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Zweite Station des Deutschen Jugendcups im „Greifhaus“ in Braunschweig

08.04.2019, 13:47 Uhr

Nach nur zweiwöchiger Pause wurde es für die Nachwuchskletterinnen und -kletterer am Samstag, den 6. April, wieder ernst: Der zweite Deutsche Jugendcup stand auf dem Programm und etwa 130 Starterinnen und Starter kamen zum letzten Jugend-Boulderwettkampf des Jahres ins „Greifhaus“ in Braunschweig.

Auch dieser zweite Wettkampf zeigte deutlich, auf welch hohem Niveau die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugend A und B bereits unterwegs sind- beziehungsweise sein müssen. Die unter Chefroutenbauer Jonas Baumann an die Wände geschraubten Boulder forderten den jungen Sportlern viel ab: Platten, Verschneidungen, überhängende Leistenboulder, Runner und Sprünge. Dynamik, daneben aber ein gutes Gleichgewichtsgefühl, Beweglichkeit und eine ausgefeilte Technik gehören inzwischen auch beim Nachwuchs zum notwendigen Repertoire; pure Kraft reicht auch bei der Jugend schon lange nicht mehr aus. Der dritte Finalboulder der Jungs der Jugend A beispielsweise hatte kein einziges Top. Schon der Einstieg des Volumenboulders bedeutete für die meisten Finalisten das Aus, nur zwei gelang es, ihren Fuß aus der Anfangsposition nach oben zu setzen und die Zone zu erreichen.

 

Aber erst einmal mussten die Teilnehmer in der Quali möglichst viele der sechs Probleme lösen, um im Finale der besten Zehn dabei zu sein. Am Nachmittag ging es dann nicht nur um den Tagessieg, sondern auch darum, möglichst viele Punkte im Kampf um den Gesamtsieg zu sammeln. Letztendlich bestätigten wieder einige der Athleten, die sich schon beim ersten Jugendcup ganz weit vorne platzieren konnten, ihre starke Form und wurden mit einem Podestplatz belohnt. Das waren Lili Cornely (DAV Rheinland-Köln), Leander Carmanns (DAV Rheinland-Köln) und Thorben Perry Bloem (DAV Braunschweig) bei der Jugend B und Anna Lechner (DAV München-Oberland), Tim Würthner (DAV Würzburg) und Lasse von Freier (AlpinClub Hannover) bei der Jugend A.

 

Weibliche Jugend B

Drei Tops und eine Zone reichten Lili Cornely (DAV Rheinland-Köln), die in der Quali noch den 6. Platz belegt hatte, für den Tagessieg. Sie hatte sich schon beim ersten Deutschen Jugendcup in Bexbach die Silbermedaille geholt. Zweite in Braunschweig wurde die Erstplatzierte aus der Quali, Malin Krüger (DAV Frankfurt/Main), die für ihre drei Tops einen Versuch mehr als Lili brauchte, im vierten Boulder allerdings die Zone nicht erreichte. Platz drei ging an Annika Müller (DAV Augsburg), die in neun Versuchen drei Boulder toppte.

 

 

Männliche Jugend B

Leander Carmanns (DAV Rheinland-Köln) dominierte an diesem Tag die stark kletternde männliche Jugend B. In Bexbach holte sich Leander bereits die Silbermedaille. Beim zweiten Cup war er der Einzige, der alle vier Finalboulder toppen konnte. Zweiter wurde Lokalmatador Thorben Perry Bloem (Braunschweig), der in Bexbach den 3. Platz belegt hatte. Er lag nach der Quali noch in Führung, allerdings holte er sich im dritten Boulder „nur“ die Zone. Für seine drei Tops brauchte er sechs Versuche. Auch der Drittplatzierte Michel Siedler (DAV Frankenthal) toppte zwar seine drei Boulder in sechs Versuchen und holte sich im dritten Boulder die Zone, allerdings war er nach der Quali Fünfter und landete deshalb einen Platz hinter Thorben.

