DAV-Logo-freigestellt

Alma Bestvater klettert in Tokyo auf Platz fünf

03.06.2018, 09:31 Uhr

Der fünfte Boulderweltcup in dieser Saison endete für Alma Bestvater (DAV Weimar) mit einem sensationellen fünften Platz. Einmal hatte sie es dieses Jahr bei einem Boulderweltcup ins Halbfinale geschafft, zwei weitere Male hat sie um haaresbreite den Einzug unter die Top 20 verpasst. Mit ihrem fünften Platz in Tokyo sicherte sich die 22-Jährige ihr bisher bestes Ergebnis bei einem Weltcup!


Der fünfte von sieben Boulderweltcups in dieser Saison fand in Hachiojii, einer Stadt in der Präfektur Tokyo statt. Hier werden im Sommer 2020 auch die olympischen Spiele ausgetragen - dementsprechend haben die japanischen Boulderer ihr Training in den letzten Jahren auf dieses Ereignis hin intensiviert. Keines der bisherigen Boulderweltcupfinale fand ohne japanische Beteiligung statt.

In Tokyo wurde die Teamstärke des japanischen Kaders besonders deutlich. Mehr als 30 Athletinnen und Athleten aus Team Japan traten vor heimischem Publikum an. Darunter auch Akiyo Noguchi und Miho Nonaka, die beiden Führenden im diesjährigen Boulderweltcup-Gesamtranking bei den Damen. Umso beeindruckender ist die Leistung von Alma Bestvater, die sich neben diesen Weltklasse-Athletinnen behaupten konnte und es bis ins Finale schaffte.

 

Bisher bestes Weltcup-Ergebnis

Mit drei Tops in der Qualifikation startete Alma Bestvater am Samstag gut in den Wettkampf. Auf Platz zehn in ihrer Qualifikationsgruppe schaffte sie es eine Runde weiter ins Halbfinale der besten 20. Hier konnte sie den ersten Boulder klettern, erreichte in den nächsten beiden Bouldern aber nur die Zone. Beim letzten Boulder gab sie dann nochmal Gas und toppte im vierten Versuch. Das reichte für einen Platz im Finale, hinter den Japanerinnen Akiyo Noguchi, Miho Nonaka und Ito Futaba, sowie Stasa Gejo aus Serbien. Ekaterina Kipriianova aus Russland komplettierte das Finale.

Die Finalboulder forderten den Athletinnen alles ab. Oft kam es darauf an, nur die Zone zu erreichen. Mit dem ersten Boulder kam Alma Bestvater nicht gut zurecht, im zweiten Boulder konnte sie die Zone erreichen. Beim dritten Boulder war schon der Start sehr schwer, und weder Alma Bestvater noch eine andere der Finalistinnen kam hier an die Zone ran. Der letzte Finalboulder hätte für Bestvater noch einmal eine höhere Platzierung bedeuten können. Den Seitsprung am Anfang des Boulders meisterte sie recht locker, fiel aber beim Zug zum Topgriff. Bei einem letzten Versuch wusste sie, was zu tun war, geriet aber etwas unter Zeitdruck. Beim letzten Zug vergaß sie, den rechten Fuß höher zu setzen und rutschte an den teilweise glatten Holzvolumen ab. Damit konnte sie den letzten Boulder leider nicht mehr toppen, aber mit Platz fünf dürfte die 22-Jährige mehr als zufrieden sein.

Neben Alma Bestvater traten auch Lilli Kiesgen (DAV Darmstadt-Starkenburg), Johanna Holfeld (DAV Sächsischer Bergsteigerbund) und Romy Fuchs (DAV München-Oberland) in Toyko an. Sie erreichten die Plätze 39 (Holfeld), 41 (Kiesgen) und 49 (Fuchs).

