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Perspektiven: Wohnen & Arbeiten in den Alpen

11.12.2017, 14:55 Uhr

Die Alpenschutzorganisation CIPRA macht mittels einer Online-Präsentation auf die Probleme und Chancen von Bergdörfern aufmerksam.

Verkehrschaos und leere Zentren

„Die Gemeinde Alpwil hat in den letzten Jahrzehnten einen stetigen Niedergang erlebt. Viele Einwohnerinnen und Einwohner sind weggezogen, Häuser stehen leer, die Gärten verwildern, der Dorfladen wurde aufgegeben, das Dorzentrum verödet…“

 

So beginnt die Geschichte in der interaktiven Online-Präsentation der Alpenschutzorganisation CIPRA. Expemplarisch an dem fiktiven Ort „Alpwil“ werden die Probleme vieler Gemeinden in den Alpen deutlich: von lärmenden Touristen und dem Verkehrschaos durch die Berufspendler, über Gentrifizierung und Leerstand bis zur Perspektivlosigkeit gerade der jüngeren Bewohner. Welche Entwicklungen sind denkbar? Neben dieser negativen gibt es auch eine positive Utopie: leerstehende Gebäude werden gemeinschaftlich genutzt, Plätze sind wieder belebt, Geschäfte und ein Dorfmuseum bringen Geld in die Gemeindekasse.

 

Vielfalt ist das größte Potenzial

Wie können sich Bergdörfer auf den Weg einer nachhaltigen Entwicklung begeben? Dazu gibt es viele Ideen und Vorschläge in dem zugehörigen Online-Dossier „Wohnen und Arbeiten in den Alpen“.

Anstatt einseitig auf Wachstum sollten Bergdörfer auf mehr Arbeits- und Lebensqualität setzen, so der Vorschlag der CIPRA. Etwa dadurch, dass Tourismusanbieter und Landwirtschaft gemeinsam Konzepte entwickeln, um Produkte an Gäste zu verkaufen. Auch das traditionelle Handwerk könnte eine Renaissance erfahren. Um Finanzierungen auf den Weg zu bringen, wäre es möglich, Genossenschaften und Vereine zu gründen oder Sponsoren zu finden. Wichtig ist dabei vor allem, dass sich die Bewohner miteinander vernetzen. Denn: „Das größte Potenzial der alpinen Gesellschaft ist ihre Vielfalt. Entfalten kann sich dieses Potenzial, wenn Menschen ohne Einschränkung bezüglich Alter, Herkunft, Tätigkeit und Geschlecht zusammenkommen“, so die CIPRA. Dafür müssten soziale Orte für den Austausch geschaffen werden, wie ein Gemeindehaus, ein Gemeinschaftsgarten oder ein belebter Dorfplatz.

 

Mehr unter www.cipra.org