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Leadweltcup in Kranj: David Firnenburg unter Top-20

26.09.2018, 10:29 Uhr

Am 29. und 30. September ging der Lead-Weltcup im slowenischen Kranj über die Bühne. Gold ging an den Italiener Ghisolfi und die Koreanerin Kim. David Firnenburg holte das beste Ergebnis für das deutsche Team mit Rang 17.

Einige Überraschungen bei den Herren

Dass der frisch gebackene Weltmeister Jakob Schubert nicht gleich wieder auf dem höchsten Treppchenplatz gelandet war, ist noch gar nicht so überraschend. Das anstrengende Programm der Weltmeisterschaft vor zwei Wochen in Innsbruck hat bei dem Österreicher sicherlich auch Spuren hinterlassen. Überraschender dann schon das Favoritensterben im Halbfinale: So wurden Kletterer wie Romain Desgranges (FRA), Jakub Conekny (CZE) und Max Rudigier (AUT) von einem koordinativ anspruchsvollen „Offene-Tür“-Move im unteren Drittel der Route kalt erwischt und stürzten ins Seil. Das Momentum nutzte der Italiener Stefano Ghisolfi für sich: Er bewies in der komplexen Finalroute viel Voraussicht, ein herausragendes Bewegungsgespür und natürlich Power und sicherte sich souverän vor Jakob Schubert und Masahira Niguchi (JPN) den Tagessieg.

 

Zwei Deutsche im Halbfinale

David Firnenburg vom DAV Rheinland/Köln meisterte zwar den heißen Move im unteren Drittel, ließ aber einiges an Kraft dabei. Sonst hätte seine gute Platzierung auf Rang 17 womöglich noch besser aussehen können. Etwas unglücklich endete das Halbfinale für den deutschen Favoriten Sebastian Halenke (DAV Schwäbisch-Gmünd). Noch in den ersten Zügen rutschte ihm beim Toe-Hooken der Fuß ab; ein Flüchtigkeitsfehler, der ihn auf Rang 26 landen ließ. Der Vorfall zeigt, wie schmal der Grat zwischen zu locker und zu angespannt beim Schwierigkeitsklettern ist. Der deutsche Spitzenkletterer Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main) war nicht angetreten.

 

Bei den Damen kontrolliert zum Tagessieg

Bei den Damen konnten die Topfavoritinnen Janja Garnbret und Jessica Pilz zwar vorn mitmischen, zeigten aber nicht ihre übliche Dominanz. Die starke Podestanwärterin Anak Verhoeven (BEL) war verletzungsbedingt nicht angetreten. Profitieren konnten von dieser Situation die aufstrebende Hannah Schubert (AUT), Schwester von Jakob Schubert, und die Wettkampf-Veteranin Jain Kim, die mit beeindruckender Souveränität bis in die letzten Meter der Route kletterte. Sie kletterte mit ihrem unvergleichlich kontrollierten Stil am weitesten und gewann Gold verdient vor Garnbret und Schubert.

 

Knackiger und effizienter Routenbau

Die traditionsreiche Wettkampflocation in Kranj weist eine für die Verhältnisse des Sportkletterns nahezu „altmodische“, relativ niedrige Wand auf. Entsprechend herausfordernd war die Aufgabe für die Routenbauer, auf kurzer Strecke eine attraktive und selektierende Route zu entwerfen. Dem Team um Chefroutenbauer Christian Bindhammer (anstatt dem Österreicher Flo Murnig) gelang dies hervorragend: Anspruchsvolle und koordinativ fordernde, durch die Wand mäandernde Züge zwangen die Athleten vom Start weg, alles zu geben. Es entstand eine klare Reihenfolge in der Platzierung und ganz vorn landeten die Kletterer und Kletterinnen, die neben Kraft und Taktik die höchste Bewegungskompetenz und Risiko-Bereitschaft mitbrachten.

 

Climb to Tokyo

Tokio 2020 warf in Kranj schon die Schatten voraus - aber positiv: Die veränderten Regeln wie zum Beispiel das auf sechs Minuten reduzierte Zeitlimit im Finale erwiesen sich als gut praktikabel. Die Athleten und Athletinnen wurden fair gerankt, während der Unterhaltungsfaktor nichts zu wünschen übrig ließ.

 

Ausblick

Beim nächsten Leadweltcup in Wuijang, China, am 20. und 21. Oktober kann sich das deutsche Kletterteam erneut beweisen. In Wuijang wird zusätzlich noch der Speedweltcup ausgetragen.

 

Programm Leadweltcup Kranj

Ergebnisse Damen

1 Kim Jain KOR
2 Garnbret Janja SLO
3 Schubert Hannah AUT
4 Pilz Jessica AUT
5 Posch Katharina AUT
6 Hirano Natsumi JPN
7 Choong Katherine SUI
8 Markovic Mina SLO

44 Leonie Lochner (DAV München-Oberland)

 

Ergebnisse Herren

1 Ghisolfi Stefano ITA
2 Schubert Jakob AUT
3 Higuchi Masahiro JPN
4 Bombardi Marcello ITA
5 McColl Sean CAN
6 Vettorata Francesco ITA
7 Hada Yuki JPN
8 Fujii Kokoro JPN
 

17 David Firnenburg (DAV Rheinland/Köln)
26 Sebastian Halenke (DAV Schwäbisch-Gmünd)
37 Lars Hoffmann (Alpinclub Hannover)
40 Max Kleesattel (DAV Schwäbisch-Gmünd)
44 Ruben Firnenburg (DAV Rheinland/Köln)
61 Martin Tekles (DAV Achental)

 

Das deutsche Team wird unterstützt von Edelrid.