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Rückblick: Wie war der Winter 2017/2018 in den Alpen?

07.05.2018, 10:24 Uhr

Gefühlt haben wir dieses Mal einen richtigen Jahrhundertwinter in den Alpen erlebt: kalte Temperaturen und so viel Schnee wie schon lange nicht mehr! Aber stimmt das auch aus klimatischer Sicht?


So langsam verabschiedet sich auch in den Alpen der Winter 2017/2018. Jedes Jahr auf's Neue lässt man den Winter Revue passieren und fragt sich wie er denn wohl war. Während wir Skifahrer die Qualität des Winters wohl an den Skitagen, einem frühen Start bzw. späten Ende der Skitourensaison oder der Anzahl an Powdertagen festmachen, gibt es aus der meteorologischen Sicht natürlich stichfeste Parameter um einen Winter zu "messen": Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheindauer zum Beispiel.

 

Im Flachland zu warm, auf den Gipfeln normal

Für die klimatische Einordnung des Winters wird die Mitteltemperatur der Monate Dezember, Januar und Februar zum 30-jährigen Mittel 1961-1990 verglichen. 

Die Temperaturabweichungen vom Mittel variieren sehr stark je nach betrachteter Region und eine Vereinheitlichung über den Alpenraum ist schwierig. Dennoch: Der Winter 2017/2018 war fast überall um 1,0 - 1,5 °C wärmer als im Mittel.

  • Schweiz: Nordalpen +1,0 °C; Südalpen leicht kühler als im Mittel
  • Österreich: die österreichweiten Wintertemperaturen waren um 1,4 °C zu warm. Damit verfehlt er nur knapp einen Platz unter den 30 wärmsten Winter der letzten 160 Jahre.

Der Winter war auch geprägt von starken Temperaturschwankungen: während in Österreich der drittwärmste Januar der Messgeschichte aufgezeichnet wurde, wär der Winter im Februar in den Bergen sogar einer der vier kältesten Febraur Monate der letzten 32 Jahre (Quelle: ZAMG).

Interessanterweise war der Winter 2017/2018 auf den Bergen bzw. in den Gipfelregionen um 0,4 °C kühler als das Mittel. Hier erreicht Winter 17/18 Platz 64. der kältesten Winter in Österreich.

 

Temperatur in Zahlen

Abweichung der Wintertemperatur 2017/2018 zum Klimamittel 1961-1990 für Österreich

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: ZAMG

 

Die Abweichung der Wintertemperatur für die Gesamtschweiz zum Klimamittel 1961-1990. 

 

Rote Balken symbolisieren wärmere Winter, blaue die kälteren.

 

 

 

 


Quelle: Klimabulletin Winter 2017/2018, Meteoschweiz

 

Einer der niederschlagsreichsten Winter der letzten 30 Jahre

Alpenweit war der Winter 2017/18 vergleichsweise feucht mit Niederschlagswerten über dem Mittel. In Österreich fielen je nach Region 40 - 70% mehr Niederschlag als im Mittel.

In Tirol und Vorarlberg ist dies Platz 3 im Ranking um die niederschlagsreichsten Winter in der 160-jährigen Messreihe. Auch in der Schweiz wurden an insgesamt 95 Messtationen rekordhohe Monatsniederschläge verzeichnet. Die winterlichen Niederschlagsmengen erreichten verbreitet 130 bis 175 Prozent der Norm 1981–2010. Im Wallis stiegen die Werte in vielen Gebieten und in Graubünden regional auf über 200 Prozent.

 

Schnee in Zahlen

Unser "Skifahrer-Gespür" hat uns also hier sicher nicht getäuscht: Powder-Tage gab's dieses Jahr auch aus wissenschaftlicher Sicht übermäßig viele!

 

Als Beispiel: in Arosa fielen insgesamt 5,3 Meter Neuschnee. In den letzten 50 Jahren war nur der Winter 2011/12 mit 5,8 m etwas schneereicher.

 

Graphik rechts: Die blauen Balken zeigen die aufsummierte Neuschneesummen in Arose für jeden Winter seit 1891.

 

Quelle: Klimabulletin Winter 2017/2018, Meteoschweiz