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Abschluss der Skimo WM: Niedermaier holt erneut Gold, Sambale wird Vize-Weltmeister

04.03.2021, 10:45 Uhr

Am heutigen 6. März fand das Individual als Abschluss-Wettkampf der Skimo Weltmeisterschaft in Andorra statt. Toni Palzer vom DAV Berchtesgaden bestritt damit sein letztes Rennen als Skibergsteiger. David Sambale vom DAV Immenstadt wurde überraschend Vize-Weltmeister bei den U23 Herren. Bei den U18 Damen siegte Antonia Niedermaier vom DAV Bad Aibling. Nach ihrem starken Auftritt im Vertical wenige Tage zuvor, erkämpfte sich die junge Athletin damit bereits ihre zweite Goldmedaille.

Platz 7 im letzten Rennen für Toni Palzer

Es war ein emotionales Rennen für das Berchtesgadener Urgestein - mit einem Ziel: Ein letztes mal professionell auf Ski stehen und dabei ja vielleicht noch einmal auf dem Podest landen. Für Toni Palzer war es nicht nur der letzte Wettkampf der WM 2021, sondern auch sein letzter Auftritt für das Skimo Team Germany. In Zukunft tauscht der 27-Jährige nämlich die Ski gegen den Drahtesel: Neben den Rennradprofis Peter Sagan und Emanuel Buchmann wird künftig auch Palzer Teil des Bora-hansgrohe Teams sein.

 

Am Donnerstag hatte er es tatsächlich noch geschafft: Vize-Weltmeister im Vertical - in derselben Disziplin, in der er sich 2015 in Andorra schon seine erste WM-Medaille geholt hatte. Eigentlich hätte jedoch das Individual Rennen seine Paradedisziplin gewesen sein sollen. Immerhin konnte der Ramsauer gerade im freien Gelände meist sein ganzes Können demonstrieren. Am Ende kam es jedoch etwas anders: Aufgrund von schlechten Wetterbedingungen musste der ursprüngliche Parcour auf präperierte Pisten verlegt werden. Insgesamt waren bei den Herren nun 1580 Höhenmeter zu überwinden. Am Ende wurde es Platz Sieben für Toni Palzer. Im Ziel wurde er von seinem Team und allen langjährigen Weggefährten gebührend empfangen und zum Abschied noch einmal ausgiebig gefeiert.

 

Toni Palzer über die WM und seine Karriere als Skibergsteiger

„Ich war heute noch einmal top-motiviert am Start – bei meinem letzten Rennen wollte ich noch einmal alles geben. Leider hat es aber kurz vor dem Start noch eine Streckenänderung gegeben, sodass aus einem wirklich alpinen Rennen auf einmal ein komplettes Pistenrennen wurde. Es ging sofort knallhart los. Bergauf war ich voll dabei, aber in der ersten Abfahrt, bei sehr schlechter Sicht, bin ich dann nicht volles Risiko gegangen und habe einige Sekunden liegenlassen. In der zweiten Runde war es dann besser, da ich wusste, wo es langging. Leider hat es nicht mit einem weiteren Podest geklappt, aber ich bin trotzdem zufrieden mit dem siebten Platz. Ich denke nicht, dass ich mich mit dem Ergebnis verstecken muss und ich bin wirklich mächtig stolz auf das, was ich bei dieser WM aber auch über die Jahre hinweg geleistet habe. Jetzt ist der Fokus auf dem Profiradsport und ich freue mich schon riesig drauf. Für mich ist es wirklich eine große Ehre, Teil des Bora-hansgrohe Teams sein zu dürfen und ich hoffe, dass ich den Wechsel gut schaffe. Das erste Rennen für mich ist die Tour of the Alps vom 19.-23. April. Aber vorher werde ich jetzt – soweit unter Corona-Bedingungen möglich – gemeinsam mit der Familie und Freunden meine Skibergsteigerkarriere Revue passieren lassen. Es war wirklich eine tolle Zeit – Danke an alle, die ein Teil davon waren!“ so der 27jährige nach seinem letzten Rennen.  

 

Stefan Knopf (DAV Berchtesgaden) kam nicht lange nach Palzer ins Ziel und landete auf Platz 14. Die drei Medaillen gingen an ein italienisches Trio: Gold an Matteo Eydallin, Silber an Robert Antonioli und Bronze an Davide Magnini.

