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Lead - Speed - Bouldern

Die drei Disziplinen im Wettkampfklettern

Durch Eigenschaften wir Kraft, Athletik, Ästhetik, Körperbeherrschung und Energie hat das Klettern in den letzten Jahren ständig an Beliebtheit bei allen Alters- und Zielgruppen gewonnen: Das Spektrum reicht dabei vom Gesundheits- und Freizeitsport bis hin zum Klettern als Wettkampfsport. Dabei stellen die drei Disziplinen im Wettkampfklettern jeweils unterschiedliche Anforderungen an die Athleten:

 

Lead

Ist die bekannteste Disziplin des Kletterns und seit mehr als zwanzig Jahren als Wettkampfsportart etabliert. Geklettert wird mit Seil nach den Anfängen am "echten Fels" in den achtziger Jahren mittlerweile ausschließlich an ca. 10-20 Meter hohen Kunstwänden, wobei vor allem Kraft, Ausdauer sowie technische und taktische Finesse gefragt sind. Ziel beim Lead ist es, eine Route innerhalb eines festen Zeitlimits möglichst sturzfrei zu meistern, bzw. in dieser Route möglichst höher als die Konkurrenten zu klettern. Dabei muss der Kletterer im Vorstieg alle Zwischensicherungen selbst einhängen. Im Wettkampf wird meist in zwei verschiedenen Modi geklettert: Die Qualifikation findet im sog. Flash-Modus statt, bei dem die Kletterer ihre Konkurrenten beobachten können, bzw. zu Beginn des Wettkampfes ein Routenbauer die Route demonstriert. Im Finale wird dann "onsight" geklettert: Hier müssen die Kletterer vor dem Finale in eine Isolationszone und haben 6 Minuten Zeit sich gemeinsam mit den anderen Finalisten die Route anzusehen und die Griffabfolgen einzuprägen. Dann geht es wieder zurück in die Isolation und die Kletterer werden einzeln aufgerufen und haben somit nicht die Möglichkeit aus den Fehlern der anderen zu lernen. Diese Begehungsform gilt als "Königsdisziplin" des Kletterns.

National bewegen sich hier die geforderten Schwierigkeiten bei den Herren im Bereich 9+ bis 10+ (7c+ bis 8b/b+) und bei den Damen von 9- bis 10- (7b+ bis 8a+).
 

Bouldern

Bouldern bedeutet Klettern in Absprunghöhe ohne Seil, wobei Weichbodenmatten einen eventuellen Sturz abfangen.  Beim Bouldern geht es um das Bewältigen möglichst schwerer Einzelzüge oder Bewegungsabläufen. Dabei ist Schwierigkeit beim Bouldern schon lange nicht mehr gleichbedeutend mit möglichst kleinen Griffen: Wer bei Boulderwettkämpfen vorne mit dabei sein will, braucht neben einem hohen Maß an Athletik auch eine sehr gute Beweglichkeit sowie ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen. Boulderprobleme mit großem Schwierigkeitsgrad verlangen häufig sehr akrobatische Bewegungsabläufe, Sprünge oder ungewöhnliche Körperpositionen. Durch seine spektakulären Bewegungen, viel Action in kurzer Zeit sowie den zuschauerfreundlichen Wettkampfmodus hat sich das Wettkampfbouldern in den letzten Jahren zunehmend zu einem Zuschauermagneten entwickelt.

Um auf nationaler Ebene mitmischen zu können, sollten sich die männlichen Aspiranten sicher im Bereich Fb 7c-8a und die Damen im Bereich Fb 6c-7b bewegen können.

