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Schweizer Steinböcke für die Benediktenwand

Neue Tiere sollen Population stärken

22.03.2021, 09:56 Uhr

An der Benediktenwand sollen in den nächsten zwei Jahren zehn Schweizer Steinböcke ein neues Zuhause finden. Ziel dieser Umsiedlung: die dort beheimatete Population stärken. Denn rund um den Voralpengipfel wurden in den letzten Jahren immer weniger Steinböcke gezählt.

Seltene Steinböcke in den Bayerischen Voralpen

Die Benediktenwand ist markant. Doch mit ihren 1.801 Metern eigentlich nicht das klassische Revier von Alpensteinböcken, die für gewöhnlich im Hochgebirge in Höhen zwischen 2.000 und 3.000 Metern leben.

 

Dass es rund um den Voralpengipfel dennoch bis zu 150 Tiere gab, ist einem besonderen Umstand geschuldet: Ende der 1950er-Jahre verirrte sich ein Steinbock an die Benediktenwand und blieb auch dort. Die Tierart war damals extrem gefährdet und man entschied sich, wenige Jahre später weitere Steinböcke hinzuzuholen. Tatsächlich wuchs die Population nach ersten Misserfolgen schnell an. Doch seit einigen Jahren verringert sich die Zahl der Tiere stark.

 

(Menschgemachte) Gefahren

Problematisch für die Tiere sind die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels ebenso wie die immer stärkere Freizeitnutzung des Gebiets durch den Menschen. In ihrem Rückzugsgebiet werden die Steinböcke heute auf vielfältige Art gestört: von Kletterern in den steilen Wänden und von Gleitschirmfliegern, ebenso wie von Wanderern, die abseits regulärer Wege unterwegs sind. Auch das vermehrte Biwakieren auf dem Gipfel führt bei den Tieren zu Stress.

 

Hinzu kommt das Problem der Inzucht, weil die Tiere nicht über große Strecken wandern und sich mit anderen Gruppen durchmischen können. Damit sind sie anfälliger für Krankheiten. Mit den zehn neuen Steinböcken aus der Schweiz soll der Genpool wieder durchmischt werden, so dass die Benediktenwand-Population für mehrere Jahrzehnte gesichert ist. Weitere Steinbock-Gruppen gibt es in Deutschland nur in einigen wenigen Schutzgebieten.