 

David Sambale sorgt für eine Überraschung

Für eine Überraschung sorgte derweil David Sambale (DAV Immenstadt) bei den U23 Herren. Er holte sich sensationell die Silbermedaille hinter Sebastien Guichardaz aus Italien. Bronze sicherte sich der Schweizer Julien Ançay.

Nach dem Vertical Rennen am Donnerstag, bei dem der junge Allgäuer wegen einer unausgestandener Wadenverletzung seinen Ambitionen auf eine Medaille nicht nachkommen konnte, waren die Hoffnungen auf eine vordere Platzierung gedämpft. Doch je weiter der Wettkampf fortschritt, desto stärker zeigte sich David Sambale. Erst im Ziel wurde ihm bewusst, für was es am Ende gereicht hatte: Den Vize-Weltmeistertitel und damit eine weitere Medaille für das Skimo Team Germany.

 

David Sambale - glücklich über Silber

„Ich hatte mich am Start eigentlich nicht so gut gefühlt. Ich wusste nicht wirklich, ob ich das Rennen richtig durchlaufen können würde, nach meinen Wadenproblemen im Vertical. Daher habe ich es erst einmal langsam angehen lassen, um sicherzugehen, dass ich das Rennen zu Ende bringen kann. Die erste Abfahrt habe ich ganz ruhig genommen und war recht entspannt. Bei der zweiten war ich dann zusammen mitm Knepfei (Stefan Knopf), der ein super Skifahrer ist. Da konnte ich hinter ihm herfahren und noch einmal einiges an Zeit gutmachen. Dass es aber dann für so weit vorne gereicht hat, ist der absolute Wahnsinn und einfach unglaublich. Das tut wirklich richtig gut, vor allem nach dem doch ziemlich ernüchternden Vertical Rennen am Donnerstag.“ So der Immenstädter über das Rennen, bei dem er überraschend die Silbermedaille holte.

 

Antonia Niedermaier siegt erneut bei den U18 Damen

Dass sie dieses Jahr in Top-Form ist, hat Antonia Niedermaier (DAV Bad Aibling) eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Nach ihrem Triumph im Vertical, konnte sie auch im Individual der U18 Damen die Goldmedaille für sich beanspruchen. 

Die veränderte Strecke schien ihr dabei wie auf den Leib geschneidert zu sein. Bereits von Anfang an konnte sie sich souverän an die Spitze absetzen. Diesmal ließ sie es allerdings nicht, wie im Vertical, auf das Fotofinish ankommen, sondern kam über eine Minute vor der Zweitplatzierten Louise Trincaz aus Frankreich ins Ziel. Bronze holte sich Manuela Pedrana aus Italien.

 

Begeistert über Doppel-Gold

„Eigentlich fühlte ich mich noch ziemlich fertig vom Vertical am Donnerstag, daher hätte ich wirklich nicht gedacht, dass es doch so gut gehen würde. Doch ich konnte schon beim ersten Anstieg vorne reinlaufen und bin dann einfach weiter und habe mich nicht mehr umgesehen. Als ich es dann irgendwann tat, konnte ich wegen des Nebels nicht wirklich viel sehen. Die Strecke nach der Streckenänderung war eigentlich wie geschaffen für mich – die Anstiege schön knackig wie im Vertical und die Abfahrten auf Pisten, sodass ich Schuss fahren konnte. Dass es wirklich mit einer zweiten Goldmedaille geklappt hat, ist einfach der Wahnsinn und ein wirklich geniales Gefühl. Meine Ski waren top präpariert – da lief es sich fast von selbst!“ freute sich die 18jährige nach ihrem weltmeisterlichen Rennen.

 

Anna-Maria Michel (DAV Berchtesgaden) und Sophia Weßling (DAV Lindau) zeigten beide ebenfalls starke Leistungen trotz der widrigen Bedingungen. Sie wurden neunte sowie zehnte.

