logo-dav-116x55px

Alberto Ginés López gewinnt erstes olympisches Gold im Klettern

02.08.2021, 09:34 Uhr

Nach einem extrem spannenden Wettkampf holt sich der Spanier Alberto Ginés López die Goldmedaille. Silber geht an den Amerikaner Nathaniel Coleman, Bronze gewinnt Jakob Schubert aus Österreich.

Endstand:

  1. Gold: Alberto Ginés López (ESP), 28 Punkte
  2. Silber: Nathaniel Coleman (USA), 30 Punkte
  3. Bronze: Jakob Schubert (AUT), 35 Punkte
  4. Tomoa Narasaki (JPN), 36 Punkte
  5. Mickael Mawem (FRA), 42 Punkte
  6. Adam Ondra (CZE), 48 Punkte
  7. Colin Duffy (USA), 60 Punkte
  8. Bassa Mawem (FRA) dns ("Did not start")
 

Ergebnisse Qualifikation

Es war ein harter Wettkampf für alle Beteiligten, bei dem sich auch Alex Megos und Jan Hojer wacker geschlagen haben. Leider reichte es am Ende nicht für die Runde der besten 8: Megos landete auf dem 9. Rang.

Hier die Ergebnisse:

  1. Mickael Mawem (FRA)
  2. Tomoa Narasaki (JPN)
  3. Colin Duffy (USA)
  4. Jakob Schubert (AUT)
  5. Adam Ondra (CZE)
  6. Alberto Ginés López (ESP)
  7. Bassa Mawem (FRA)
  8. Nathaniel Coleman (USA)

9. Alexander Megos
12. Jan Hojer

 

In unserem Liveticker könnt Ihr den spannenden Qualifikationswettkampf vom 3.8. nachlesen:

 

Lead: Megos auf 6, Hojer auf 9

Weiter geht es mit dem Lead. 

