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Startschuss zu einer der größten Kletter-Weltmeisterschaften aller Zeiten

04.09.2018, 10:29 Uhr

Die diesjährige Wettkampfsaison neigt sich bereits dem Ende zu. Aber bevor sich die Athletinnen und Athleten aus aller Welt in die wohlverdiente Wettkampfpause begeben, steht noch das größte Event des Jahres an: die Kletterweltmeisterschaft in Innsbruck. Zehn Tage lang geht es in der Tiroler Alpenstadt hoch her, und erstmals werden auch Medaillen in der Combined-Wertung vergeben. Das deutsche Team schickt dafür acht seiner besten Kletterinnen und Kletterer ins Rennen.

Großes Finale nach neun Wettkampftagen

Vom 6. bis zum 16. September 2018 werden Wettkämpfe in allen drei Kletterdisziplinen (Lead, Speed, Bouldern) ausgetragen. Auch die internationalen Paraclimber kämpfen in Innsbruck um die Medaillen. Los geht es mit der Disziplin Lead. Am 6. und 7. September finden die Qualifikationsrunden statt, bevor es am 8. und 9. September im Halbfinale und Finale ernst wird. Anschließend stehen die Boulderwettkämpfe an. Diese ziehen sich über vier Tage, mit dem Damenfinale am 14., und dem Herrenfinale am 15. September. Der 13. September ist dem Speedklettern gewidmet.

 

Ebenfalls am 11. und 12. September beginnen die Paraclimber mit der Qualifikation. Die Medaillen werden ihnen an den beiden darauffolgenden Tagen vergeben.

 

Am 15. September ist die Medaillenvergabe in den einzelnen Disziplinen abgeschlossen und die Athletinnen und Athleten bereiten sich auf das große Finale vor: Nur jeweils sechs Damen und Herren, die in allen drei Disziplinen die besten Leistungen erbracht haben, treten beim Finale im Combined-Format an. Am 16. September gilt es dann, erneut im Lead, Speed und Bouldern alles zu geben. Wer hier noch einmal Nervenstärke, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer beweist, bekommt am Ende die Medaillen der Combined-Weltmeister überreicht.

 

Die besten deutschen Allroundtalente gehen an den Start

Für dieses Großereignis reisen hunderte Teilnehmer aus 56 Nationen an. Aus dem deutschen Team kommen acht Talente nach Innsbruck. Sie alle haben in der Vergangenheit und in dieser Saison schon erfolgreich an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilgenommen. Yannick Flohé (DAV Aachen) beispielsweise feierte mit dem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft im Bouldern dieses Jahr einen seiner bisher größten Erfolge. Auch im Speed trägt er den Titel des diesjährigen Deutschen Meisters. Bei der ersten Deutschen Meisterschaft im Combined Format musste er sich nur Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main) geschlagen geben. International setzte er sich Ende Juni bei einem Europäischen Jugendcup im Lead gegen die starke Konkurrenz durch und holte hier die Goldmedaille. Seine Allround-Fähigkeiten in allen drei Kletterdisziplinen wird er bei der Weltmeisterschaft in den nächsten Tagen unter Beweis stellen.

 

 

Auch Jan Hojer ist sowohl im Bouldern, als auch im Lead und Speed gut unterwegs. Die meisten Medaillen sammelte er aber im Bouldern. Viermal wurde er Deutscher Meister im Bouldern, zweimal Europameister, und 2014 gewann er sogar die Gesamtwertung. Im Leadklettern erreichte er 2017 den Deutschen Meistertitel – international war ein vierter Platz bei einem Leadweltcup sein bisher bestes Ergebnis. Als Deutscher Vizemeister und Sieger der Deutschen Meisterschaft im Combined Format 2018 stellte er ebenfalls sein Allround-Talent unter Beweis.

 

Alex Megos und Alex Averdunk: Olympia ist das Ziel

Mit dabei in Innsbruck sind auch Alexander Megos (DAV Erlangen) und Alexander Averdunk (DAV München-Oberland). Für beide ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 ein großes Ziel und sie bereiten sich mit einem intensiven Training darauf vor. Megos holte in den vergangenen zwei Jahren bereits drei Medaillen – unter anderem eine Goldmedaille – bei Leadweltcups. Und als Europäischer Vizemeister im Bouldern 2017 konnte er auch in dieser Dizsiplin einen Erfolg verzeichnen. Das Speedklettern zählt nicht zu seinen größten Stärken, aber durch seine Fähigkeiten in den anderen Disziplinen hofft er, bei der WM in Innsbruck dennoch erfolgreich zu sein.

 

Alexander Averdunk wird in Innsbruck nicht in allen drei Wettkampfdisziplinen antreten, sondern konzentriert sich auf seine größte Stärke, das Bouldern. Der 21-Jährige wurde erst im Juni zum Deutschen Vizemeister im Bouldern gekürt. Beim diesjährigen Boulderweltcupfinale kletterte er bis auf den elften Platz. Bei der Weltmeisterschaft kann er weitere Wettkampferfahrungen sammeln.

