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Zwei Mal Bronze beim EYC Speed in Imst

08.08.2019, 11:35 Uhr

Die Erfolgsserie reißt nicht ab: Beim European Youth Cup (EYC) Speed im österreichischen Imst konnte sich das deutsche Jugendteam erneut über zwei Podestplätze freuen. Dieses Mal gewannen Nuria Brockfeld (DAV Osnabrück) und Sebastian Lucke (DAV Konstanz) jeweils Bronze. „Wir freuen uns besonders über die guten Speed-Ergebnisse! Im Laufe der Saison hat sich in der Disziplin ein wirklich motiviertes Team gebildet, das sich gegenseitig pusht und schnelle Fortschritte macht“, sagte Bundestrainerin Friederike Kops.

   

 

Tatsächlich sind diese Erfolge auf den ersten Blick überraschend, denn Speed war viele Jahre lang in Deutschland nicht gerade populär. Doch seitdem bekannt wurde, dass Speedklettern in der Kombination mit Bouldern und Lead bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio eingebunden ist, wird auch diese Disziplin in Deutschland immer beliebter. Durch bessere Trainingsmöglichkeiten und ein intensives Training kann nun auch die deutsche Jugend international ganz vorne mitmischen. Nuria und Sebastian gehören zu den Nachwuchstalenten, die in Imst erneut bewiesen, welches Potenzial in ihnen steckt. Für beide lief es schon in der Qualifikation perfekt – beide belegten dort den ersten Platz und führten das Feld an. Vor allem Sebastian konnte mit seiner Qualifikation mehr als zufrieden sein: Er war in seiner Altersklasse der Einzige, der in dieser Runde unter sieben Sekunden lief. Außerdem stellte er mit 6,86 Sekunden seine neue persönliche Bestzeit und gleichzeitig den neuen deutschen Rekord der Jugend A männlich auf.

 

Das Finale lief für Nuria und Sebastian dann allerdings nicht mehr ganz so perfekt. Nuria verpasste ganz knapp den Einzug in das große Finale. Dennoch bewies sie im kleinen Finale ihre Nervenstärke und belegte mit einer Zeit von 9,99 Sekunden den dritten Platz bei der weiblichen Jugend B, über den sie sich sehr freute. „More than happy about my 3rd place at the last european youth cup in Imst“, kommentierte sie ihren Auftritt auf Instagram. Bei Sebastian war es ein kleiner Fehler, dem ihm das große Finale kostete – ihm rutschte der Fuß weg. Doch auch er gab im Kampf um den dritten Platz noch einmal alles. Mit einer Zeit von 7,69 Sekunden gewann er das kleine Finale ganz knapp und sicherte sich somit verdient Bronze. Für die beiden Nachwuchsathleten war das nur einer von vielen Erfolgen in dieser Saison. Nuria gewann beide nationalen Speed-Jugendcups und belegte beim EYC in Tarnow / Polen einen guten vierten Platz. Sebastian Lucke kann sich seit diesem Jahr deutscher Vizemeister der Herren im Speedklettern nennen. Er belegte bei der Deutschen Meisterschaft in Duisburg Platz 2 hinter Jan Hojer. Seine persönliche Bestzeit rückt mit jedem Wettkampf näher an die deutsche Bestmarke der Herren, die Jan Hojer mit 6,67 Sekunden hält, heran.

 

Super Teamleistung: 5 von 7 im Finale

Insgesamt sieben Athletinnen und Athleten schickte der DAV zum EYC Speed nach Imst: Fünf von ihnen standen im Finale. Neben Nuria und Sebastian waren das Thorben Perry Bloem (Platz 7 bei Jugend B männlich), Franziska Ritter (Platz 5 bei Jugend A weiblich) und Sandra Hopfensitz (Platz 7 bei Jugend A weiblich).

 

Beim EYC Lead, der dann einen Tag später über die Bühne ging, lief es dann nicht mehr so gut. „Der Lead EYC war mit weniger Erfolg gekrönt. Keiner der Athleten hat den Einzug ins Finale geschafft – dass haben wir länger nicht erleben müssen“, sagte die Bundestrainerin. Die für Imst typischen klassischen Ausdauer-Routen seien dem deutschen Jugendteam offensichtlich nicht entgegen gekommen. „Hier werden die Baustellen unserer Athleten im Vergleich zu anderen Nationen ganz deutlich – oben raus fehlt es an Ausdauer“.

 

„Für die kommenden Wochen, Monate und Jahre haben wir im Bereich Lead auf jeden Fall einiges zu tun. An Motivation und Feuer, um an den entsprechenden Baustellen zu arbeiten, mangelt es nicht und so sind wir zuversichtlich, dass auch die Lead-Athleten in unserem Team in Zukunft wieder erfolgreicher unterwegs sein werden“, kommentierte Friederike Kops. 

 

Medienpartner

Text: Gudrun Regelein für Kletterszene.com