  • Chris Cosser geht zuerst aus der Isolation: Der Start beginnt noch human mit geringer Neigung. Die Schwierigkeiten beginnen bei einem überhänden Pfeiler, der in etwa neun Metern Höhe beginnt und an dem man zunächst entlang einer Kante klettert. 29 Griffe für Cosser.
  • Tom O'Halloran klettert in ähnliche Höhen, kommt aber nicht so weit: 25 Griffe für ihn.
  • Colin Duffy aus den USA zählt zu den Geheimtipps und liegt aktuell auf Platz 4 im Gesamtranking. Wahrscheinlich wird er bald die bisherige Höchstmarke einstellen – immerhin hat er bereits mit 17 ein Weltcup-Podest erklettert. Aktuell ist er auf gutem Weg, zeigt sich aber nervös, gerade beim Klippen. Aber wie zu erwarten, klettert er souverän durch die steilste Stelle (40 Grad) und nähert sich bereits in der Headwall dem Top. Kurz vor dem Top fällt er beim 42. Griff. Gar nicht so leicht: Oben wartet nochmal eine Balancepartie in der man sich umdrehen muss – direkt unter dem letzten Zug. Wahrscheinlich reicht das für's Finale!
  • Jetzt möchte es der Europameister der Kombination wissen: Aleksey Rubtsov. Leider hat er Probleme im unteren Teil des Pfeilers und stürzt bei 26+; Das wird nicht reichen!
  • Nathanial Coleman hat sich über Toulouse 2019 qualifiziert und ist besonder im Bouldern zuhause. Doch auch hier macht eer eine gute Figur und die erste Crux überwunden. Auf dem Weg zur Headwall schreit er jeden Griff an. Stark! 39 Griffe für ihn.
  • Mit Alberto Ginés López geht der nächste Lead-Spezialist an die Griffe. Sehen wir jetzt das Top? Es sieht aktuell so aus, er nähert sich dem Ende der Tour - und er fällt, einen Zug vor Duffy, 41+
  • Nun kommt der Chinese Yufei Pan, ebenfalls ein Lead-Pro. An der Traverse bei ca. Griff 22 hat er erwartungsgemäß keine Probleme. Unterhalbder Headwall fällt er dann aus der Wand. Griff 36 sollte nicht reichen für den Speed-Letzten.
  • Jan Hojer geht nun an die Griffe. Und ich hoffe, er ist nicht so aufgeregt, wie ich (FG). Komm Jan! Der DAV-Athlet beginnt sehr schnell. Jetzt kommt der Pfeiler. Und auch die Traverse nach links, hat er hinter sich gebracht. Doch er fällt danach, bei Griff 29+. Das war es wohl für den besten deutschen Boulderer.
  • Bassa Mawem, der Gewinner des Speed-Events rutscht extrem früh aus der Wand bei eienm Griff. Es sieht so aus, als hätte er sich am Bizeps verletzt. Wie traurig. 
  • In diese schlechte Stimmung hinein kommt: Adam Ondra (CZE). Wenn er nicht hochkommt, wer dann? Aktuell ist er auf gutem Kurs, die Route scheint nicht allzu schwer zu sein – für die Weltelite. Nach nur zwei Minuten ist er in der Headwall – und fällt früh! Sogar noch vor Duffy und López! Griff 39+ für das Ausnahmetalent. Doch das reicht ihm ziemlich sicher für das Finale.
  • Jongwon Chon aus Südkorea ist nun am Start. Mal sehen, wie gut er in den letzten Jahren Ausdauer trainiert hat. Antwort: Es reichte bis 26+; auch das wird wahrscheinlich nicht für das Finale reichen. Trotz Platz fünf nach zwei Disziplinen. Da sieht man, wie schnell sich das Blatt wenden kann.
  • Nun kommt Michael Piccolruaz aus Italien. Der Südtiroler machte im Speed mit Platz 8 eine gute Figur. Was kann er im Lead bewegen? Doch auch er gönnt sich bereits früh Pausen – entweder aus Taktik oder Notwendigkeit. Bei 28+ ist es für ihn vorbei, einen Zug unterhalb von Jan Hojer.
  • Sean McColl ist der einzige Kanadier, der sich für Tokio qualifizieren konnte. Und er kämpft, bis Zug 35+
  • Mit dem Ausgang dieser Entscheidung wird Ludovico Fossali (ITA) leider nichts mehr zu tun haben: In seiner Paradedisziplin Speed wurde er nur 13., im Bouldern 20. Dennoch kämpft er gut bis Griff 25.
  • Jetzt kommt er! Alex Megos! Er muss es jetzt an die Wand bringen, sonst ist dieses Event für Deutschland vorbei. Allez Alex! Er lässt sich an einem guten Hook viel Zeit zum Rasten, jetzt geht es in den Pfeiler. Zweimal wäre er schon fast weggerutscht. Huiuiui. Die Traverse hat er hinter sich gebracht und jetzt Hojers Bestmarke überklettert. Aber das reicht noch lange nicht. Noch einmal kurz Chalken, und jetzt gehts in die Headwall. Und nein, er fällt! 36+ bescheren ihm Rang 5. Das wird mega knapp!
  • Mickael Mawem (FRA) war eigentlich davor schon qualifiziert. Hat aber trotzdem alles gegeben und ist bis Zug 28+ gekommen.
  • Kai Harada (JPN) hatte bisher noch keinen guten Wettkampf. Er muss jetzt wirklich weit nach vorne klettern, um noch eine Chance zu haben. Doch das gelingt ihm leider nicht. Bei Zug 25 verpasst er den Griff und landete mit Wertung 25+ temporär auf Platz 14.
  • Rishat Khaibullin (KAZ) kämpft sich jetzt durch seine Route. Als Speed-Spezialist hat er nicht so gute Chancen und landet auf 28+
  • Jakob Schubert (AUT) sollte aus deutscher Sicht jetzt früh fallen, sonst schafft Alex Megos es nicht in die Wertung. Aktuell liegt der Franke auf Rang 9. Aber: der Bessere soll natürlich gewinnen (bzw. sich qualifizieren)! Doch er tut Megos nicht den Gefallen, überholt den Franken und landet mit 42+ auf dem 1. Platz.
  • Tomoa Narasaki (JPN) geht als letzter an die Griffe und ist eigentlich schon qualifiziert. Ein Trainingslauf für ihn und er fällt bereits früh, bei Zug 26+

 

Zusammenfassung: Auf einem undankbaren 9. Platz beendet Alex Megos den Wettkampf. Jan Hojer wird 10.

