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Deutsche Meisterschaft Bouldern 2021: Flohé und Hönig gewinnen in Bochum

06.06.2021, 18:00 Uhr

Die Deutsche Meisterschaft im Bouldern ist soeben zu Ende gegangen: Die neuen Champions heißen Afra Hönig (DAV Landshut) und Yannick Flohé (DAV Aachen).

Finale der Damen: gleich geht's los!

Um 17.15 Uhr beginnt das Finale der Damen. Hier gibt's die wichtigsten Entwicklungen. Außerdem überträgt das ZDF das komplette Finale im Livestream.

 

 

  • Das Finale ist jetzt gestartet. Der erste Boulder der Damen ist eine Mischung als großen Volumengriffen und kleinen Leisten. Im unteren Teil müssen die Griffe kompressionsartig zusammengedrückt werden, um den Körper an der Wand zu halten. Das verlangt eine Starke Rumpfmuskulatur. Im oberen Teil gilt es schmerzhafte Leisten zuzudrücken und das alles in etwa 45 Grad Steilheit. Als erste Starterin darf Leonie Lochner an die Griffe, die sich hier immerhin eine Zone sichern kann. Afra Hönig geht als Zweite an Boulder F1, den sie mit scheinbarer Leichtigkeit flasht, also auf den ersten Versucht klettert. Der Boulderstil hat ihr wohl direkt in die Karten gespielt. Ganz bitter für Anna Lechner: Auch sie scheint sich zunächst gut in Boulder F1 zurechtzufinden, stürzt aber am letzten Zug. Leider kann sie ihren guten Versuch nicht mehr wiederholen und verlässt die Bühne mit einer Zone. Jetzt ist die amtierende Deutsche Meisterin Hannah Meul an der Reihe und brilliert mit einem Flash - wichtig für das Selbstvertrauen! Der letzte Zug scheint es in sich zu haben: Alma Bestvater scheitert drei mal daran, bevor sie sich mit der Zone geschlagen geben muss. Roxana Wienand ging mit der Führung aus dem Halbfinale und startet deshalb als Letzte bei F1. Auch sie kann den unteren Teil des Boulders schnell Lösen, scheitert aber an den kleinen, messerscharfen leisten. Damit ist für Roxana bei der Zone Schluss. 
  • Es geht weiter mit Boulder F2: Der zweite Boulder der Damen ist wohl das, was man eine "tricky" Platte nennen kann - zumindest im unteren Teil. Ein verzwickter Aufsteher führt über riesige halbmondförmige Griffe zum Top. Die Griffe scheinen zwar groß, sind aber sehr abschüssig und extrem anspruchsvoll zu halten. Den Start macht wieder Leonie Lochner. Sie kann sich schnell bis über die Zone schieben, in dem sie ihren Körper hinter die große Halbkugel im Mittel der Route klemmt. Leider kommt sie nicht weiter und muss mit einer Zone zurück in die Zwischenisolation. Als ihre Stärke würde Afra Hönig den technischen Plattenboulder wohl nicht bezeichnen - trotzdem schafft sie es kontrolliert zur Zone. Das Top bleibt ihr leider verwährt. Bisher ist noch keine Starterin über die Zone herausgekommen und auch für Anna Lechner ist kurz vorm Top Schluss. Als nächste zeigt Hanna Meul, wieso sie zu den absoluten Favouritinnen gehört. Beinahe tanzend schiebt sie sich über die Zone über die abdrängenden Griffe und Tritte zum Top. Ob der Zielgriff wohl noch ein zweites mal gehalten wird? Alma Bestvater gibt zumindest ihr Bestes. Im ersten Versuch kann sie die Zone ihr eigen nennen, muss sich allerdings auch mit diesem High-point von der Bühne verabschieden. Keine Überraschung: Die unglaublich starke Roxana Wienand zeigt, dass Platten für sie zum Reportoir gehören und flasht F2 beinahe mühelos - wahnsinn!  
