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Den deutschen Paraclimbern gelingt ein Tripple in Imst!

11.07.2017, 14:22 Uhr

Beim ersten Paraclimbing Weltcup des Jahres 2017 in Imst schaffen insgesamt 6 deutsche Athleten den Sprung aufs Treppchen.

Der DAV verzeichnet in den letzten beiden Jahren eine deutlich steigende Nachfrage zu dem Thema Paraclimbing. Sei es auf Breitensportveranstaltungen, wie dem „Tag des Paraclimbing“ im DAV Kletterzentrum in Berlin vergangenen März, oder Anfragen zu Wettkampfteilnahmen und Interesse an der DAV Paraclimbing Nationalmannschaft, Klettern scheint auch Menschen mit Behinderung zu faszinieren. Am vergangenen Wochenende fand der erste internationale Wettkampf der Saison in Imst statt. Hier Eindrücke von Christoph Reichert, dem Trainer der deutschen Paraclimbing Nationalmannschaft von der Veranstaltung.

 

Beim Internationalen Paraclimbing-Event in Imst am 08./09.07.2016 gelang dem Team des DAV eine sehr gute Leistung. In der neurologischen Klasse RP-1 dominierten die deutschen Starter das Feld und machten die ersten drei Plätze unter sich aus. Dass der Weltmeister Korbininan Franck sich einen kleinen Patzer erlaubte, nutzten der WM-Zweitplatzierte Nils Helsper und der Wettmapfnovize Florian Singer gnadenlos aus und kletterten an Franck vorbei auf den 1. und 2. Platz. In der nochmal stärker als im Vorjahr besetzten Klasse AL-2 erreichte Günther Grausam mit konstant guten Leistungen den 8 Platz, während der 57-jährige Haudegen Thomas Meier der jüngeren Konkurrenz einheizte, seine kontinuierlich starken Leistungen in der schwersten, letzten Route des Wettkampfs noch einmal steigerte und mit dem 4. Platz knapp das Podest nur knapp verpasste. Michael Füchsle in der RP-2 kletterte zügig und nahezu fehlerlos und verbesserte sich mit Rang 3 auf einen Podest Platz.

 

Peter Kunze (RP-3) zeigte bei seinem ersten internationalen Wettkampf mit Platz 5, dass er das Niveau hat, um ganz vorne mitzumischen. Die beiden deutschen Starter Andreas Band (AU-1) und Kevin Bartke (AU-2) waren nahmen ebenfalls das erste Mal an einem internationalen Wettkampf teil. Beide kletterten leider ohne Konkurrenz in ihren Klassen, zeigten aber sehr gute und souveräne Leistungen und werden in Zukunft auch mit Konkurrenz große Chancen auf Podest Plätze haben. Friederike Tautz (RP-1), die letztes Jahr in Imst zum ersten Mal gestartet war, zeigte, dass sie das vergangene Jahr intensiv genutzt hat, und kletterte deutlich stärker und variabler als im Vorjahr auf einen 2. Platz. Auch dieses Jahr zeigte sich der Routenbau in Imst von seiner besten Seite. Den Organisatoren ist es gelungen, den im Paraclimbing neuen tschechischen Chefroutenbauer so gut zu instruieren, dass äußerst fair geschraubte Wettkampfrouten entstehen konnten, die Erfolgserlebnisse genauso ermöglichten wie eine differenzierte Wertung. Die gute Organisation, die freundlich-familiäre Stimmung und nicht zuletzt die großartige Kulisse machten wieder einmal deutlich, warum das Event in Imst zu den Beliebtesten auf der Paraclimbing-Wettkampftour gehört. Die komplette Ergebnisliste gibt es hier -->

 

Info zu den Startklassen im Paraclimbing

Um die Leistungen der Kletterer mit Behinderung so fair und objektiv wie möglich zu vergleichen, gibt es zahlreiche Startklassen. Unterschieden werden die Art und der Grad der Einschränkung. Alle Klassen gibt es natürlich jeweils für Damen und Herren.

  • „B“ – Startklassen für Blinde Athleten
  • „AL“ – Startklassen für Athleten mit Beinamputation
  • „AU“ - Startklassen für Athleten mit Armamputation
  • „AL“ – Startklassen für Athleten mit Beinamputation
  • „RP“ – Startklassen für Athleten mit neurologischer Beeinträchtigung

Die Zahlen hinter den Kürzeln stehen für den Grad der Beeinträchtigung. Mit ansteigender Zahl nimmt der Grad der Beeinträchtigung ab.

 

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