 

Vier talentierte Damen aus dem Deutschen Team

Alma Bestvaters (DAV Weimar) Steckenpferd ist das Bouldern. Die Deutsche Meisterin im Bouldern 2018 war in dieser Saison auf Boulderweltcups sehr erfolgreich. Zweimal kämpfte sie sich bis ins Finale vor und kam einer Podiumsplatzierung greifbar nahe. Ihr bestes Lead-Ergebnis erreichte sie 2017 mit einem dritten Platz bei der Deutschen Meisterschaft.

 

Als Meisterin aller drei Disziplinen feierte Frederike Fell (DAV Freising) in der diesjährigen und letzten Saison große Erfolge. Bei der Deutschen Meisterschaft im Bouldern 2017 holte sie die Silbermedaille, dieses Jahr ging der Deutsche Meistertitel sowohl im Speed, als auch im Olympic Combined an die erst 17-Jährige.

 

Desweiteren geht mit Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln) die letztjährige Deutsche Meisterin im Lead in Innsbruck an den Start. Sie tritt ebenfalls in allen drei Disziplinen an – im Gegensatz zu Lilli Kiesgen (DAV Darmstadt-Starkenburg), die sich allein auf den Boulderwettkampf konzentrieren wird.

 

Janja Garnbret, Miho Nonaka und weitere große Namen

Die Startliste bei der Weltmeisterschaft beinhaltet sämtliche große Namen, die im internationalen Wettkampfgeschehen eine Rolle spielen. Die Gastgebernation schickt mit Jakob Schubert und Jessica Pilz zwei regelmäßige Lead- und auch Boulderweltcup-Finalteilnehmer ins Rennen. Natürlich entsendet auch Japan wieder eine lange Liste an Athletinnen und Athleten aus seiner schier unerschöpflichen Kaderschmiede. Darunter Boulderweltcup-Gesamtsiegerin Miho Nonaka, sowie Tomoa Narasaki, Kokoro Fujii und Akiyo Noguchi. Auch Janja Garnbret (SLO) darf hier ebenso wenig fehlen Stefano Ghisolfi (ITA), Romain Desgranges (FRA), Anak Verhoeven (BEL) oder Sean McColl (CAN).

 

Der DAV-Kader bekommt es also mit einer starken internationalen Konkurrenz zu tun – und das Publikum darf gespannt sein, wer in den einzelnen Disziplinen und beim großen Combined-Finale das Rennen macht.

 

Programm

Donnerstag, 6. September

11:00 - 16:00 Uhr: Qualifikation Lead Damen

 

Freitag, 7. September

11:00 - 17:00 Uhr: Qualifikation Lead Herren

 

Samstag, 8. September

13:00 - 16:00 Uhr: Halbfinale Lead Damen

19:00 - 20:00 Uhr Finale Lead Damen

21:45 Uhr: Medaillenzeremonie

 

Sonntag, 9. September

13:00 - 16:00 Uhr: Halbfinale Lead Männer

19:00 - 20:00 Uhr: Finale Lead Männer

21:45 Uhr: Medaillenzeremonie

 

Dienstag, 11. September

10:00 - 16:00 Uhr: Qualifikation Bouldern Damen

18:00 - 22:00 Uhr: Paraclimbing Qualifikation

 

Mittwoch, 12. September

10:00 - 17:00 Uhr: Qualifikation Bouldern Herren

18:00 - 22:00 Uhr: Paraclimbing Qualifikation

 

Donnerstag, 13. September

10:00 - 12:00 Uhr: Qualifikation Speed Damen

14:00 - 17:00 Uhr: Qualifikation Speed ​Herren

19:00 - 19:50 Uhr: Paraclimbing Finale

20:00 - 21:00 Finale Speed ​​Damen und Herren

21:45 Uhr: Medaillenzeremonie

 

Freitag, 14. September

13:00 - 15:15 Uhr: Halbfinale Bouldern Damen

15:30 - 16:30 Uhr: Paraclimbing Finale

19:00 - 21:00 Uhr: Finale Bouldern Damen

21:45 Uhr: Medaillenzeremonie

 

Samstag, 15. September

13:00 - 15:15 Uhr: Halbfinale Bouldern Herren

15:30 - 16:30 Uhr: Paraclimbing Finale

19:00 - 21:00 Uhr: Finale Bouldern Herren

21:45 Uhr: Medaillenzeremonie

 

Sonntag, 16. September

11:00 - 14:00 Uhr: Finale Combined Damen

14:30 - 17:00 Uhr: Finale Combined Herren

18:00 Uhr: Abschlussfeier

 

Infos, Fotos und Livestream

 

Das deutsche Team wird unterstützt von Edelrid.