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Skibergsteigen Info

Die Ursprünge des Wettkampf-Skibergsteigens

Die Wurzeln der Sportart reichen bis in die Anfangszeit des alpinen Skisports zurück, wo es mangels Skilifte oder Seilbahnen ohnehin dazu gehörte, den Aufstieg aus eigener Kraft zu absolvieren. Hier wurden dann auch die militärischen Patrouillenläufe populär, bei denen Militärpatrouillen gegeneinander antraten um schnellstmöglich eine bestimmte Strecke im Gebirge auf Skiern zu durchqueren. Dieser Patrouillenlauf war sogar bereits Teil der olympischen Spiele: 1924 als feste Programmsportart und zwischen 1928 und 1948 mehrfach als Demonstrationswettkampf. Und die olympischen Ringe sind derzeit für das Skibergsteigen wieder im Gespräch: Nach der vorläufigen Anerkennung des internationalen Skibergsteigerverbandes ISMF (International Skimountaineering Federation) durch das IOC im April 2014 sprechen Insider von guten Chancen für die Sportart, in den nächsten Jahren wieder Teil des olympischen Programms zu werden.

 

Ein Argument ist dabei die Vielseitigkeit der aktuellen Rennszene: Es gibt nach wie vor die großen alpinen Klassiker wie die Patrouille des Glaciers (SUI), Mezzalama (ITA) und Pierra Menta (FRA) mit zum Teil über tausend Teilnehmern, daneben schießen aber auch immer mehr kleine Rennen für Einsteiger und Hobbyläufer aus dem Boden. Neoklassiker wie die Mountain Attack (AUT) oder Sellaronda (ITA) ziehen mittlerweile Hunderte Starter an. Höchste Internationale Wettkampfserie sind die Weltcups der ISMF in den Disziplinen Individual, Vertical Race und Sprint. Seit der Saison 2015 haben auch die klassischen hochalpinen Teamrennen wie die Patrouille des Glaciers unter dem Label „Long Distance World Cup“ Weltcupstatus. Die ISMF richtet zudem im 2-Jahresturnus jeweils Welt- und Europameisterschaften aus. Auffallend in den letzten Jahren ist neben der deutlich gestiegenen Medienpräsenz der Sportart auch die zunehmende Leistungsdichte der Athleten: Ohne professionelle Trainingsbedingungen sind Platzierungen im Weltcup-Vorderfeld quasi nicht mehr möglich.

 

Die Wettkampf-Disziplinen

Kurz und heftig oder lang und schmerzhaft? Rauf und runter? Oder nur rauf? Alleine oder zu zweit? Oder sogar zu dritt oder viert? Skitourenrennen werden in verschiedenen Disziplinen ausgetragen, die die Athleten auf ihre ganz eigene Weise herausfordern:

  • Team: Die traditionellste Form des Rennens. In Zweier- oder Dreierteams sind mindestens drei Aufstiege und Abfahrten mit 2.000 bis 4.000 Höhenmetern inklusive Tragepassagen zu bewältigen.
  • Individual/Single: Ein Athlet meistert im Alleingang mindestens drei Aufstiege und Abfahrten mit rund 2.000 Höhenmetern in 1,5 bis 2 Stunden.
  • Sprint: Standardisierter Rundkurs über rund 100 Höhenmeter in ca. 3 Minuten. Im K.-o.-System kommen die Schnellsten eine Runde weiter, nach der Qualifikation in 6er-Gruppen gegeneinander.
  • Staffel: Nur bei den Weltmeisterschaften. Viererteams durchlaufen nacheinander einen Rundkurs mit rund 150 Höhenmetern.
  • Vertical: Wie der Name schon sagt: Es geht nur bergauf, bis zu 1.000 Höhenmeter. Wer also nach dem Rennen die Abfahrt nicht mehr packt, kann sogar mit der Gondel zurück ins Tal….

Zu den reinen Aufstiegs- und Abfahrtsleistungen kommen bei den meisten Rennen auch noch die technischen Elemente wie Fellwechsel, Trage- oder Klettersteigpassagen. Bei einigen hochalpinen Rennen muss auch im Team angeseilt abgefahren werden. Bei diesen technischen Elementen kann man schnell viel Zeit auf seine Konkurrenten verlieren. Daher üben die Rennläufer Standard-Handgriffe wie Auf- und Abfellen zig-tausendfach und können ihre Felle schneller wechseln, als der Hobbyskitourengeher seine Handschuhe ausziehen kann.

 

DAV-Skibergsteiger in Topform

Weltcup-Auftakt Skibergsteigen in Andorra

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Toni Palzer, Cornelius Unger, Philipp Schädler und Stefan Knopf, die vier jungen DAV-Skibergsteiger, feierten am Wochenende einen erfolgreichen Auftakt in die Weltcupsaison 2015/16. Heftige Schneefälle und viel Wind in Font Blanca, Andorra, sorgten am Samstag dafür, dass die Organisatoren das Individual-Rennen zeitlich nach hinten verschieben mussten. Die gefährliche Lawinensituation zwang den Veranstalter dazu, das Rennen aus Sicherheitsgründen in das Skigebiet zu verlegen. Mit zweistelligen Minusgraden kamen die deutschen Skibergsteiger bei dem technisch ausnahmsweise weniger anspruchsvollen Rennen gut zurecht. Toni Palzer gewann in der Espoir-Klasse (U23) und kam bei den Herren auf einen hervorragenden 6. Platz (1:26:18h). „Ich habe in letzter Zeit im Training ziemlich große Umfänge gemacht, damit ich die lange Saison aushalte. Das Rennen heute war von Anfang an extrem schnell und die erste Runde hat mich viel Kraft gekostet. Erst am Ende der dritten von vier Runden hatte ich das Gefühl, dass es bei mir läuft. Die kalten Temperaturen und der Wind haben mir nix ausgemacht, weil ich ja genügend Fettreserven habe!“ 

Toni Palzer ist Deutscher Meister im Vertical

Deutsche Meisterschaft im Skibergsteigen Vertical

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Toni Palzer von der DAV-Sektion Berchtesgaden lief in Viehhofen unangefochten vor Thomas Trainer und Philipp Schädler zum Deutschen Meistertitel.  Im Rahmen der Schönleitentrophy in Saalbach trugen die Deutschen Skibergsteiger am 19. Dezember die Deutsche Meisterschaft im Vertical aus. Bei strahlendem Sonnenschein und sehr warmen Bedingungen mussten die Athleten 550 Höhenmeter und 1,8 Kilometer auf der steilen und nassen Wettkampfstrecke zurücklegen.