  • Alle Starterinnen sind durch, deshalb geht es jetzt zu F3: Wer kleine Griffe und statische Züge mag, wird hier enttäuscht! Gleich vom Start weg warten dynamische Sprünge. Genauer gesagt ein sogenannter Doppel-Dyno. Also ein doppelter Sprung - Züge, die an den Parcour-Sport erinnern. Leonie Lochner kann sich leider nicht auf den spektakulären Spung eingrooven und entscheidet sich noch vor Ablauf der Zeit dazu, ihre Kraft für den letzten Boulder aufzusparen - ohne Zone oder Top. Kaum zu Glauben, aber Afra Hönig schafft nicht nur die dynamischen Bewegungen am Anfang im ersten Versuch, sondern lässt sich das Top dann auch nicht mehr nehmen. Flash für Afra! Ob ihr das eine andere Kletterin nachmachen kann? Anna Lechner schafft es zumindest fast: Der Sprung gelingt ihr beim zweiten Mal. Mit dem Rest scheint sie keine Probleme zu haben und holt sich das Top. Und wieder ist Hannah Meul an der Reihe. Ein unkontrollierter Rutscher und ein verfehlter Toe-Hook kosten sie die ersten zwei Versuche, aber alle gute Dinge sind drei: Hanna sichert sich den Boulder und ist damit die einzige, die bisher jede Route klettern konnte. Auch bei Alma Bestvater geht es schnell: auf den zweiten Go springt sie durch die Wand zum Ziel. Um noch vorne mitzuspielen braucht Roxana Wienand das Top von F3. Und das lässt sie sich auch nicht nehmen - immerhin auf den vierten Anlauf. Es kann noch spannend werden! 
  • Auf geht´s zum letzten Final-Boulder, F4. Wer wird sich hier durchsetzen? Noch ist vieles offen. Auf die Athletinnen wartet ein unbequemer Start: Auf dem untersten Griff sind gleich vier Markierungen, das bedeutet, dass er mit beiden Händen und beiden Füßen berührt werden muss - eine knifflige Position. An großen runden Griffen geht es dann geradewerts nach oben - immerhin lockt das gutgriffige Topgriff! Die unbequeme Startposition hindert Leonie Lochner nicht, sich am folgenden Sprung zu versuchen. Leider aber ohne Erfolg - weder Zone noch Top für die Starterin aus Bayern. Auch Landskameradin Afra Hönig hat einige Probleme mit demselben Zug. Aus einer drückenden Körperposition muss nur aus den Beinen heraus Schwung geholt werden. Tatsächlich: in ihren letzten zehn Sekunden hat Afra den Zielgriff in der Hand! Genauso gut läuft es bei Anna Lechner. Sie lässt nichts liegen und toppt die Route ohne große Probleme aufs zweite Mal. Jetzt geht es um Alles: Afra Hönig hat vorgelegt. Jetzt wird es spannend: Schafft Hannah Meul F4, behält sie ihren Titel als Deutsche Meisterin. Behält sie die Nerven? Leider wird sie dem Sprung nicht Herrin und muss die Bühne ohne Zone und Top verlassen. Auch für Alma Bestvater ist trotz diverser Versuche am Sprung Schluss. Die letzte Final-Starterin ist jetzt in der Wand. Noch kann Roxana Wienand die Goldmedaille holen: Sie müsste den Boulder dafür im zweiten Go abhaken - ohne Erfolg. Damit ist es klar: Die deutsche Meisterin heißt Afra Hönig! 
 

