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DAV-Team startet gut in Boulderweltcup-Saison

11.04.2017, 16:16 Uhr

Am kommenden Freitag und Samstag (7. und 8. April) ging in Meiringen der erste von sieben Boulderweltcups in diesem Jahr über die Bühne. Ganz oben auf dem Podest gab es keine großen Überraschungen: Bei den Damen setzte sich Shauna Coxsey aus England durch, bei den Herren siegte Kokoro Fujii aus Japan. Das beste Ergebnis im deutschen Team erzielte David Firnenburg mit Rang sechs, beste Dame wurde Hannah Meul mit Rang zwölf. Beide starten für den DAV Rheinland-Köln.

 

 

Weiße und Rote Karten zu Beginn

So groß wie noch nie zuvor war das Starterfeld: Insgesamt 192 Athletinnen und Athleten aus fast 30 Nationen reisten in die Schweiz, um den ersten Boulderweltcup des Jahres zu bestreiten. Eigentlich ein gutes Zeichen für den Sport, das bei der Eröffnungsfeier durch eine schöne Aktion auch noch verstärkt wurde: Alle Starterinnen und Starter versammelten sich auf der Bühne und hielten eine weiße Karte hoch – als Zeichen der Unterstützung des „Internationaler Tages des Sports für Entwicklung und Frieden“, der seit 2013 jedes Jahr am 6. April begangen wird. Allerdings wurden anschließend ebenso viele rote Karten hochgehalten. Mit dieser Aktion protestierten die Aktiven gegen die Entscheidung des Internationalen Sportkletterverbandes IFSC, die Livestreams der Weltcups nicht mehr kostenlos anzubieten, sondern nur noch über einen Bezahlkanal laufen zu lassen.

 

David Firnenburg im Finale

Unabhängig von den Umständen, unter denen der Weltcup über die Bühne ging, lieferte das DAV-Team einen soliden Start in die Saison ab. David Firnenburg schaffte es nach München im vergangenen August zum zweiten Mal in seiner Karriere ins Finale. Dort kam er dann zwar nicht über den sechsten Platz hinaus. Mehr als zufrieden darf er dennoch sein: Wegen der stickigen und heißen Atmosphäre hatten auch die anderen Finalisten große Probleme. Selbst der Sieger Kokoro Fujii schaffte nicht mehr als einen einzigen von vier Bouldern.

 

Hannah Meul beste Deutsche

Ein wirklich tolle Leistung lieferte Hannah Meul ab. In ihrem ersten Weltcup überhaupt schaffte es die sechszehnjähige Rheinländerin ins Halbfinale, wo sie sich mit einem zwölften Platz hervorragend behaupten konnte. Einen gewaltigen Eindruck hinterließ sie insbesondere beim zweiten Boulder. Während sie das plattige Problem auf Anhieb klettern konnte, blieben viele ihrer Konkurrentinnen chancenlos – darunter auch Shauna Coxsey.

 

Extrem hohe Leistungsdichte

Den Einzug ins Finale verpassten sowohl Jan Hojer vom DAV Frankfurt am Main als auch Alma Bestvater vom DAV Weimar. Beide kamen auf den 13. Rang und damit auf die zweitbeste Platzierung im Team. Dass Monika Retschy in Meiringen nicht einmal ins Halbfinale kam, dürfte auf eine Erkrankung zurückzuführen sein, die sie noch nicht auskuriert hatte. Und dass auch die anderen der insgesamt 13 Staterinnen und Starter des DAV-Teams nicht unter die besten 20 kamen, ist kein alarmierendes Zeichen. „Alle im Team sind in der Lage, ins Halbfinale zu klettern“, sagte DAV-Nationaltrainer Udo Neumann nach dem Weltcup. „Die Leistungsdichte im gesamten Weltcupstarterfeld ist mittlerweile so hoch, dass bereits kleinste Fehler zehn Ränge oder mehr kosten können. Für eine Platzierung ganz vorne muss einfach alles passen.“ Den besten Beweis für die Richtigkeit dieser Einschätzung lieferte Tomoa Narasaki: Der Vorjahresgesamtsieger des Boulderweltcups zog in Meiringen auch nicht ins Halbfinale ein, sondern musste sich mit Rang 21 abfinden.

 

Bundestrainer: Unser Team ist gut drauf!

Rein nominell gab es schon bessere Weltcup-Starts für das deutsche Team. Udo Neumann blickt trotzdem sehr optimistisch in die Saison: „Die Stimmung ist hervorragend. Alle sind gut drauf, alle sind konzentriert, aber alle gehen auch unbeschwert ins Rennen. Und das ist sehr wichtig. Wichtiger als die Platzierungen, die beim ersten Weltcup erreicht werden.“ Langfristige Perspektiven sind in dieser Saison ohnehin besonders wichtig, denn erstmals gibt es das olympische Combined-Format, bei dem alle drei Disziplinen Lead, Speed und Bouldern zu einer Gesamtwertung zusammengerechnet werden.

 

Video: Unser Weg nach Olympia

Bis zu den olympischen Spielen in Tokio 2020 ist noch ein bisschen Zeit. Trotzdem strahlt Olympia nicht nur auf das neue Wettkampf-Format aus, sondern auf die gesamte Kletterszene. Wie sehr die jungen Athletinnen und Athleten aus dem deutschen Team elektrisiert sind, zeigt ein brandneues Video vom DAV. Dieses Video ist für redaktionelle Zwecke frei verfügbar – eingebettet oder zum Download. Zum Download bitte auf das Video doppelclicken.

 

 

Siebenteiliger Boulderweltcup - Finale in München

Der Boulderweltcup in der Schweiz bildete den Startschuss einer siebenteiligen Wettkampfserie. Der nächste Termin findet am 22. und 23. April in Chongqing in China statt. Das Finale geht im August im Münchner Olympiastadion über die Bühne. Die kompletten Ergebnislisten für Meiringen gibt es unter ifsc-climbing.org