen, müssen auch diese Sicherungsgeräte wie bisher in der Kletterhalle und im Klettergarten intensiv geschult und trainiert werden.

 

Nach wie vor gilt: Das schwächste Glied in der Sicherungskette ist die oder der Sichernde. Die Unfallanalyse zeigt: Ursache Nummer eins ist menschliches Fehlverhalten und nicht das Sicherungsgerät.

Deutscher Alpenverein, 16.06.2015

 

Sicherungsgeräte-Empfehlung des DAV.pdf , 138 kb

 

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