Finale der Herren: gleich geht's los!

Um 17.15 Uhr beginnt das Finale der Herren. Hier gibt's die wichtigsten Entwicklungen. Außerdem überträgt das ZDF das komplette Finale im Livestream.

 

  • Nun geht es los mit M1: Der Boulder führt mit riesigen Volumes, die zu Halbkreisen angeordnet sind, durch einen starken Überhang schräg nach oben - ein ordentliches Brett für den Start. Das Problem: Die Halbkreise zeigen in die falsche Richtung und müssen als Untergriff genommen werden. Leider fehlen Tritte. Die Crux ist ein Sloper, den man oberhalb der Volumes halten muss. Spannend und nicht so einfach, aber wir sind ja im Finale. Max Kleesattel startet als Erster: Die Probleme beginnen kurz nach dem Start, immerhin schafft er die Zone im 2. Go, mehr geht für ihn aber nicht. Christoph Schweiger fällt zumindest der Beginn etwas leichter, er sichert sich die Zone im 1. Versuch. Das Top bleibt aber auch ihm verwehrt. Lasse von Freier erlaubt sich einen Lapsus und fällt bei der Startposition. Im zweiten Anlauf gelingt es ihm aber, die Zone zu erreichen. Mehr geht nicht. Stefan Schmieg ist nach zweijähriger Wettkampfpause zurück im Game. Was ist für ihn heute drin? Zumindest mal die Zone im 2. Go. Aufgrund der Vorrundenplatzierung liegt er aktuell auf Platz 2. Nach vier Athleten ist der Boulder noch ungeklettert. Was kann Olympia-Teilnehmer Jan Hojer hier erreichen? Einiges: Bereits im 1. Versuch berührt er den Top-Griff. Halten kann er ihn aber (noch?) nicht. Nach vier Minuten wissen wir: Auch er hat es nicht geschafft. Bleibt nur noch Yannick Flohé! Und der ist heute in Top-Form!!! Flash für Flohé! Damit hat er bereits jetzt einen ordentlichen Vorteil. Dahinter gruppieren sich alle mit entweder einem Zonen-Flash oder einem zweiten Zonen-Versuch.
  • Weiter geht es in M2: Nach einer relativ gut einnehmbaren Startposition geht es an Leisten und kleinen Griffen stützend und spreizend durch den Überhang schräg nach oben. Max Kleesattel sichert sich hier die nächste Zone. Für das Top fehlt ihm aber die Lösung. Auch für Chris Schweiger, Lasse von Freier und Stefan Schmieg ist nach der Zonenwertung Schluss. Schauen wir, was Boulder-Spezialist Jan Hojer schafft. Für Hojer ist es wichtig, um den Anschluss an Yannick Flohé nicht zu verpassen. Der erste Versuch ist schonmal vielversprechend: Im Sprung erreicht er den Top-Griff, kann ihn aber aufgrund seines Schwungs nicht halten. Sein verbissener Blick verrät: Sogar für ihn ist dieser Boulder körperlich extrem anstrengend. Nachdem Ablauf der Uhr wissen wir: Auch für ihn bleibt es bei der Zonen-Wertung. Schade, zwei Mal war er so nahe dran! Kann sich Yannick Flohé nun mit einem weiteren Top absetzen? Er kann es! Mit einem weiteren Flash setzt er sich unaufhaltsam von der Gruppe ab. Es scheint sein Tag zu sein!
