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Frederike Fell schrammt beim EYC München knapp an einem Podestplatz vorbei

11.07.2018, 08:52 Uhr

Einen Podestplatz konnte der DAV-Kader zwar ganz knapp nicht erreichen, aber dass die Nachwuchskletterinnen und -kletterer auch mit Seil können, wie es Bundestrainer Urs Stöcker kürzlich sagte, bewies der Deutsche Jugendkader erneut beim Europäischen Jugendcup (EYC) Lead in München am vergangenen Wochenende. Frederike Fell (DAV Freising) belegte als beste deutsche Teilnehmerin den vierten Platz. Mit so einem Erfolg bei ihrem ersten internationalen Leadcup in dieser Saison hat die 17-Jährige selber gar nicht gerechnet, sagte sie nach dem Wettkampf. „Ich freue mich riesig. Ehrlich gesagt war es für mich bei der starken Konkurrenz schon eine Überraschung, überhaupt im Finale zu sein.“


An der beeindruckenden Wettkampf-Außenwand des Kletterzentrums München-Freimann ging der neunte der insgesamt zwölf EYCs dieser Saison vor einem großen Publikum über die Bühne. Etwa 230 europäische Nachwuchstalente kämpften am Samstag in der Quali in den von Christian Bindhammer, Joseph Wetzel, Matze Conrad und Luke Brady sehr homogen geschraubten Touren um einen Platz unter den Top Ten – und damit um den Einzug in das Finale.

 

Frauen in Top-Form

Fünf Frauen des insgesamt 29-köpfigen Nachwuchskaders gelang das auch. Aus der Jugend B Leonie Muth (DAV Allgäu-Kempten) und Lili Cornely (DAV Rheinland-Köln), in der Jugend A Frederike Fell, und in der Juniorinnen-Wertung Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg) und Johanna Holfeld (DAV Sächsischer Bergsteigerbund) konnten vor heimischen Publikum noch einmal zeigen, dass sie auch gegen die starke Konkurrenz aus den traditionellen Lead-Nationen wie Slowenien, Frankreich, Österreich und Tschechien Chancen haben. „Wir freuen uns riesig über den Finaleinzug der fünf Mädels“, sagt Bundestrainerin Friederike Kops. Am meisten beeindruckt habe sie Frederike Fell: „Die hat im Finale in meinen Augen den besten technisch-taktischen Auftritt von allen Teilnehmerinnen der weiblichen Jugend A und der Juniorinnen geliefert!“ Aber auch die Leistung von Leonie Muth sei sehr erfreulich gewesen, sie sei bei ihrem ersten EYC „super solide“ ins Finale geklettert und habe sich als „kleine Lead-Hoffnung“ präsentiert. Leonie belegte letztendlich den 7. Platz, Lili Cornely wurde Zehnte. Roxana Wienand platzierte sich bei den Juniorinnen auf Platz 5, Johanna Holfeld wurde Sechste. Die insgesamt hohe Leistungsdichte sorge für sehr abwechslungsreiche Ergebnisse auf den EYCs, sagt die Bundestrainerin. Die Jungs mit Finalpotenzial hätten sich in München leider nicht durchsetzen können: „Ich denke, insgesamt fehlt es den meisten unserer Athleten noch an Körnern für die letzten Meter im Vergleich zur Spitze.“

 

Es war der erste deutsche EYC in Deutschland seit vielen Jahren, der letzte fand 2011 – auch in München – statt: „Wir haben uns schon lange wieder einen EYC in Deutschland gewünscht und die Organisatoren dieses Wettkampfes haben auch deutlich gezeigt, dass sie das Zeug dazu haben, ein qualitativ hochwertiges Event zu bieten. Mit einem Heimspiel setzen wir ein Zeichen, dass das Wettkampfklettern auf internationalem Niveau für uns eine wichtige Rolle spielt. Außerdem haben wir damit die Chance, mehr Athletinnen und Athleten aus der eigenen Reihe ins Rennen zu schicken und sich international zu präsentieren. Gerne mehr davon“, sagt Friederike Kops. Und Frederike Fell hatte einfach riesigen Spaß, vor heimischen Publikum zu klettern: „Es war so cool.“

 

Video: Das war der EYC München

 

Text: Gudrun Regelein für kletterszene.com

 

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