 

Zwischenstand

Aktuell stehen unsere beiden Athleten noch nicht im Finale. Doch noch ist alles offen: Mit Lead beginnt um 14.10 Uhr die Paradedisziplin von Alex Megos. Sollte er hier in die Top 6 klettern, wäre er recht sicher im Finale. Für Megos eigentlich keine so große Aufgabe. Anders sieht es bei Hojer aus: Er muss in seiner eher schwächeren Disziplin nun Vollgas geben – und hoffen, dass alles aufgeht. Doch das ist das spannende an diesem Dreikampf: Es kann sich bis zum letzten Wettkampf noch alles ändern.

 

Bouldern: Megos mit guter Leistung, Hojer muss zittern

Das Bouldern begleitet für euch Franz Güntner (FG). Nach einem verhaltenen Start in den Wettkampf für die deutschen Athleten, kommen wir jetzt zu Paradedisziplin von Jan und einer starken Disziplin von Alex. Zur Erinnerung: vier Boulder sind zu klettern, alle Teilnehmer haben für jeden fünf Minuten Zeit. Eine Startmarkierung bildet den Einstieg in die 4,5 Meter hohe Wand. In der Mitte kommt ein Zonengriff, der eine Art Zwischenwertung darstellt. Am Ende wartet der Top-Griff, der mit beiden Händen stabil gehalten wird. Dann gilt der Boulder als erfolgreich durchstiegen. Bei Gleichstand der geschafften Boulder zählen die geschafften Zonen, danach die Versuche für ein Top und danach die Versuche für eine Zone.

 

Los geht's mit Chris Cosser aus Südafrika an Boulder #1. Bereits der Start ist hier nicht so leicht: Zwei v-förmig angeordnete Folumen bilden den balancetechnisch schwierigen Start in diese Platte. Ist man zum Stehen gekommen, folgt links ein weiterer Sloper, auf dem die Zone liegt und dann das Top. Cosser erreicht die Zone, aber das war's für ihn! Auch Tom O'Halloran aus Australien tut sich schwer auf den abschüssigen Startvolumen stehen zu bleiben. Bei der Hitze und Luftfeuchtigkeit in Tokio auch gar nicht so einfach! Nun kommt Collin Duffy (USA) und schafft den Zonengriff. Noch 30 Sekunden. Und er schafft auch noch das Top, 10 Sekunden vor Schluss. Nun an der Wand: Aleksey Rubtsov aus Russland. Der Altmeister sicher sich gleich mal die Zone. Und nach einigen Problemen, kommt auch er ans Top. Toller Einstieg! Nathaniel Coleman (USA), bekommt auch schnell die Zone in die Hände, doch der finale Aufrichter zum Top gelingt ihm zunächst noch nicht. Bis zur Glocke hat er ihn aber in der Hand. Alberto Ginés Lopez startet nun an B1, endet aber ohne Zone. Starke Leistung von YuFei Pan aus China: Er macht das Ding in nur zwei Versuchen. Auch Bassa Mawem (FRA) erreicht die Zone. Und jetzt kommt Jan! Er ist ein physischer Kletterer, dem Platten eigentlich nicht so liegen. Doch nach zwei Minuten hat er die Zone erreicht. Was ist noch drin? Noch 1 Minute.. 10 Sekunden vor Schluss bekommt er eine Hand ans Top. Aber die Zweite fehlt, schade! Adam Ondra (CZE) betritt nach ihm die Matte, schafft die Zone und toppt 2 Minuten vor Schluss! Ein starker Einstieg für den vielleicht besten Kletterer der Welt. Gut lief es auch für den Südtiroler  Michael Piccolruaz (IT), der hier ebenfalls toppt! Nun ist Alex Megos an B1: Die Zone ist kein Problem! Kurz vor dem Top fällt er zwar. Aber es sieht so aus, als kenne er die Lösung. Und schon kurze Zeit später wird ihm das Top gegeben! Super Einstieg! Für den zweiten Mawem-Bruder, Mickael, läuft es richtig gut: Auch er holt sich das Top. Mit Kai Harada geht jetzt der erste Japaner an die Griffe. Bereits im ersten Versuch hat er beide Hände am Griff, aber er bekommt es nicht kontrolliert. Im vierten Versuch gelingt es aber dann! Mit Rishat Kaibullin (KAZ) geht nun ein nächster Speed-Spezialist an die Wand – allerdings ohne Auftrag. Besser sollte es für Jakob Schubert (AUT) laufen - doch im Moment gelingt ihm nichtmal der Einstieg. Und das bleibt auch so. Nun der Top-Favorit: Tomoa Narasaki aus Japan. Schon im ersten Versuch holt er sich die Zone. Kann er auch flashen? Nein, aber im zweiten Versuch schafft er es. Damit ist B1 fertig und hat insgesamt neun Begehung gesehen!

