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Neues Kapitel in der Erforschung der Alpenwelt

Kooperation TU München und Nationalpark Berchtesgaden

05.10.2020, 11:57 Uhr

Um die Artenvielfalt und die Folgen des Klimawandels in den bayerischen Alpen zu dokumentieren, starten TU München und der Nationalpark Berchtesgaden ein Langzeit-Monitoring. Ziel des Projekts ist es, Strategien für den Erhalt der Biodiversität zu entwickeln, die auch als Grundlage für die Entwicklung fundierter Managementkonzepte in Hinblick auf den Klimawandel dienen.

Pressekonferenz am Königssee

Nun wurde das Projekt mit einer Pressekonferenz am Königssee gestartet. Vor Ort bedankte sich Prof. Thomas F. Hofmann bei seinen Mitstreitern: "Die herausragende Expertise des Nationalparks im Naturschutzmanagement in Verbindung mit der exzellenten Forschungskompetenz der TUM eröffnet einmalige Perspektiven für die Wissenschaft. Wir wollen neue Erkenntnisse zu Folgen des Klimawandels für die Biodiversität erlangen, die unmittelbar dem Naturschutz vor Ort in den Alpen zu Gute kommen, aber auch weltweit helfen, eine der größten Herausforderungen der Menschheit zu bewältigen."

 

Batcorder und Soundrecorder

Konkret heißt das, dass fünfzig ausgewählte Standorte nach dem Vorbild von Wetterstationen mit hochmodernen Erfassungsmethoden ausgestattet wurden. Für das Monitoring von Fledermäusen werden sogenannte Batcorder installiert, Vögel werden mit Soundrecordern dokumentiert, besonders schnelle und hochauflösende Fotofallen geben Aufschluss über Kleinsäuger. Selbst Pilze und Bakterien werden anhand von Bodenproben untersucht. Alle Insektenarten, Säugetiere und die Vegetation sind selbstverständlich auch Teil des Monitorings. Erste Ergebnisse werden Ende 2021 erwartet.

 

Biodiversität und Klimaschutz – auch für den DAV ein wichtiges Anliegen. Daher verpflichten sich die Alpenvereine im Grundsatzprogramm zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums sowie zum umweltgerechten Bergsport, artenreichen Wildbestand zu sichern und Wiederansiedlungen zu unterstützen. Auch die Forderung eines alpenweiten Monitorings ist Teil des Programms: "Die Forschung über die Auswirkungen des Klimawandels auf alpine Lebensräume und Pflanzengesellschaften muss intensiviert und alpenweit koordiniert werden. Ein alpenweites Monitoring muss auf- bzw. ausgebaut werden."

 

"Die Zeit des Zauderns ist vorbei"

Resolution für eine konsequente Klimapolitik

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Der Deutsche Alpenverein hat auf seiner Hauptversammlung 2019 eine Resolution verabschiedet, die zu einer konsequenteren Klimapolitik auffordern soll - denn: "Die Zeit des Zauderns ist vorbei, wir müssen handeln. Jetzt!" Wir schreiben das Jahr 2050: Hochgelegene Alpenvereinshütten schließen aufgrund dauerhaften Wassermangels. Stürme legen ganze Wälder um, etliche Täler sind nicht mehr passierbar. Der Zugspitzgipfel fällt auseinander. Der Permafrost ist nicht mehr stabil, Einhausung mit Sarkophag ist die letzte Rettung. Drei Horrorszenen der Klimakrise! Nur Fiktion oder Wirklichkeit? Die Folgen des Klimawandels bekommen wir, als Bergsteigerinnen und Bergsteiger heute schon besonders zu spüren, denn die Temperaturen im Alpenraum steigen - und sind in der jüngsten Vergangenheit überproportional gestiegen. Der Gletscherrückgang ist dramatisch, "ewiges Eis" gibt ́s nicht mehr. Mit auftauendem Permafrost steigt die Bergsturzgefahr. Auch die natürliche Skisaison wird nachweislich immer kürzer. Wenn wir die 1,5°C Grenze überschreiten, wird die Frage der Skisaison jedoch keine relevante mehr sein.  

Tiere der Alpen

Murmeltier, Gämse, Bartgeier & Co. - Ein Kurzführer

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Etwa 30.000 Arten sind in den Alpen beheimatet, davon mehr als 80 Säugetierarten. Mit Gipfeln, die mehr als 4.000 Meter in die Höhe ragen und einer Fläche von etwa 200.000 Quadratkilometern sind die Alpen das wichtigste mitteleuropäische Gebirge. 1.300 Kilometer spannt sich der Alpenbogen von Österreich nach Frankreich. Diese große Ausdehnung sowie die verschiedenen Höhenstufen und Mikroklimata bieten Lebensräume für unterschiedlichste Tiere.

Grundsatzprogramm

Verbindliche Leitlinie

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Das "Grundsatzprogramm zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums sowie zum umweltgerechten Bergsport" ist Positionspapier und Handlungsrahmen.