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Unsere Wälder stecken in der Krise

14.12.2021, 13:20 Uhr

Klimawandel und unangepasstes Waldmanagement stellen unsere Wälder vor eine ungewisse Zukunft. 24 Umweltorganisationen fordern Bundes- und Landesregierung zum Gegensteuern auf um von der Waldkrise zu einer nachhaltig ökologischen und generationengerechten Waldwende zu kommen.

Lebenswichtige Waldfunktionen stehen auf der Kippe

Der Zustand der Wälder und das aktuelle Ausmaß der Schäden ist bereits jetzt besorgniserregend. Die Massenvermehrung von Schädlingen wie etwa Borkenkäfern sowie die Zunahme von extremen Witterungsereignissen (v.a. Hitze, Dürre, Stürme) durch den Klimawandel bedrohen den Fortbestand unserer Wälder, wie wir sie heute kennen. 

Die Auswirkungen des Klimawandels treffen auf bereits geschwächte Ökosysteme, wofür hauptsächlich menschengemachte Faktoren eine Rolle spielen: 

  • zu intensive Bewirtschaftung und Waldzergliederung
  • großflächige naturferne Baumartenzusammensetzung und Waldstruktur
  • zu hohe Schalenwildbestände
  • schädliche Stoffeinträge
  • Pestizide und Feinstaub
  • Entwässerung von Waldlandschaften 

Ohne ein entschiedenes Umsteuern droht in den kommenden Jahren der Verlust der Lebensfähigkeit unserer Wälder. Und damit stehen die für uns lebenswichtigen Funktionen wie Luftfilter, Erholungsraum, Kohlenstoff- und Wassperspeicher auf dem Spiel sowie der Rückgang der Artenvielfalt.

 

Für eine zukunftsfähige Waldpolitik

Um die stark geschwächten Wälder angesichts der fortschreitenden Klima- und Biodiversitätskrise widerstandsfähiger zu machen, brauchen wir dringend einen Paradigmenwechsel im Umgang mit unseren Wäldern und einen stärkeren Fokus auf den Wald als Ökosystem. 

Die Umweltorganisationen fordern die Bundesregierung auf, jetzt die Chance für eine Neuausrichtung hin zu einer zukunftsfähigen Waldpolitik zu nutzen. Dazu bedarf es u.a. bei der Bewirtschaftung der Wälder und der jagdrechtlichen Rahmenbedingungen die Einführung verbindlicher ökologischer Mindeststandards und die Anerkennung der weitreichenden Ökosystemleistungen des Waldes. Für den Umgang mit den Wäldern in der Biodiversitäts- und Klimakrise fordern die Umweltorganisationen außerdem eine gesellschaftlich getragene neue Waldstrategie 2050 der Bundesregierung.

 

Schnelles Handeln für Einhaltung des 1,5°-Ziels

Der DAV ist Mitglied des Deutschen Naturschutzrings (DNR) und unterstützt die Forderungen an die neue Bundesregierung für ein schnelles Handeln zur Einhaltung des 1,5°C-Ziels und den Erhalt der lebenswichtigen Waldfunktionen für zukünftige Generationen.