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Tatjana Paller (DAV Bad Tölz) - Über ihr erste Weltcupsaison, Radmedaillen in Tokyo und Olympia 2026

04.10.2021, 19:14 Uhr

DAVSkimo hatte die Chance Tatjana Paller im Trainingslager zu besuchen und mit ihr über ihre erste Weltcupsaison im Skibergsteigen zu sprechen. Daneben waren auch die Medaillen der ehemaligen Kolleginnen im Bahnradsport sowie die Aussicht, 2026 vielleicht doch endlich bei Olympischen Spielen dabei sein zu können, Themen des Gesprächs.

Positives Fazit der ersten Weltcupsaison

DAVSkimo: Anton „Toni“ Palzer, die führende Figur im deutschen Skibergsteigen der letzten Jahre, ist nach der vergangenen Saison aufs Rennrad umgestiegen und fährt nun für den Stall BORA-hansgrohe. Du hast den umgekehrten Weg gewählt und hast vom Rad auf die Ski umgesattelt. Die letzte Saison war deine erste Weltcupsaison im Skimo – wie fällt dein Fazit aus?

 

TP: Ich hatte keine speziellen Erwartungen an den Winter muss ich zugeben, da ich nur den Alpencup zuvor als Vergleich hatte. Ich wollte einfach mal schauen, wie es läuft und war offen und neugierig. Skimo ist einfach ein hammercooler Sport und ich bin immer noch begeistert, wie es so im Weltcup abläuft. Ich hatte da vorher wirklich keine Idee von. Schon allein wie die Präparation für einen Sprint ausschaut – Wahnsinn!

 

Insgesamt dachte ich zuerst, dass ich wohl v.a. im Sprint punkten könnte, da sein Format mir entgegenkommt. Zu Beginn war ich daher hinsichtlich der Ergebnisse doch ein wenig enttäuscht muss ich gestehen, aber am Ende war ich mit der Saison doch recht zufrieden, v.a. als im letzten Weltcup doch noch ein sechster Platz heraussprang. Ich habe gesehen, dass es während des gesamten Winters stetig nach oben ging. Das gibt mir viel Motivation für die kommende Saison. Aber eins ist auf jeden Fall sicher: Ich muss intensiv an den Wechseln üben - da lasse ich einfach noch viel zu viel Zeit liegen.

 

Zurückschauend muss ich aber sagen, dass diese erste Weltcupsaison eine immens tolle Erfahrung war. Ich bin wirklich im Skimo angekommen. Ich hatte viele wunderbare Jahr auf dem Rad, aber jetzt ist Skimo dran und ich bin Feuer und Flamme für diese Sportart und werde auch im kommenden Winter wieder alles geben!

 

Veränderungen im Training sorgen für eine hohe Motivation

DAVSkimo: Was war für dich die größte Umstellung, als es vom Rad auf die Ski ging?

 

TP: Schon insgesamt das Training. Früher ging es eigentlich nur aufs Rad. Da hatte ich eine Skitour einfach mal so aus Spaß eingebaut, um ein wenig Abwechslung zu haben. Jetzt ist das anders – die Trainingseinheiten sind immer sehr unterschiedlich. Insgesamt musste ich natürlich auch die Belastung umstellen. Beim Rad gibt es mehrwöchige Rundfahren, wo jeden Tag mehrere Hundert von Kilometern gefahren wurden. Jetzt sind es teilweise kurze und knackige Wettkämpfe. Eigentlich mag ich das sehr gerne. Hier ist die Belastung doch sehr ähnlich der, die man mit dem Rad auf der Bahn hat. Ansonsten ist zurzeit das Training für mich ein toller Ausgleich zu meinem Studium. Ich freue mich auf jede einzelne Einheit - das macht unglaublich viel Spaß.  

 

DAVSkimo: Wie ist die Vorbereitung bei dir bis jetzt gelaufen? Bist du bis je zufrieden?

 

TP: Ja doch, ich bin eigentlich recht zufrieden, wie es bisher im Training gelaufen ist und auch mit meinem derzeitigen Leistungsstand. Erste Verbesserungen sind bereits erkennbar, auch wenn es bei mir gerade Anfang des Sommers recht stressig war mit der Uni und den Prüfungen.

 

Tokyo ein enormer Motivationsschub für Paller

DAVSkimo: Deine ehemaligen Rad-Kolleginnen haben auf der Bahn sensationelle Erfolge hingelegt. Hast du die Olympischen Spiele in Tokyo verfolgt und was sagst du zu den Erfolgen deiner Ex-Kameradinnen?

 

TP: Ja klar habe ich die Spiele und auch die enormen Leistungen der Mädels verfolgt. Das ist echt der Wahnsinn, was sie geleistet haben! Es war echt emotionaler als ich dachte, als ich da zugeschaut habe. Es ist einfach was anderes, wenn man die Leute so gut kennt, weil man viele Jahre lang bei Wettkämpfen und bei Trainingslagern z.B. ein Zimmer geteilt hat und auch sonst viel Zeit miteinander verbracht hat. Ich ziehe wirklich den Hut vor dieser Leitung und freue mich riesig für das Team!

 

DAVSkimo: Wie sehr freut dich da auch die Entscheidung des IOC, Skibergsteigen 2026 in Mailand-Cortina in das olympische Programm mit aufzunehmen?

 

TP: Dass Skimo jetzt 2026 dabei ist bei den Olympischen Spielen ist einfach genial. Ich habe 2016 das Ticket nach Rio nur ganz knapp verpasst und jetzt habe ich vielleicht doch noch eine Chance zu Olympia zu kommen! Das gibt einem nochmal einen ganz anderen Ansporn. Ich habe gesehen, was die Rad-Mädels geschafft haben. Das und diese Entscheidung des IOC sind noch einmal ein riesiger Motivationsschub. Das pusht total!

 

DAVSKimo: Wir sehen dich also 2026 in Mailand-Cortina?

 

TP: Das wäre wirklich toll! Doch bis dahin kann noch so viel passieren – ich schaue jetzt erst einmal von Saison zu Saison und versuche, mich kontinuierlich zu verbessern.

 

EM und CISM die großen Ziele für den Winter 2021/22

DAVSKimo: Und wie schaut es für den kommenden Winter aus? Was sind hier deine Ziele?

 

TP: Hier hoffe ich natürlich, dass die Entwicklung weiter nach oben geht. Wichtig für mich ist v.a., die Spritzigkeit nicht zu verlieren und besonders beim Sprint vorne mitmischen zu können. Ich bin sehr froh, dass ich das Studium strecken kann, sodass ich mich im Winter voll auf Skimo konzentrieren kann.

Eine Podiumsplatzierung bei einem Weltcup im Sprint wäre top, zudem möchte ich dieses Jahr bei der Europameisterschaft mit dabei sein, nachdem es letztes Jahr leider nicht mit der WM-Teilnahme geklappt hat. Und dann gibt´s noch die CISM, die Militär-WM, die auf 2022 verschoben wurde. Als Bundeswehrsoldatin bin ich startberechtigt und freue mich ganz speziell auf diese Veranstaltung, da es mit Berchtesgaden als Austragungsort quasi ein Heimspiel sein wird. Hier möchte ich top am Start sein und wer weiß, vielleicht kommt dann ja vielleicht auch eine Medaille dabei heraus.

 

DAVSKimo: Vielen herzlichen Dank Tatjana für das Gespräch und alles Gute für den kommenden Winter!  

 

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