 

In Boulder Nummer 2 wird's schon etwas steiler, doch auch hier ist der Start etwas abschüssig. Nach dem Start muss man leicht dynamisch nach oben, sich dann nach links einspreizen und hoch zu einem weit entfernten Griff. Bisher hat diesen noch niemand erreicht. Jan Hojer ist jetzt am Start in B2. Was kann er hier schaffen? Noch eine Minute! Leider geht er hier leer aus – wie so viele vor ihm – und nach ihm. Aktuell hat B2 noch keine Begehung gesehen. Alex Megos steigt nun in den zweiten Boulder ein. Bis jetzt hat noch niemand eine Wertung heir geholt. Wird Alex der Erste sein? Ja!!!! Er bekommt als Erster die Zonenwertung in B2!!! Super! Und es gibt den ersten Flash: Mickael Mawem, der Typ ist on fire! Auch Tomoa Narasaki holt sich hier das Top. Insgesamt sah B2 damit nur zwei Begehungen, Megos holte sich als einziger Athlet die Zone.

 

Auch Boulder Nummer 3 wird nun beklettert - ein Weiterleiter zu Beginn, der in einem Fingerloch endet. Die Crux beginnt danach: Dynamisch aufstehen und mit beiden Händen dynamisch an den Topgriff. Doch das ist gar nicht so leicht. Bisher ist es immerhin Collin Duffy, Nathaniel Coleman und Albert Ginés Lopez gelungen. Was kann Jan hier reißen? Dynamisch-kräftige Boulder sind eigentlich seine Stärke. Und schon im zweiten Versuch bekommt er die Zone in die Finger – und toppt auch sofort! Stark!!! Wie hoch die Leistung einzuschätzen ist, zeigt Adam Ondra: Er erreicht hier nur die Zone. Megos jetzt in der 3. Wie gelingen ihm diese Züge? Aktuell noch nicht so gut. 2.40 Minuten noch. Zumindest die Zone sollte er holen. Jetzt hat er die Zone - verpasst aber das Top! Noch 30 Sekunden! Alex fällt erneut vom Top. Letzter Versuch. Eine Hand dran, aber er hält ihn nicht. Anders Mickael Mawem, der Typ scheint heute nicht zu stoppen! Dritter Boulder, drittes Top, zweiter Flash!

 

Boulder Nummer 4 wurde wohl als Endgegner geschraubt: Die Startposition liegt irgendwo in der Mitte, dazu muss man mit den Beinen voran nach oben. Dann ein vier Zentimeter breiter Riss, dann ein Dyno. Spannend, wem das als Erstes gelingen kann. Die Antwort: Aleksey Rubtsov! Jan Hojer ist jetzt an seinem letzten Boulder. Diesen muss er schaffen! Und zumindest die Zone hat er schon. Noch eine Minute! 10 Sekunden vor Schluss fällt er ab - ohne Top! Mit zwei Zonen und einem Top geht er von der Matte. Nun muss er im Lead wirklich liefern. Ondra hingegen holt sich hier die Begehung und verlässt die Matte mit zwei Tops und einer Zone. Jetzt wird es spannend: Megos sollte hier ein Top holen, um sicher im Rennen zu bleiben. Hoffen wir auf das beste! Die Zone ist schonmal kein Problem! Weiter gehts, jetzt zum Riss: dort fällt er! Aber zumindest der Zonen-Flash ist ihm sicher! Noch 3 Minuten! Noch 1.30! Noch 30 Sekunden! Und Ende! Megos schafft drei Zonen und ein Top. Mal sehen, wo er am Ende landet. Jetzt nochmal Mickael Mawem. Schafft er hier das Unglaubliche? So leicht geht es dann doch nicht.

