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Neues Bergsteigerdorf: Gschnitztal, Tirol

06.05.2019, 11:11 Uhr

Seit Anfang Mai gibt es ein neues Mitglied im erlesenen Kreise der Bergsteigerdörfer: Das Gschnitztal in Tirol. In Trins fand am 05. Mai 2019 die offizielle Beitrittsfeier statt.

Mehr Naturschutz, weniger Erschließung

Das internationale Netzwerk der Bergsteigerdörfer wächst: seit vergangenem Sonntag ist das Gschnitztal mit seinen Gemeinden Gschnitz und Trins in den Stubaier Alpen nun offiziell ein Bergsteigerdorf! Ein wichtiger Schritt für ein stolzes Tal mit viel Natur und einem klaren Bekenntnis für die zukünftige Weiterentwicklung: mehr Naturschutz, weniger Erschließung. 

Mit dabei waren u.a. der Präsident des Österreichischen Alpenvereins Andreas Ermacora und die Tiroler Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe. „Menschen, die Ruhe, Natur und einen sanften Tourismus wollen, werden das im Gschnitztal finden“, sagt Ermacora, der in der Philosophie der Bergsteigerdörfer einen Kontrapunkt zum Massentourismus sieht.

 

Die ruhige Seite des Stubaitals

Das Gschnitztal ist ein westliches Seitental des Wipptales und liegt in den Stubaier Alpen, am Fuße des Habichts (3.277 m), der Feuersteine (3.267 m) und der Tribulaune (3.097 m). Das Tal ist geprägt durch das gleichzeitige Vorkommen von Kalk, Kristallin, Urgestein und Dolomit, welches die Basis für eine ungewöhnlich große botanische Artenvielfalt darstellt. Das Gschnitztal ist im Osten flankiert von sanften Bergen, welche westwärts immer höher und schroffer werden und viele Dreitausender am Talschluss vereinen.

Die Dörfer Trins und Gschnitz liegen sonnig zwischen 1.214 m und 1.242 m über dem Meeresspiegel. Der Gschnitzbach fließt von seiner Quelle am Lautersee durch das von der Eiszeit geprägte und flache U-Tal bis zu seiner Mündung in die Sill bei Steinach und legt dabei ca. 20 km zurück. Ein überwiegender Teil der Gemeindegebiete ist Teil der Landschaftsschutzgebiete Serles-Habicht-Zuckerhütl (Gesamtfläche 180 km²) und Nösslachjoch-Tribulaune (Gesamtfläche 92 km²), in denen auch Natura-2000-Flächen und besonders schützenswerte Landschaftsteile ausgewiesen sind.

Alle Infos über das Gschnitztal auf www.bergsteigerdoerfer.org/gschnitztal

 

Bergsteigerdörfer - Klares Bekenntnis für eine nachhaltige Tourismusentwicklung

Die Bergsteigerdörfer sind eine Initiative von fünf alpinen Verbänden: Österreichischer Alpenverein, Deutscher Alpenverein, Alpenverein Südtirol, Club Alpino Italiano und Alpenverein Slowenien. Die Orte in dem internationalen Netzwerk aus mittlerweile 28 Gemeinden sind vorbildhafte regionale Entwicklungskerne im nachhaltigen Alpintourismus mit einer entsprechenden Tradition. Sie garantieren ein hochwertiges Tourismusangebot für Bergsteiger und Bergwanderer, weisen eine exzellente Landschafts- und Umweltqualität auf und engagieren sich für die Bewahrung der örtlichen Kultur- und Naturwerte. Als alpine Kompetenzzentren setzen Bergsteigerdörfer auf Eigenverantwortung, Fähigkeit und Souveränität sowie umweltkundiges und verantwortungsvolles Verhalten ihrer Gäste am Berg.

Diese Vorbildwirkung der Bergsteigerdörfer erstreckt sich auch auf das aktive Bemühen, das Ziel der nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum zu verwirklichen. Die Förderung und Weiterentwicklung der Bergsteigerdörfer steht im Einklang mit den Durchführungsprotokollen der Alpenkonvention.

 

Mehr Infos gibt es auf bergsteigerdoerfer.org.