  • Halbzeit! Yannick ist mit zwei Tops bereits davongezogen, doch für die anderen fünf Athleten ist noch alles drin! In M3 startet nun wieder Max Kleesattel als Erster. Diesmal nicht so steil, dafür mit einem Sprung nach links oben. Doch Kleesattel sucht sich eine neue Variante: Er überspringt den Weg nach links und die Zone, und hält sich an zwei Volumes fest. Von da an, geht es souverän zum Top. Stark! Übrigens: Top bedeutet automatisch auch Zone! Jetzt wird es wirklich spannend! Kann Christoph Schweiger dieses Problem ebenfalls lösen? Er kann es - und zwar mit dem gleichen Trick! Allerdings braucht er drei Versuche mehr und landet so aktuell auf Platz 3. Lasse von Freier wählt die von den Routesettern gedachte Variante, kommt allerdings nicht ganz nach oben. Damit zerklüftet sich nun auch die Verfolgergruppe. Stefan Schmieg verfehlt in seinen vier Minuten die Zone, als Erster dieser Gruppe. Was macht jetzt Jan Hojer? Wenn er im Rennen bleiben will, muss er diesen Boulder toppen! Dass der Boulder gemacht wurde, weiß er definitiv: Wenn ein Athlet weit vor der Zeit wieder zurück in die Iso geht, heißt das: erledigt! Und wenn man weiß, dass ein Boulder geht, ist es leichter. Und tatsächlich: Straight hoch und flash! Allerdings: Wenn Yannick Flohé diesen Boulder ebenfalls macht, ist ihm der Sieg nicht mehr zu nehmen! Aktuell sieht es aber noch nicht danach aus: Er versucht den Weg über links, den bisher noch keiner geschafft hat. Doch auch dieser Weg funktioniert: Und zwar schleichend und nicht als Runner. Und er schafft es! Damit steht bereits nach M3 fest: Yannick Flohé ist der neue Deutsche Meister im Bouldern!
  • Doch abgesehen von Yannick und Stefan Schmieg haben noch alle anderen die Chance, Silber oder Bronze abzustauben! Alles entscheidet sich jetzt in M4. Der newschoolige Boulder führt extrem kraftig durch die steilste Partie dieser Wand. Nach dem Sprung vom Start in die Wand muss man erstmal einige Volumes hangeln oder sich mit sehr guter Technik durchooken - so oder so: dier Boulder kostet Kraft. Klingt nach einem Job für Hojer? Der aktuell Dritte, Max Kleesattel, tut sich noch schwer: Die Zone ist nach zwei Minuten noch nicht geknackt. Doch dann schafft er es, und fällt erst beim Sprung zum Top-Griff. Ist das ein Boulder für Christoph Schweiger? Will er noch in die Wertung, muss er punkten! Die Zone erreicht er ziemlich souverän, jetzt muss er Audauer beweisen. Doch er fällt im oberen Drittel. Kleesattel kann er aber nur mit einem Top überholen. Doch dieser bleibt ihm verwehrt. Lasse von Freier konnte in M3 nicht toppen, er muss jetzt dringend liefern. Top-motiviert klettert er bis zum letzten Griff - um dann zu fallen. Immerhin die Zone hat er in der Tasche. Was hat Stefan Schmieg jetzt noch im Bizeps? Leider nicht mehr genug für das Top, aber er kämpft bis zum Letzten! Hojer muss jetzt die Zone erreichen, um Platz zwei sicher zu haben. Das Top ist gar nicht mehr nötig. Eine komfortable Situation, aber das weiß er ja nicht. Aber wie vermutet: Dieser Boulder liegt ihm und deshalb macht er's mit einem Flash kurz. Für Yannick Flohé geht es jetzt nur noch ums Prinzip, den Sieg hat er bereits in der Tasche. Aktuell hat er noch Probleme, den Startsprung zu halten, aber auf der Uhr stehen noch fast drei Minuten. Die braucht er aber gar nicht, im dritten Versuch holt er sich die Top-Wertung.