 

Zusammenfassung: Für Jan Hojer lief auch der zweite Wettkampf suboptimal. Zwar konnte er Boulder 3 sehr schnell klettern, ansonsten fehlte ihm aber mindestens ein Top. Er beendet diesen Wettkampf auf Platz 9 in der Einzelwertung. Besser erging es Alexander Megos: Er kletterte Boulder 1 souverän, schaffte als einer von nur drei Athleten eine Wertung in Boulder 2. Doch in B3 fehlte ihm der so wichtige Top-Griff und auch in B4 bliebt es bei der Zone. So landet er am Ende des zweiten Wettkampfs auf dem 6. Platz. Bei den Konkurrenten taten sich besonders der Franzose Mickael Mawem hervor: Er toppte als einziger Athlet drei Boulder, zwei davon sogar beim ersten Mal. Auf Rang zwei landete Favorit Tomoa Narasaki aus Japan, mit zwei Tops. Für Kletter-Superstar Adam Ondra lief es ebenfalls gut: Er beendete das Bouldern auf dem dritten Rang.

 

10.00 Uhr: Speed!

09.45 Uhr: Gleich geht es los mit Speed! Zur Erinnerung: Heute wird nicht im KO-Modus geklettert, alle 20 Athleten haben je einen Versuch auf Bahn A und Bahn B. Die schnellste Zeit zählt und daraus wird ein erstes Ranking gebildet! Die Sportschau überträgt die Quali übrigens live.

10.00 Uhr: (TB) Ein historischer Moment für den Klettersport! Mit Christopher Cosser und Jongwon Chon nehmen die ersten Kletterer überhaupt olympische Griffe unter die Finger. Und Chon hat gleich einen Fehlstart.

(TB) Jetzt wirds spannend: Alex Megos geht gegen Nathaniel Coleman ins Rennen. Megastark, persönliche Bestzeit für Alex: 7.47 Sekunden!

(TB) Und dann Jan Hojer gegen Rishat Khaibullin. Nicht ganz Jans Bestzeit, aber schon mal sehr gut: 6,63 Sekunden.

(TB) Bassa Mawem legt die Bestzeit im ersten Durchgang hin: 5,45 Sekunden.

(TB) Adam Ondra ist mit 7.46 Sekunden ein Hundertstel schneller als Alex Megos.

(TB) Zwischenstand nach dem ersten Durchgang: Jan auf Rang 9, Alex auf 16. Wenn es so bliebe, wäre es gut - insbesondere für Alex. Jan könnte noch eins drauflegen.

(TB) Jetzt der zweite Durchgang. Daumen drücken für Chon, denn im ersten Durchgang htte er einen Fehlstart. Und geht mit 6.21 durch! "Mann ist der cool" sagt ARD-Reporter Tobi Barnerssoi.

(TB) Alex zum Zweiten, mit breitem Lachen kommt er auf die Bühne.

(TB) Alex rutscht aus und kommt nur auf 9,89 Sekunden. Nicht so schlimm, seine Zeit aus dem ersten Durchgang steht. "Er wird das Feld von hinten aufrollen," sagt Reporter Barnerssoi. Denn seine starken Disziplinen kommen ja erst. 

(TB) Konzentriert steigt Jan in den Ring.

(TB) Oh je: Jan Hojer rutscht aus und kommt nicht ans Top. Aber auch hier: Seine recht gute Zeit aus dem ersten Durchgang steht ja auch.

(TB) Adam Ondra startet alleine ins letzte Duell. Sein Konkurrent Tomoa Narasaki hatte eine gute Zeit im ersten Durchgang  und spart sich den Lauf.

(TB) Zwischenstand nach Speed: Jan Hojer auf der Elf, Alex Megos auf der 19. Nicht perfekt, aber durchaus im grünen Bereich.

(TB) Bis hierher haben wir einen tollen Wettkampf mit super Bildern gesehen. Wie das mit Zuschauern vor Ort abgehen würde! Nun denn: 25 Minuten Pause, um rund 11 Uhr gehts wieder los. Mit Bouldern.

 

noch 30 Minuten: Die Konkurrenz

Jan Hojer und Alex Megos sind natürlich nicht die einzigen Weltklasse-Athleten im Feld: Wer zu Olympia will, muss zu den besten gehören. Da wären:

