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Wohnen mit Alpenblick – seit 7000 Jahren

18.08.2021, 13:58 Uhr

Seit der Jungsteinzeit leben Menschen in Häusern auf Stelzen in Seen und Mooren rund um die Alpen.

In und um die Alpen lässt es sich gut leben. Das gilt nicht nur im 21. Jahrhundert. Schon vor über 7000 Jahren haben sich Menschen im Einzugsbereich der Alpen niedergelassen. In vielen Seen und Mooren findet man bis heute Überreste von Pfahlbau-Siedlungen. Die Menschen haben Holzhäuser auf Pfählen im seichten Wasser in Ufernähe gebaut, um besser vor Überschwemmungen, Rautieren und feindlichen Stämmen geschützt zu sein.

Die ersten dieser Siedlungen entstanden auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich diese Art zu bauen auf die Gebiete Frankreichs, Österreichs, Italiens, Sloweniens und Deutschlands ausgebreitet. In Deutschland standen die meisten Pfahlbauten im Bodensee, aber auch im Starnberger See wurden Überreste gefunden.

 

Holz, das nicht verrottet

Aber wir kann es sein, dass organisches Material wie Holz nach so langer Zeit noch nicht zersetzt ist? Holz wird unter Wasser nur sehr langsam abgebaut, solange es sauerstoffarm und kühl genug ist. Dann nämlich können sich Bakterien und Pilze, die das Holz normalerweise rasch zersetzen, nicht gut vermehren. Ein Glück für die Archäolog*innen des 21. Jahrhunderts. Für sie sind die Funde ein wertvolles Fenster, durch das sie in die frühe Zeit der Besiedlungsgeschichte der Alpen blicken können.

Wer sich einen Eindruck machen möchte, wie das Leben damals ausgesehen haben könnte, sollte das Pfahlbauten-Museum in Unterduhlingen am Bodensee besuchen. Dort wurde eine Siedlung nach historischem Vorbild nachgebaut. Gäste können sich die Bauwerke anschauen und sich über das Leben der Menschen in der Jungsteinzeit informieren.

Seit zehn Jahren stehen die historischen Pfahlbauten auf der Welterbe-Liste der UNESCO.

 

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