 

Ergebnis:

  1. Yannick Flohé
  2. Jan Hojer
  3. Max Kleesattel
  4. Christoph Schweiger
  5. Lasse von Freier
  6. Stefan Schmieg
 

Halbfinale der Herren: Aus für den Titelverteidiger

Bereits im Halbfinale lieferten Jan Hojer und Yannick Flohé eine tolle Show ab: Flohé flashte als Einziger drei Boulder, Boulder Nummer vier sah nichtmal eine Zonen-Begehung. Hojer landete auf Platz zwei mit zwei Flashs und insgesamt drei Tops. Ebenfalls ins Finale kamen: Stefan Schmieg (DAV Allgäu-Kempten), Lassen von Freier, Christoph Schweiger und Max Kleesattel (DAV Schwäbisch Gmünd). Bis auf Kleesattel kletterten alle Finalisten die ersten drei Boulder bis zum Top, Kleesattel auf Platz sechs reichten zwei Flashs und eine Zonen-Wertung.

 

Für Titelverteidiger Philipp Martin lief es diesmal nicht so gut, er beendete seinen Wettkampf auf Platz 18. 

 

Halbfinale Damen: Die Favoritinnen setzen sich durch

Nach den ersten zehn Starterinnen (Zwischenstand siehe unten) lag Franziska Ritter noch in Führung. Im Laufe der Zeit rutschte ihre Position aber immer weiter nach unten, bis auf Platz 10. Der Grund: Im letzten Boulder fehlte ihr eine Zone. Um in die Runde der besten Sechs einzuziehen, benötigte man mindestens vier Zonen und zwei Tops, dies schafften immerhin acht Athletinnen. Wer jetzt rechnet, merkt: Für eine Auswahl der Besten mussten die Versuche für Tops und Zonen miteinbezogen werden. drei Top-Versuche und 13 Zonen-Versuche hatte die am Ende sechsplatzierte, Leonie Lochner (DAV München-Oberland) auf ihrem Konto stehen. Mit 8 Zonen-Versuchen landete Afra Hönig auf der fünf und mit zwei Flashs und sieben Zonen-Versuchen Anna Lechner (DAV München-Oberland) auf dem vorrübergehenden vierten Platz. Die Top-3 belegten die Favoritinnen Roxana Wienand, die als einzige drei Boulder toppen konnte, Alma Bestvater und Titelverteidigerin Hannah Meul.

 

Weiter geht's ab 17.15 Uhr mit dem Finale. 

 

Halbfinale: Zwischenstand

Die ersten zehn Athlet*innen sind mittlerweile in den Wettkampf gestartet und versuchen sich an den komplexen Boulderproblemen.

 

Damen: Ritter führt (11.53 Uhr)

Mit zwei Flashs und einer Zone führt aktuell Speed-Meisterin Franzi Ritter. Die guten Ergebnisse wird sie auch brauchen, denn die Boulder-Spezialistinnen kommen erst noch. Und gerade der Frauen-Boulder Nummer eins lädt zu einem Flash ein, neun von zehn Damen konnten das mittelsteile Leistenproblem dort lösen. Schwieriger wird es da schon in Boulder zwei: Große dual-texture-Volumes führen in dem steilen Überhang nach oben und verlangen nach extrem viel Kraft, Körperspannung und Flexibilität. Bisher konnten nur Ritter und Alina Gregori (DAV Frankfurt/Main) den Top-Griff dort halten. Erstere sogar im Flash. Schwierigkeiten hatte Ritter dann beim dritten Boulder: Zuerst ein Runner (Volumes, die so angeordnet sind, dass man ohne Gebrauch der Hände von einem Tritt zum nächsten laufen kann) nach rechts, dann ein abrupter Stop an einem kleinen Zonen-Untergriff. Anschließend ein direkter Sprung mit Weiterleiter nach oben. Eine Aufgabe, die bisher noch keine Frau lösen konnte. Der letzte Frauen-Boulder führt durch die steilste Wandpartie, große Volumes, Fingerlöcher und Dynamos weisen nach oben. Auch hier fiel nach fünf Begehungen (Stand: 11.53 Uhr) noch kein Top.

 

Herren: 

Mehr Top-Begehungen sehen die vier Männer-Boulder: Stefan Schmieg (Allgäu-Kempten) führt vor Lasse von Freier (AlpinClub Hannover), Christoph Schweiger (DAV Ringsee) und Lead-Spezialist Christoph Hanke (DAV Allgäu-Kempten). Alle vier Athleten konnten die ersten drei Boulder toppen, der Top-Griff von Boulder Nummer vier wurde hingegen heute noch nicht erreicht. Kein Wunder: Die steile Route ist extrem unübersichtlich und verlangt nach der Startposition einen weiten Weiterleiter nach rechts. Dann muss man seine Bewegung stoppen und an Leisten zurück nach links. Doch die Boulder-Spezialisten warten noch in der Iso. Spätestens um ca. 12.40 Uhr mit dem Auftritt von Favorit Jan Hojer wird sich zeigen, ob M4 nicht doch möglich ist. 

 

Damen-Quali: Bestvater in Führung

Mit fünf Tops von fünf zogen Alma Bestvater (DAV Weimar), Afra Hönig (DAV Landshut) und Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg) souverän in die Runde der besten 20 ein. Auf Platz vier boulderte sich Florence Grünewald (DAV Kaiserslautern), die Vizemeisterin von 2020, die alle Bouldern bis auf einen sogar flashen konnte. Den siebten Rang belegt derzeit die Titelverteidigerin und Mitfavoritin Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln).