  1. Tomoa NARASAKI (JPN) – Boulderstar aus Japan, heißer Anwärter auf Gold
  2. Jakob SCHUBERT (AUT) – Besonders stark im Lead und Bouldern, zählt zu den besten Seilkletterern der Welt 
  3. Rishat KHAIBULLIN (KAZ) – Speed-Spezialist
  4. Kai HARADA (JPN) – Boulderweltmeister 2018, auch stark im Lead
  5. Mickael MAWEM (FRA) – Allrounder
  6. Alexander MEGOS (GER)
  7. Ludovico FOSSALI (ITA) – Speed-Spezialist
  8. Sean MCCOLL (CAN) – besonders stark im Lead
  9. Adam ONDRA (CZE) – Weltklasse im Lead und Bouldern, heißer Gold-Favorit
  10. Bassa MAWEM (FRA) – Speed-Spezialist mit gutem Allround-Potenzial
  11. Jan HOJER (GER)
  12. YuFei PAN (CHN) – gut im Bouldern und Lead
  13. Alberto GINÉS LÓPEZ (ESP) – mit 18 Jahren einer der jüngsten Teilnehmer, starker Lead-Kletterer
  14. Nathaniel COLEMAN (USA) – besonders im Bouldern Zuhause
  15. Colin DUFFY (USA) – mit 17 der jüngste Teilnehmer im Feld, gilt als Geheimtipp
  16. Michael PICCOLRUAZ (ITA) – Allrounder
  17. Aleksei RUBTSOV (RUS) – Boulder-Champion
  18. Tom O'HALLORAN (AUS) – international eher unauffällig
  19. Christopher COSSER (RSA) – international noch nicht so erfahren
  20. Jongwon CHON (COR) – Boulder-Profi
 

noch 90 Minuten - das ist Olympic Combined!

Darum geht es heute: Die Quali im Olympic Combined (ein Klick auf das Bild vergrößert es)! Wer nochmal einen kurzen Auffrischungskurs braucht: 20 Athleten starten heute in den Disziplinen Speed, Bouldern, und Lead. Die Regeln jeder Einzeldisziplin bleiben bestehen, allerdings gibt es Änderungen in den Anforderungen:

 

So wird heute bei Speed nicht die gesamte KO-Runde geklettert, sondern nur die Qualifikation: Jeder Athlet darf zwei Mal antreten, einmal auf Bahn A und einmal auf Bahn B. Die schnellste Zeit fließt in die Wertung ein – und daraus wird das erste Ranking dieses Tages gebildet.

 

Nach einer kurzen Pause geht es weiter zum Bouldern: Vier Boulder á 5 Minuten stehen dort auf dem Programm. Die Wertungsreihenfolge sieht genauso aus wie bei der Einzeldisziplin: 1. Die gekletterten Tops, 2. Die gekletterten Zonen, 3. Versuche bis zum erfolgreichen Top, 4. Versuche bis zu erfolgreichen Zone. Auch hier gibt es danach ein Ranking.

 

Im Lead haben die Sportler dann sechs Minuten Zeit, um eine Quali-Route durchzusteigen. Alle Griffe sind von unten nach oben durchnummeriert, wer am höchsten kommt, gewinnt. Bei Gleichstand zählt die Zeit bis dorthin. Allerdings gibt es im Lead noch ein paar Feinheiten, nämlich die "+"- Wertung, z. B. "42+". Das bedeutet, dass ein Teilnehmer sicher bis Griff 42 geklettert ist und danach noch einen Zug zum nächsten Griff unternommen hat. Die Rankings aus den Einzelwertungen werden dann miteinander multipliziert. Die acht Teilnehmer mit den niedrigsten Werten dürfen ins Finale!

 

Countdown: 2 Stunden bis zum Start

Heute wird es ernst! Und wie auch im Fußball, beginnen wir hier mit einer kleinen Aufstellung:

 

Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main): Man darf ihn getrost als "Altmeister" dieser Olympischen Spiele bezeichnen: Mit Jahrgang 92 gehört er zu den ältesten Teilnehmern im Feld - aber auch zu den erfahrendsten – vor allem im Bouldern. Mehrmals schon gewann er Boulder-Weltcups, Gesamtweltcups und sicherte sich internationale Erfolge, wie den Europameister-Titel 2017. Er ist aktuell Deutschlands erfolgreichster Boulderer. Als die Entscheidung für den Dreikampf in Tokio fiel, begann er umgehend mit dem Speed-Training, um sich, wie er sagt, einen Vorteil zu verschaffen. Das zahlt sich bis heute aus: Beim Sonderqualifizierungsevent in Toulouse 2019 musste er sich nur Speed-Spezialist Bassa Mawem (FRA) geschlagen geben und hatte damit eine perfekte Ausgangslage für die Qualifikation. Das zahlte sich am Ende aus: Hojer löste dort sein Ticket. Um heute eine Runde weiter zu kommen, braucht Jan: Eine sehr starke Speed-Platzierung, muss im Bouldern auf den vorderen Rängen landen und im Lead alles geben.

