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20.06.2020
Bayerische und Österreichische Alpen

Berge in Flammen - Sonnwendfeuer 2020

Wenn der längste Tag im Jahr auf die kürzeste Nacht trifft, wird in den Bergregionen der Sommer auf eine ganz besondere Weise begrüßt: Dann ist Zeit für die alljährlichen Bergfeuer. Corona macht vielen der Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung – doch ein paar Sonnwendfeuer finden statt.

Tradition seit dem Mittelalter

Die Tradition der Bergfeuer wird von Region zu Region sehr unterschiedlich gelebt. Eines aber ist überall gleich: Die Bergfeuer sind ein eindrucksvolles Schauspiel – für Zuschauer sowohl im Tal als auch am Berg.

Der Brauch reicht zurück bis ins Mittelalter. In Bayern heißen Bergfeuer oftmals "Johannifeuer" und werden nicht direkt zur Sonnwende am 21. Juni entfacht, sondern erst in der Nacht auf den 24. Juni, der sogenannten Johannisnacht. Diese Bezeichnung leitet sich vom Gedenktag der Geburt von Johannes dem Täufer am 24. Juni ab. In Tirol wird die Sonnenwende meist mit so genannten "Herz-Jesu-Feuern" gefeiert. Namensgebend ist der Herz-Jesu-Schwur aus dem Jahr 1796, mit dem die Tiroler die Einheit im Kampf gegen Frankreich und Bayern herstellen wollten.

 

Sonnwendfeuer in den bayerischen Bergen

In Bayern fallen in diesem Jahr so gut wie alle Bergfeuer aus. Einzig in Grainau wird es am 23. Juni ab 21 Uhr Johannifeuer auf den umliegenden Bergen geben. 

 

 

Sonnwendfeuer in Österreich

Wer den längsten Tag in diesem Jahr mit einem traditionellen Sonnwendfeuer feiern will, sollte sich auf den Weg nach Österreich machen. Hier findet ein Großteil der bekannten Veranstaltungen statt.

 

Zum Beispiel "brennen" die Berge am Wilden Kaiser zur Sonnenwende am 20. Juni: am Brandstadl in Scheffau, am Hartkaiser in Ellmau – die dortige Bergstation bietet eine besonders gute Aussicht zu den Feuerbildern, auf der Hohen Salve und auf vielen anderen Gipfeln. 

 

In der Nacht der Sonnwende erleuchten auch in den Kitzbühler Alpen hunderte Feuer die Gipfel von Wildem Kaiser, Kalkstein, Loferer und Leoganger Steinberge sowie das Kitzbüheler Horn. Gut zu sehen sind diese von der Bergstation Harschbichl bei St. Johann. Die Bergbahnen fahren bis 21 Uhr bergauf, ins Tal kann man sich zwischen 23 und 24 Uhr gondeln lassen.

 

Ein besonders beeindruckendes Schauspiel findet schließlich an der Tiroler Seite der Zugspitze statt: Am Abend des 20. Juni erleuchten zahlreiche Feuer mit unterschiedlichen Motiven – von Symbolen aus Mythologie und Glaube bis hin zu aktuellen Themen – die Berge rund ums Ehrwalder Becken. Beginn ist um 21.30 Uhr. Seit 2010 gelten diese Bergfeuer als immaterielles UNESCO Kulturerbe.

 

Auch am Rotspitz im Rofangebirge am Achensee können in diesem Jahr Sonnwendfeuer bewundert werden. Schon früh am Morgen des 20. Juni werden die Utensilien auf den Berg getragen, nach Anbruch der Dunkelheit werden die Feuer dann entzündet. 

 

Mystik und Magie gibt's auch in Bad Gastein. Ganz besonders in diesem Jahr sind die 1000 Fackeln oberhalb der Biberalm, die zum 1000-jährigen Jubiläum des Ortes entzündet werden.

 

Aus der Stadt in den Himmel geht's in Innsbruck. Zusätzlich zu den Sonnwendfeuern gibt es musikalische und kulturelle Darbietungen an der Nordkettenbahn. Den besten Blick gibt's natürlich von ganz oben am Hafelekar.

 

Praktische Tipps

  • Alle Sonnwendfeuer sind gut vom Tal aus zu sehen. Manchmal lohnen sich aber ein paar Schritte zu einem talnah gelegenen Aussichtspunkt.
  • In anderen Fällen ist es ein großartiges Erlebnis, mit einer Bergbahn zu einem hoch gelegenen Aussichtspunkt zu fahren. Wie beschrieben, bieten einige Bergbahnen den Service einer abendlichen Fahrt zum Sonnwendfeuer-Termin an.
  • Ob talnahe Wanderung oder ein paar Schritte in der Nähe einer Bergstation: Der Deutsche Alpenverein empfiehlt für diese Fälle angepasste Ausrüstung, bestehend aus Bergschuhen mit einer rutschfesten, profilierten Spezialsohle sowie wetterfester und warmer Bekleidung. Außerdem sollten eine Stirnlampe, Sitzkissen und Verpflegung nicht fehlen. Außerdem unbedingt die Fahrzeiten der Bergbahnen und die Ruhezonen von Wildgebieten beachten.
  • Bei ungünstigen Wetterprogrognosen behalten sich die Organisatoren vielerorts vor, die Bergfeuer zu verschieben oder abzusagen. Dazu nochmals auf den jeweiligen Websites der Tourismusregionen und Bergbahnen vorbeischauen. 

 

 

 

 

Traditionelle Bergfeuer in Europa

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Die Sonnwendfeste, traditionell am Tag der Sonnwend, dem 21. Juni, sind wohl der bekannteste Anlass, Bergfeuer zu entzünden. Insbesondere im Alpenraum wird dieser Tag eingehend gefeiert. Aber auch in anderen Gegenden Europas kennen die Menschen Bergfeuer.