 

Mit der erst 15-jährigen Anna Maria Apel (DAV München-Oberland), Sandra Hopfensitz (DAV Augsburg) und Franziska Ritter (DAV Wuppertal) sehen wir auch drei Speed-Spezialistinnen im Halbfinale, die wenige Stunden vor der Quali noch um die Deutsche Meisterschaft im Speed kämpften. Siegerin wurde übrigens Ritter, gefolgt von Hopfensitz.

 

Im Halbfinale werden die Karten ja bekanntlich neu gemischt und wir dürfen gespannt sein, wer sich für die letzte Runde qualifiziert. Unten findet ihr die Ergebnisliste.

 

 

 

Herren-Qualifikation im Bouldern: Hojer und Flohé schaffen alle Boulder

In der Herren-Quali hatten es die 44 Starter mit komplexen, teils ausdauernden, aber generell eher lösbaren Problemen zu tun. Der Plan der Routenbauer um Chefschrauber Luke Brady ging aber insgesamt auf: Nur zwei Männer, Yannick Flohé (DAV Aachen) und Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main), konnten alle Boulder klettern. Hojer schaffte es auch, vier der fünf Probleme zu flashen, also im ersten Versuch zu klettern. Lediglich für Boulder Nummer drei brauchte er vier Anläufe. Die übrigen Teilnehmer hatten bei Boulder Nummer vier ihre größten Probleme: Eine Route, die durch eine stark überhängende Wand führte und einen sehr weiten dynamischen Zug zu Beginn forderte.

 

Titelverteidiger Philipp Martin (DAV Allgäu-Kempten) kam damit noch insoweit zurecht, als er die Zone bereits im zweiten Go erreichte. Ein Kunststück, das nur noch sechs weiteren Athleten gelang. Ansonsten bot die Herren-Quali wenig Überraschungen, die Favoriten zogen souverän ins Halbfinale ein. Die Ergebnisse gibt es unten in der Liste. Um 11.00 Uhr geht es heute weiter mit dem Halbfinale.

 

Modus der DM Bouldern

Am Samstag um 17.00 Uhr beginnt die Deutsche Meisterschaft Bouldern. Zunächst werden die Boulder nach und nach mit Athlet*innen gefüllt, jede*r Teilnehmende hat fünf Minuten pro Boulder, bei insgesamt fünf Bouldern. Die Teilnehmenden müssen zunächst die Startpositionen einnehmen (erkennbar durch die farbigen Klebebänder), dann bis zur Zone klettern und diese stabil Halten (bloßes Anklatschen reicht nicht). Der Boulder gilt als geklettert, wenn der Top-Griff mit beiden Händen erreicht wurde und diese Position stabil gehalten werden kann.

 

Die Wertung:

  1. Anzahl der erfolgreich gekletterten Boulder
  2. Anzahl der erreichten Zonen
  3. Versuche, bis der Boulder geklettert wurde
  4. Versuche, bis die Zone erreicht wurde

 

Die besten 20 kommen dann ins Halbfinale. Bei dieser DM starten Herren und Damen in jeder Runde parallel.

 

Die Favorit*innen

Auch wenn sich die Speed-Disziplin bei den jungen Talenten immer weiter durchsetzt, die Paradedisziplin in der deutschen Kletterlandschaft ist immer noch das Bouldern. Das sieht man auch an den Anmeldungen: 84 Athlet*innen starten in der wohl spektakulärsten Kletter-Disziplin.

 

Herren:

Es wird ein harter Wettbewerb für Philipp Martin (DAV Allgäu-Kempten):Der Deutsche Meister von 2020 bekommt es in diesem Jahr wieder mit international erfahrenen und erfolgreichen Athleten zu tun: Der WM-Bronze-Gewinner von 2019, Yannick Flohé (DAV Aachen), geht in Bochum an die Griffe, und auch der erfolgreichste Deutsche Boulderer aller Zeiten, Jan Hojer, steht auf der Startliste. Daneben hat auch Vizemeister Christoph Schweiger (DAV Ringsee) sein Kommen angekündigt. Der 19-Jährige startet seit diesem Jahr auch bei Weltcups und erreichte beim letzten Wettbewerb in Salt Lake City (USA) das Halbfinale – eine starke Leistung des Bayern. Für den Titelverteidiger aus Kaufbeuren wird es also ein schwieriger Wettbewerb, verstecken muss sich der 26-jährige Philipp Martin indes nicht: Er klettert aktuell eine sehr starke Saison, boulderte jüngst zum ersten Mal bei einem Weltcup ins Halbfinale – und landete dort vor Jan Hojer und Christoph Schweiger.