 

 

Weibliche Jugend A

Wie schon beim ersten Jugendcup reichten auch beim zweiten in der weiblichen Jugend A wenige Tops für den Tagessieg. In Bexbach war es noch ein Top gewesen, in Braunschweig reichten zwei: Helena Waltz (DAV Heilbronn) benötigte für ihre beiden die wenigsten Versuche, nämlich sechs. Christina Kautzner (DAV München-Oberland) erkletterte sich mit acht Versuchen den zweiten Platz. Die junge Münchnerin stand in Braunschweig bei einem deutschen Jugend-Bouldercup zum ersten Mal auf dem Treppchen. Ebenfalls aus Bayern kam die Drittplatzierte des Tages, Anna Lechner (DAV München-Oberland), die schon beim ersten Jugendcup einen sehr starken Auftritt hatte und dort Dritte wurde. Sie holte sich ihre beiden Tops in 13 Versuchen.

 

 

Männliche Jugend A

Auf Platz 1 und 2 fanden sich die gleichen Gesichter wie in Bexbach: Wieder war es ein stark kletternder Tim Würthner (DAV Würzburg), der verdient ganz oben auf dem Treppchen stand. Er war der Einzige im Finale, der drei Boulder toppen konnte. Lasse von Freier (AlpinClub Hannover), Zweitplatzierter in Bexbach, konnte zwei Boulder toppen. Luis Funk aus dem starken Team Bayern reichte ein Top in sechs Versuchen für den 3. Platz. Er war übrigens einer der beiden Kletterer im Finale, die sich im dritten Boulder die Zone holen konnten.

 

Gerade einmal sieben Wochen haben die jungen Athletinnen und Athleten jetzt Zeit, um ihr Training umzustellen und sich auf den nächsten Wettkampf vorzubereiten. Am 24. und 25. Mai stehen beim vierten und fünften Deutschen Jugendcup in Kempten die Disziplinen Lead und Speed auf dem Programm: Ausdauer und Schnelligkeit sind dann gefragt.

 

 

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Text: Gudrun Regelein für kletterszene.com

 

Auftakt der Jugendklettercups 2019: 1. DJC in Bexbach

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Der erste deutsche Jugendcup des Jahres 2019 ging am vergangenen Samstag im saarländischen Bexbach über die Bühne. Knapp 150 junge Athletinnen und Athleten aus ganz Deutschland hatten sich qualifiziert. Matze Conrad, früherer Bundeskader-Athlet und Weltcup-Teilnehmer, hatte die deutsche Nachwuchselite in seine erst Ende 2018 eröffnete Boulderhalle, das Boulderolymp, geladen. Die deutsche Jugendmeisterschaft wird als Overall-Wettbewerb ausgetragen: Bei insgesamt sechs Cups – zwei im Bouldern, zwei im Lead und zwei im Speed – geht es in zwei Altersklassen (Jugend B und Jugend A) darum, möglichst viele Punkte zu sammeln. Alle drei Disziplinen müssen eingebracht werden, die Athletinnen und Athleten mit den meisten Punkten dürfen sich schließlich über den Titelgewinn freuen.   Beim ersten Wettkampf der Serie stand das Bouldern auf dem Programm. Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ging es schon am Vormittag bei der Quali ganz schön zur Sache. Die sechs von Lars Bell, Manuel Wiegel und Amer Suleiman geschraubten Probleme fragten den Nachwuchsathleten ein breites Spektrum ab. Die Routenbauer hatten einen guten Mix an die Wand gezaubert: Zum Teil waren die Boulder klassisch, zum Teil aber auch im New-School-Style sehr dynamisch und koordinativ geschraubt.   Die Stimmung in der schon am Vormittag mit Zuschauern gefüllten Halle war gut, als die Sportlerinnen und Sportler um den Einzug in das Finale kämpften. Für die zehn Besten jeder Altersklasse in der Quali ging es dann nach einer Pause im Finale darum, mit möglichst wenigen Versuchen möglichst viele der vier anspruchsvollen Boulder zu toppen. Wie schon im vergangenen Jahr waren die Bayern stark vertreten: 13 bayerische Kletterer starteten im Finale, fünf von ihnen standen schließlich auf dem Treppchen.