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Speicherkraftwerk Kühtai genehmigt - DAV klagt gegen Bescheid

07.11.2016, 17:22 Uhr

DAV, ÖAV und Umweltdachverband haben gemeinsam Beschwerde gegen die Genehmigung des Pumpspeicherkraftwerks bei Kühtai eingelegt.

Im Juni 2016 erteilte die Tiroler Landesregierung der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG) die Genehmigung ihr wasserwirtschafliches Großprojekt in Kühtai zu realisieren.

 

Im engen Schulterschluss mit dem ÖAV und dem österreichischen Umweltdachverband hat der DAV gegen diese Genehmigung eine Beschwerde eingereicht. Damit ist der DAV zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte bei einer Klage in einem Naturschutzverfahren beteiligt.

 

Ebenfalls mit einer Klage im Verfahren beteiligt sind WWF Österreich, die Gemeinde Neustift i. Stubaital, die Bürgerinitiative Wilde Wasser und die Tiroler Landesumweltanwaltschaft.

 

Bald nur noch 1 Wildbach im Ruhegebiet Stubaier Alpen?

Die TIWAG plant eine neue Talsperre inkl. Pumspeicherkraftwerk, sowie die Ableitung von bis zu 80% des Wassers aus 6 alpinen Bächen (Fernaubach,Daunkogelfernerbach, Unterbergbach, Schranbach, Fischbach, Winnebach).

 

Bei Realisierung wäre der Falbesoner Bach das letzte Fließgewässer in ähnlicher Dimension, welches noch nicht von Wasserkraftnutzung betroffen wäre und ursprünglichen Erholungswert aufweist.

 

 

Rechtsbruch

Das Vorhaben ist ein klarer Verstoß gegen die Protokolle der Alpenkonvention (v.a. Protokolle Naturschutz, Bodenschutz, Tourismus). Die Vertragsparteien haben sich darauf verpflichtet Natur zu erhalten und Schutzgebiete zu wahren. Allein durch die teilweise Flutung des Längentals gehen rund 70 ha an schützenswerten Lebensräumen verloren. 

 

Auch steht das Vorhaben im Widerspruch mit der EU-Wasserrahmenrichtlinie: diese schreibt die Erhaltung des ökologischen Zustands der Fließgewässer vor, bzw. fordert sogar die Aufwertung auf "gut" oder "sehr gut". In diesem Verfahren werden Fließgewässer mit einem "sehr guten" ökologischen Zustand um mindestens eine Qualitätsklasse nachhaltig abgewertet.

 

Die vorgeschlagenen Kompensationsmaßnahmen können diese Verluste nicht ausgleichen.

 

Ausbau der Wasserkraft in den Stubaier Alpen

Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz (Kühtai)

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