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Winter 2019/20: "Vielerorts Totalausfall"

Deutscher Wetterdienst zieht Bilanz

01.03.2020, 12:12 Uhr

Der Winter 2019/20 war in Deutschland der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881. So lautet das Fazit des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Im zurückliegenden "meteorologischen" Winter lag der Temperaturdurchschnitt bei 4,1 Grad. Zu diesem Ergebnis kommt der DWD nach den ersten Auswertungen der Daten von rund 2000 Messstationen. Dieser Wert liegt um 3,9 Grad über demjenigen der Referenzperiode 1961 bis 1990. Noch wärmer war es in Deutschland nur im Winter 2006/07 mit einem Plus von 4,4 Grad. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin gilt der diesjährige Winter sogar als der wärmste seit Messbeginn.

 

Temperaturen bis 21,5 Grad

Aber nicht nur in Deutschland, in fast ganz Europa fiel der Winter äußerst mild aus. Ein Großteil des Kontinents befand sich dauerhaft in einer kräftigen, warmen Südwestströmung. Diese sorgte in Deutschland „vielerorts für einen ‚Totalausfall‘ des Winters“, so der DWD. Der Auslöser dafür sei ein stabiler Kältepol im Raum Nordkanada-Grönland gewesen. Starke Winde schickten Tiefdruckgebiete über Island nach Nordrussland und bildeten eine Barriere Richtung Mittel- und Südeuropa.

Die höchste Temperatur wurde am 16. Februar 2020 in Müllheim, südwestlich von Freiburg, gemessen. Hier kletterte das Thermometer auf 21,5 Grad. Am kältesten war es in Oberstdorf. Hier betrug die Temperatur am 20. Januar und am 6. Februar nur -14,7 Grad. Doch auch hier blieb Schnee Mangelware: Freuten sich im Winter 2018/19 die Wintersportler über reichlich Schnee, so war es in diesem Jahr in den Mittelgebirgen und tiefer gelegenen Gebieten im Alpenraum zumeist schneefrei. In Oberstdorf (813 m) lag an fast Zweidrittel der Tage kein Schnee. Dafür schien im Süden Deutschlands besonders viel Sonne. Rund um den Starberger See zählt der DWD 345 Stunden. Die Sonnenscheindauer lag in Gesamtdeutschland mit 185 Stunden weit über dem Durchschnitt von 153.