 

Damen:

Auch bei den Damen geht die Titelverteidigerin an die Boulderwand: Die 20-jährige Hannah Meul (DAV Rheinland-Köln) ist international erfahren und erfolgreich: Sie war bei den Youth Olympic Games, kämpfte bei Welt- und Europameisterschaften um die Olympia-Qualifikation und boulderte kürzlich bei einem Weltcup ins Halbfinale – beste Voraussetzungen also, um sich erneut den Titel zu schnappen.

 

Wären da nicht noch die anderen Teilnehmerinnen, allen voran Alma Bestvater (DAV Weimar) und Afra Hönig (DAV Landshut). Beide zählen zu den international erfolgreichsten Boulderinnen im DAV-Nationalkader. Auch Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg) gehört zu den Top-Favoritinnen: Letztes Jahr kletterte sie ins Finale und holte sich einige Wochen später den Meistertitel im Lead. Auch in diesem Jahr kann sie bereits auf einen großen Erfolg im Bouldern blicken: Beim ersten Weltcup in Meirigen (CH) schaffte sie es ins Halbfinale. 

 

 

Ergebnisse

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Order Name Sektion Startnumber Ergebnis Finale 1/2 - Finale Qualifikation
Stand: {{ data.route_result }} - Quelle: https://www.digitalrock.de
 

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Das wichtigste Utensil beim Klettern? Neben dem Gehirn als wichtigstem Muskel wohl die Schuhe. Aber Kletterer bedienen sich noch weiterer hilfreicher Utensilien bei ihrem Sport.

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Klettern ist eine Welt für sich. Von A wie Affenindex bis Z wie Zone ergibt sich ein ganzes Lexikon aus Equipment, Positionen und Schrittfolgen, die im Klettersport ganz bestimmte Bezeichnungen haben. Wir führen euch einmal durch's ABC des Kletterns und erklären euch, was die Begriffe bedeuten.  Schnellnavigation: A - B - C - D - E - F - G - H - I - K - L - M - N - O - P - Q - R - S - T - U - V - W - Z 

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Bouldern bedeutet Klettern ohne Seil in Absprunghöhe – also einer Höhe, aus der noch ohne Verletzungsgefahr abgesprungen werden kann. Weichbodenmatten sollen bei einem eventuellen Sturz vor Verletzungen schützen. Das Bouldern ist eine eigene Disziplin des Sportkletterns und hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung durchlaufen. Bei dieser Kletterdisziplin geht es darum, Probleme zu lösen, also Boulder richtig zu lesen. Im Wettkampf müssen komplexe Einzelzüge und komplizierte Bewegungsabläufe in einer vorgegeben Zeit bewältigt werden: Ziel ist es, den Topgriff, also den obersten Griff, mindestens drei Sekunden lang stabil zu halten. Beim Bouldern ist vor allem Maximalkraft gefragt. Diejenigen Kletterinnen und Kletterer, die an der Weltspitze dabei sein wollen, brauchen darüber hinaus ein hohes Maß an Athletik, eine sehr gute Beweglichkeit und ein ausgeprägtes Koordinationsvermögen. Akrobatische Bewegungsabläufe, Sprünge oder ungewöhnliche Körperpositionen gehören mittlerweile zum abgefragten Repertoire bei den Wettkämpfen. Durch seine spektakulären Bewegungen, viel Action in kurzer Zeit sowie dem zuschauerfreundlichen Modus hat das Wettkampfbouldern in den vergangenen Jahren zunehmend an Anziehungskraft gewonnen. Zu dem diesjährigen Boulderweltcup in München, bei dem der deutsche Starter Jan Hojer Bronze gewann, kamen mehr als 5000 Besucherinnen und Besucher.