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10. Internationales Jugendcamp Skibergsteigen

Träume von Gold und Pulverschnee

13.12.2016, 11:24 Uhr


Echtes Rennfeeling schnuppern - das war für alle Nachwuchssportler Teil des diesjährigen internationalen Skitourencamps für Jugendliche von 12-19 Jahren in Obertauern. Auch wenn Neuschnee in diesem Jahr Mangelware war, so ziehen die Veranstalter Deutscher Alpenverein und Skimo.at eine sehr positive Bilanz der 10. Auflage des Camps.

 

„Wer inspiriert hier wen?“

Das fragte sich nicht nur der Teamcoach der deutschen Nationalmannschaft, Bernhard Bliemsrieder, der den Kids beim Jugendcamp über die Schultern schaute. Denn wer die mehr als 44 Jugendlichen in diesen vier Tagen miterlebt hat, der hat unweigerlich auch die sprühende Begeisterung fürs Skibergsteigen gespürt. Aus insgesamt sieben Nationen reisten die jungen Skibergsteiger und ihre Betreuer an und sorgten wieder für einen bunten Nationenmix beim Jugendcamp. Wie die Stimmung der Teilnehmer, so war auch das Wetter vom ersten bis zum letzten Tag ungetrübt. Gleich zum Auftakt waren alle Gruppen im Skigebiet Obertauern unterwegs und konnten neben einigen Höhenmetern auch Trainingstipps und Know-how rund ums Thema Lawinenverschüttetensuche sammeln. Mit der amtierenden Weltmeisterin im Vertical Race, Laura Orguè (ESP), dem Teamcoach der deutschen Nationalmannschaft und den erfahrenen Trainern Alexander Lugger (AUT) und Oskar Angeloni (ITA) gaben echte Hochkaräter ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. Abgerundet wurde das Programm durch Inhalte zum Thema Tourenplanung, Schnee- und Lawinenkunde durch die Berg- und Skiführer Paul Koller und Michael Bückers.

 

Das Jugendcamp rockt die Schönleiten Trophy:

Nach einer erholsamen Nacht im DAV Haus Obertauern und im Hotel Tauernhof konnte gleich am zweiten Tag das neue Wissen beim Sprintrennen der Schönleiten Trophy umgesetzt werden. Und das machten die Teilnehmer des Jugendcamps gleich mit einem Paukenschlag: In jeder Nachwuchsklasse des Rennens stand mindestens ein Jugendlicher aus dem Camp auf dem Siegertreppchen. Entsprechend gelöst war die Stimmung rund um das Rennen in Schönleiten. Weitere Höhenmeter und Zeit für Austausch mit den anderen Athleten und Idolen aus der österreichischen Nationalmannschaft blieb nach dem Sprintrennen dann auch noch. Am letzten Tag des Camps stand dann noch eine gemeinsame Skitour im Skigebiet von Obertauern auf dem Programm.

 

Jugend im Aufwind

Die konstant hohen Teilnehmerzahlen und das positive Feedback sind für die Veranstalter des Jugendcamps Karl Posch und Matthias Keller eine Bestätigung, dass das Camp der richtige Weg in der Nachwuchsarbeit im Wettkampfskibergsteigen ist. Und auch der internationale Verband ISMF, der das Camp mit der Anwesenheit der ISMF Botschafterin Laura Orgué unterstützte, sieht das Camp als wichtige Maßnahme gerade für die etwas kleineren Verbände im internationalen Skibergsteigen. Denn während sich die etablierten Nationen im Skibergsteigen wie Italien, Frankreich oder Spanien leicht tun, Nachwuchs anzuziehen, ist diese Aufgabe für die meisten anderen Verbände trotz Aushängeschilder wie Toni Palzer nach wie vor ein echtes Problem. Aber so langsam registrieren auch die ehemals kleinen Nationen im Skibergsteigen einen Anstieg der Nachfrage bereits im Nachwuchsbereich. So waren etliche der Campteilnehmer in Obertauern bereits letztes Jahr am Start. Vielleicht motiviert die Kids ja auch die Aussicht auf Olympia, denn seit diesem Jahr ist der internationale Verband der Skibergsteiger voll vom IOC anerkannt und die Sportart kann damit auch ins olympische Programm gewählt werden. Wann und ob das passiert steht zwar noch in den Sternen, aber der ein oder andere Nachwuchsathlet könnte künftig nicht nur von einer rasenden Tiefschneeabfahrt, sondern auch von Olympia träumen. Und auch wenn die olympische Zukunft des Skibergsteigens noch unklar ist - so ist zumindest eines sicher: Das Jugendcamp findet im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder statt!