 

Speed

Beim Speedklettern ist der Name Programm: die Geschwindigkeit entscheidet über den Sieg. Dabei sind vor allem Schnell- und Maximalkraft sowie hohe Greif- und Trittpräzision trotz höchster Geschwindigkeit gefragt. Im Zuge eines Wettkampfes über mehrere KO-Runden, bei denen die Kletterer jeweils gegeneinander antreten, entscheidet auch die Schnellkraftausdauer über hop oder top. In Deutschland hat Speedklettern noch keine so lange Tradition wie in Russland und Osteuropa, ist jedoch in den letzten Jahren kontinuierlich auf dem Vormarsch. Mittlerweile gibt es eine standardisierte Speedwand mit einer festen Abfolge von Griffen, an der nun auch Weltrekorde möglich sind. Die Kletterer müssen am Ende der Route einen Buzzer betätigen, der die Zeit anhält. Gesichert wird beim Speed mit Seilsicherung von oben (toprope).
 

Hier eine Übersicht über die Chronologie des Deutschen Rekords an der 15m-Wand:

Herren

  • 8,58 sec, Fabian Bosler, Mailand 2011
  • 8,54 sec, Simon Bosler, Edinburgh 2011
  • 7,91 sec, Fabian Bosler, München 2011
  • 7,80 sec, Joshua Bosler, München 2013
  • 7,70 sec, Joshua Bosler, Imst 2013

Damen

  • 12,80 sec, Isbaell Haag, Mailand 2011
  • 12,01 sec, Isabell Haag, München 2011

Junioren

  • 8,54 sec, Simon Bosler, Edinburgh 2011
  • 7,95 sec, Maximilian Porscha, München 2011

Juniorinnen

  • 12,80 sec, Isabell Haag, Mailand 2011
  • 12,01 sec, Isabell Haag, München 2011

A männlich

  • 14,57 sec, Daniel Ebrecht, München 2011
  • 9,60 sec, Joshua Bosler, Balingen 2012
  • 9,52 sec, Joshua Bosler, München 2012
  • 9,18 sec, Joshua Bosler, Chamonix 2012
  • 8,37 sec, Joshua Bosler, Edinburgh 2013
  • 7,80 sec, Joshua Bosler, München 2013
  • 7,70 sec, Joshua Bosler, Imst 2013

A weiblich

  • 15,62 sec, Anja Schreiber, Edinburgh 2011
  • 14,87 sec, Anja Schreiber, München 2011
  • 14,08 sec, Hanne Schächtele, Balingen 2012
  • 13,48 sec, Hanne Schächtele, München 2012
  • 12,01 sec, Hanne Schächtele, München 2013

B männlich

  • 10,97 sec, Joshua Bosler, Edinburgh 2011
  • 10,03 sec, Joshua Bosler, Chamonix 2011

B weiblich

  • 13,95 sec, Hanne Schächtele, Edinburgh 2011
  • 13,91 sec, Florence Grünewald, Edinburgh 2013
  • 13,62 sec, Florence Grünewald, München 2013
  • 13,48 sec, Florence Grünewald, Imst 2013
  • 12,42 sec, Florence Grünewald, Edinburgh 2014
 

Reglement Klettern

Wettkampf Infos

Mehr erfahren

Welche Regeln müssen beim Wettkampfklettern befolgt werden und was braucht ein Athlet um bei den nationalen Wettkämpfen starten zu dürfen? Wie kommt ein Athlet an die Nationale Startlizenz? 

Der internationale Kletterverband IFSC (International Federation of Sport Climbing) hat ein umfassendes Regelwerk für alle den Wettkampfbereich betreffenden Punkte verfasst. Dieses Reglement ist Grundlage für alle nationalen Wettkämpfe und wird durch das „Nationalen Regelwerk Klettern“ lediglich erweitert. Das Grundlagenpapier des Sportkletterns als Wettkampfsport ist die Sportordnung des DAV. Detaillierte Bestimmungen für Lead-, Speed- und Boulderwettkämpfe in Deutschland enthält das Nationale Regelwerk Klettern. Dieses ist für alle Aktiven und für die Wettkampfjury bindend. Das Regelwerk kann unten als pdf-File heruntergeladen werden. Grundlage hierfür sind die Internationalen Wettkampfbestimmungen. Diese sind auf internationalen Wettkämpfen der IFSC für teilnehmende Athleten bindend. Angewendet wird das Reglement auf allen DAV-Sportkletterwettkämpfen von den DAV Schiedsrichtern und DAV Routenbauern.