 

Alexander Megos (DAV Erlangen): Eine komplett andere Biographie besitzt Fels-Star Alex Megos. Der Franke ist besonders am Fels zuhause und gilt als einer der besten Felskletterer der Welt. Mitunter sieht man ihn bei Boulder- oder Lead-Weltcups: 2017 wurde er aus dem Stand Vize-Europameister im Bouldern, 2018 holt er Lead-Gold beim Weltcup in Briançon, 2019 qualifiziert er sich als erster Deutscher bei der WM in Hachioji für Olympia. Seine Stärke ist das Lead-Klettern, doch gerade in diesem Jahr hat er bewiesen, dass er auch im Bouldern weit nach vorne klettern kann. Und wenn es zuvor im Speed nicht ganz sooo schlecht läuft, hat Alex durchaus die Chance, auch im Finale anzutreten.

 

 

Jan im Portrait

Und auch Jan haben wir am Rande der Finals vor die Kamera bekommen.

 

Viele spannende Infos...

... und noch mehr Videos gibt es übrigens auf unserer Themenseite Climb to Tokyo.

 

Der Countdown läuft

Bevor es morgen losgeht, hier noch ein kleines Video, das wir vor einigen Wochen mit Alex gedreht haben.

 

Kommentierung Livestream: Franz Güntner (FG) und Thomas Bucher (TB)

 

Alexander Megos

Olympia-Teilnehmer

Mehr erfahren
Alexander Megos von der Sektion Erlangen ist einer von zwei Athleten, die sich für die Olympischen Spiele 2021 in Tokyo, Japan, qualifizieren konnten. Mit der Kampagne #climbtotokyo begleitet der DAV das deutsche Team auf seinem Weg nach Tokyo. Name Alexander Megos Jahrgang 1993 Wohnort Erlangen DAV-Sektion Erlangen  

Jan Hojer

Olympia-Teilnehmer

Mehr erfahren
Jan Hojer von der Sektion Frankfurt am Main ist einer von zwei Athleten, die sich für Tokyo 2021 qualifiziert haben. Mit der Kampagne #climbtotokyo begleitet der DAV das deutsche Team auf seinem Weg nach Tokyo. Name Jan Hojer Jahrgang 1992 Wohnort Frechen DAV-Sektion Frankfurt am Main  

Was ist Olympic Combined?

Das neue Wettkampfformat

Mehr erfahren
Im Sommer 2016 beschloss das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Aufnahme von Sportklettern in das Olympische Programm. Bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio 2021 wird die Premiere stattfinden. Der Wettkampfmodus für Tokio ist ein neu geschaffenes Kombinationsformat, das Olympic Combined, das sich aus den drei Disziplinen Lead, Bouldern und Speed zusammensetzt. Der Wettkampf bei Olympic Combined läuft über zwei Runden: Qualifikation und Finale, die an unterschiedlichen Tagen stattfinden. Alle Athlet*innen müssen in allen drei Disziplinen starten. Die Abfolge ist festgelegt: Begonnen wird mit Speed, danach kommt Bouldern und als letzte Disziplin Lead.   Die Ergebnisse aus der Qualifikationsrunde werden multipliziert und daraus ein Ranking erstellt. Kletter*in A hat beispielsweise in den drei Disziplinen die Platzierungen 2, 5 und 10, die multipliziert eine Punktezahl von 100 ergeben. Kletter*in B landet in allen drei Disziplinen auf Platz 6 und erhält 216 Punkte. Kletter*in A hat weniger Punkte, landet in der Gesamtwertung also vor Kletter*in B und hat bessere Chancen, ins Finale einzuziehen. Die acht Athlet*innen mit der niedrigsten Punktezahl werden dort starten. Im Finale werden die drei Disziplinen mit kurzer Pause direkt hintereinander geklettert. 

Lexikon des Wettkampfkletterns

Mehr erfahren
Klettern ist eine Welt für sich. Von A wie Affenindex bis Z wie Zone ergibt sich ein ganzes Lexikon aus Equipment, Positionen und Schrittfolgen, die im Klettersport ganz bestimmte Bezeichnungen haben. Wir führen euch einmal durch's ABC des Kletterns und erklären euch, was die Begriffe bedeuten.  Schnellnavigation: A - B - C - D - E - F - G - H - I - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - Z