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Christopher „Chrissmo“ Smolkovic – Sportphysiotherapeut und eierlegende Wollmilchsau

Christopher Smolkovic ist einer von denen, die bei Wettkämpfen im Hintergrund mitwirken. Als Physiotherapeut betreut der 33-jährige Wahlkölner mittlerweile seit sieben Jahren den deutschen Kletter- und Bouldernationalkader. Zusammen mit einem medizinischen Team aus Ärzten und Physios reist er mit den Sportlern zu Wettkämpfen rund um die Welt, behandelt sie bei Verletzungen und sorgt für entspannte Muskeln und gesunde SportlerInnnen. Mittlerweile ist „Chrissmo“, wie er von allen genannt wird, ein fester Bestandteil des DAV-Wettkampfteams und auch für die Athleten nicht mehr wegzudenken.

Mehr als nur Physio

Aber mit der „Gesunderhaltung“ der Athletinnen und Athleten ist sein Job bei den Wettkämpfen noch nicht erledigt. Zwar ist es seine Hauptaufgabe, „nach langen Anreisen Verspannungen zu lösen und bei kleineren Blessuren beim Training Erste Hilfe zu leisten“. Ziel ist es aber, „den Athleten möglichst viel Unterstützung geben, so dass sie den Kopf frei haben für Top-Performances an der Wettkampfwand“. Aber daneben unterstützt er die Trainer und Teamleiter auch bei rein organisatorischen Aufgaben: Wer filmt wen wann, wer macht die Transfers vom Hotel zur Wettkampfstätte, wer organisiert das Essen? Auch das erledigt Chrissmo auf Lehrgängen und Wettkämpfen noch nebenbei. „Eine eierlegende Wollmilchsau eben“, sagt er schmunzelnd von sich selbst.

 

Schürfwunden abkleben und den Kader anfeuern

Vor allem beim Bouldern kann es allerdings schnell zu akuten Verletzungen des Knies und Sprunggelenks durch Abspringen und verdrehtes Landen kommen. Grundsätzlich, so Chrissmo, lägen die häufigsten Verletzungen aber im Schulter-, Ellbogen- und Fingerbereich. Davon abgesehen gehört die Versorgung kleinerer Blessuren zu den häufigsten Aufgaben des Physiotherapeuten. „Schürfwunden abkleben, Eiswürfel organisieren und Tapen wo es nötig ist“ – auch dafür ist Chrissmo immer zur Stelle. Die spektakulären Stürze bei riskanten Zügen an der Boulderwand überstehen die Sportler zum Glück meist unverletzt. „Unsere Athleten sind physisch einfach viel fitter bzw. mehr gewöhnt als jemand, der erstmal acht Stunden im Büro sitzt und dann meint harte Touren oder Boulder angehen zu müssen“, so der Physiotherapeut. Deshalb lautet sein Tipp für Hobbyboulderer und -kletterer: „Man sollte lernen auf seinen Körper zu hören, wenn man auch noch in ein paar Jahrzehnten verletzungsfrei klettern will.“

 

Wenn der Wettkampf dann einmal begonnen hat, wird Chrissmo nochmal auf andere, mindestens genauso wichtige Art gebraucht: nämlich zum Anfeuern und Motivieren seiner Schützlinge.

 

Schnell gefragt: 6 Antworten von Christopher „Chrissmo“ Smolkovic

  • Halle oder Fels?
    Beides hat seinen Reiz, es sind für mich zwei komplett unterschiedliche Dinge. Im Winter eher Halle, in den schönen Jahreszeiten gerne lieber draußen.
  • Sloper oder Leisten?
    Ich bin so schwach, das macht keinen Unterschied
     
  • Pizza oder Salat?
    Pizza. Selbstgemacht.
     
  • Laufen oder Couch?
    Laufen, dann Mittagsschläfchen auf der Couch :-)
     
  • Auto oder Rad?
    Rad!
     
  • Abendgarderobe oder Kletterhose?
    Einer meiner Spitznamen ist „Fashion-Physio“. Woher auch immer das kommt. Bitte hierzu Fritze Kops weiter befragen
 

Friederike „Fritze“ Kops

Die Bundestrainerin in Portrait

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Neben Urs Stöcker und Maxi Klaus ist Friederike Kops eine der Bundestrainerinnen des DAV Kletterkaders. Als Lehrerin und begeisterte Sportlerin bringt sie die besten Voraussetzungen für diese Aufgabe mit sich – nämlich Empathie und die Liebe zum Sport.

Urs Stöcker

Der Nationaltrainer Klettern im Portrait

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Seit gut einem Jahr arbeitet der 42-jährige Urs Stöcker als Trainer des Nationalkaders mit den größten Klettertalenten Deutschlands. Und das, obwohl der Schweizer aus dem Kanton Graubünden ursprünglich einen ganz anderen Weg eingeschlagen hatte. 2003 schloss er nämlich sein Diplomstudium als Quantenphysiker ab. Die Leidenschaft für Sport und Klettern im Besonderen führte ihn schließlich in eine ganz andere Richtung: er ließ sich zum Trainer für Leistungssport ausbilden.