 

Erstes Weltcup-Halbfinale für Kim Marschner

Auch für ein anderes Mitglied des DAV-Teams lief es in Tokyo gut: Kim Marschner (DAV Schwäbisch-Gmünd) konnte sich zum ersten Mal bei einem Boulderweltcup für das Halbfinale qualifizieren. Ein Top und drei Zonen in der Qualifikation reichten aus, um als zehnter in seiner Gruppe ins Halbfinale vorzurücken. Hier konnte er immerhin einen Boulder toppen und bei zwei weiteren die Zone erreichen. Am Ende kam er auf Platz 17 - ein sehr gutes Ergebnis für den 20-Jährigen!

Für Alexander Averdunk (DAV München-Oberland), Ruben Firnenburg (DAV Rheinland-Köln), Philipp Martin (DAV Allgäu-Kempten), Simon Unger (DAV Augsburg) und Christoph Schweiger (DAV Ringsee) war nach der Qualifikation leider Schluss. Sie kamen auf die Plätze 37 (Averdunk), 45 (Firnenburg und Martin), 55 (Unger) und 89 (Schweiger).

 

Akiyo Noguchi: Rekordverdächtige Medaillenbilanz

Viermal hat Akiyo Noguchi in ihrer Karriere schon den Boulderweltcup-Gesamtsieg gefeiert, und in diesem Jahr ist sie auf dem besten Weg, den fünften Titel zu holen. Am vergangenen Wochenende legte sie erneut eine überragende Leistung an den Tag. In der Qualifikation kletterte sie alle fünf Boulder in sieben Versuchen, das Halbfinale verließ sie mit einer weißen Weste und vier Tops in vier Versuchen. Im Finale bekam sie große Konkurrenz von ihrer Teamkollegin Miho Nonaka, die ihr bis zum Schluss dicht auf den Fersen blieb. Aber der Flash am ersten Finalboulder brachte Akiyo Noguchi schließlich ihren 21. Boulderweltcupsieg ein. Ganze 52 Mal hat sie damit schon auf einem Boulderweltcup-Podium gestanden. Und mit ihren 29 Jahren scheint die Japanerin nur noch stärker zu werden.

 

Überraschungserfolg bei den Herren

Das Finale der Herren war spannend bis zum Schluss und endete mit einem Sieger, den keiner so recht auf dem Schirm gehabt hatte. Seit 14 Jahren schon nimmt der Italiener Gabriele Moroni an Boulderweltcups teil. Im Laufe der Zeit erreichte er mehrere Finalplatzierungen und sammelte auch schon ein paar Medaillen. Mit 30 Jahren hatte er es sich in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, noch einmal ein Boulderweltcup-Finale zu erreichen, bevor er sich aus dem internationalen Wettkampfgeschehen verabschiedet. In Tokyo gelang ihm aber nicht nur das - mit einem sensationellen Flash am letzten Finalboulder. Damit holte er seinen allerersten Boulderweltcupsieg und verwies den mehrfachen Boulderweltcupsieger und Gesamtsieger von 2016, Tomoa Narasaki auf den zweiten Platz. Bronze ging ebenfalls nach Japan an Rei Sugimoto.

 

Ergebnisse 5. Boulderweltcup 2018:

DAMEN:

  1. Akiyo Noguchi (JPN)
  2. Miho Nonaka (JPN)
  3. Ekaterina Kipriianova (RUS)

5. Alma Bestvater (DAV Weimar)
39. Johanna Holfeld  (DAV Sächsischer Bergsteigerbund)
41. Lilli Kiesgen (DAV Darmstadt-Starkenburg)
49. Romy Fuchs (DAV München-Oberland)

 

HERREN:

  1. Gabriele Moroni (ITA)
  2. Tomoa Narasaki (JPN)
  3. Rei Sugimoto (JPN)

17. Kim Marscher (DAV Schwäbisch-Gmünd)
37. Alexander Averdunk (DAV München-Oberland)
45. Ruben Firnenburg (DAV Rheinland-Köln)
45. Philipp Martin (DAV Allgäue-Kempten)
55. Simon Unger (DAV Augsburg)
89. Christoph Schweiger (DAV Ringsee)
 

 

Das deutsche Team wird unterstützt von


Fotos: Eddie Fowke / TheCircuitClimbing