 

Bei den U18 Herren kam Finn Hösch (DAV Bergland München), der Bronzemedaillengewinner im Sprint, auf Platz 11. Franz Eder (DAV Berchtesgaden) wird bei den U20 Herren 20.. Auch er kann wie alle der v.a. jüngeren Teilnehmer viel Erfahrung von dieser WM mitnehmen, was bei der Vorbereitung auf die kommenden Wettkämpfe und die nächsten Saisons eine große Hilfe sein wird. In seiner Kategorie siegte der Österreicher Paul Verbnjak, Silber holte Léo Besson aus der Schweiz vor dem Italiener Matteo Sostizzo, der sich Bronze sicherte.

 

Eine rundum gelungene WM – das Fazit des Bundestrainers

„Hätte mir jemand gesagt, dass wir mit fünf Medaillen aus Andorra heimfahren würden, hätte ich wahrscheinlich ein wenig gelacht. Es ist wirklich fantastisch gelaufen. Auch wenn man vielleicht am Papier mehrere Chancen im Vornherein gehabt hat, muss am Tag X dann auch erstmal wirklich alles zusammenpassen. Das ist nicht selbstverständlich. Daher sind wir wirklich sehr happy mit den Ergebnissen und werden sie heute bei einem guten Abendessen noch einmal hochleben lassen. Im Sommer wollen wir sie dann, wenn es die Corona-Situation wieder zulässt, richtig feiern.“ So der Bundestrainer Dr. Thomas Bösl mit einem rundum positiven Fazit der WM in Andorra.

 

Morgen geht es für das Skimo Team Germany nach den Wettkampfstrapazen wieder nach Hause. Den Athletinnen und Athleten bleibt dabei ein wenig Zeit, sich gut zu regenerieren, bevor es dann um das Weltcup-Finale im italienischen Madonna di Campiglio geht. Unter anderem für Stefan Knopf steht bis dahin allerdings noch die Langdistanz-Weltmeisterschaft auf dem Programm. Diese wird dieses Jahr im Rahmen der Pierra Menta im französischen Arêche-Beaufort durchgeführt. Wegen der Corona-Situation kann der diesjährige Wettkampf leider nur als Ein-Tagesveranstaltung und nicht wie eigentlich vorgesehen über vier Tage hinweg stattfinden. Knopf wird zusammen mit Marc Dürr starten, da es sich um ein Teamrennen handelt. Gemeinsam mit ihnen geht auch noch ein weiteres Team für den DAV an den Start: Finn Koch und Christoph Wachter bilden das zweite Team des Skimo Team Germany bei der Langdistanz-WM.

 

 

Die Ergebnisse um Überblick:

 

U18 Damen
1. Antonia Niedermaier (GER)
2. Louise Trincaz (FRA)
3. Manuela Pedrana (ITA)

 

U20 Damen
1. Samantha Bertolina (ITA)
2. Lisa Moreschini (ITA)
3. Caroline Ulrich (SUI)

 

U23 Damen
1. Giulia Murada (ITA)
2. Giorgia Felicetti (ITA)
3. Marie Pollet-Villard (FRA)

 

Damen
1. Axelle Gachet-Mollaret (FRA)
2. Tove Alexandersson (SWE)
3. Alba De Silvestro (ITA)

 

U18 Herren
1. Jérémy Muriset (SUI)
2. Jon Kistler (SUI)
3. Nils Oberauer (AUT)
 

U20 Herren
1. Paul Verbnjak (AUT)
2. Léo Besson (SUI)
3. Matteo Sostizzo (ITA)

 

U23 Herren
1. Sebastien Guichardaz (ITA)
2. David Sambale (GER)
3. Julien Ançay (SUI)

 

Herren
1. Matteo Eydallin (ITA)
2. Robert Antonioli (ITA)
3. Davide Magnini (ITA)


 

  • Die kompletten Ergebnisse gibt es ganz unten in den Downloads oder unter skimostats.com
  • Fotos zum Individual gibt es hier.


 

 

Skimo WM: Palzer holt Silber, Niedermaier holt Gold

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Bei der Skimo-WM in Andorra wurde Toni Palzer am heutigen 4. März Vizeweltmeister. Der Starter für den DAV Berchtesgaden kam in der Disziplin Vertical 39 Sekunden hinter dem Schweizer Rémi Bonnet ins Ziel. Einen großartigen Erfolg konnte auch Antonia Niedermaier vom DAV Bad Aibling für das Skimo Team Germany einfahren. Sie holte die Goldmedaille in der selben Disziplin bei den U18 Damen.

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