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TV-Tipp: Bergauf-Bergab - Mountainbiken und Naturschutz, wie geht das zusammen?

Mit Live-Diskussion auf Facebook am 1. August

27.07.2021, 08:35 Uhr

Wie kann es gelingen, den vielen unterschiedlichen Ansprüchen an einen besonders sensiblen Naturraum gerecht zu werden? Dieser Frage geht Bergauf-Bergab, das Magazin für Bergsteigende, nach.

Interessen in Einklang bringen

Mehr Menschen sind in den Bergen unterwegs - da ist sich die Runde einig, die Michael Düchs in der aktuellen Folge von Bergauf-Bergab begleitet.

Mehr Wander*innen und Mountainbiker*innen treffen auf Menschen, deren Arbeitsplatz die Berge sind: In der Alm- und Forstwirtschaft, im Tourismus.
Wo unterschiedliche Nutzungsansprüche aufeinandertreffen, gibt es Konfliktpotential. 

 

"Die Realität ist friedlicher, als sie oftmals dargestellt wird", sagt Andi Lipp, selbst aktiver Mountainbiker. Bei der regionalen Politik, wo die Beschwerden oft zusammenlaufen, kommt Landrätin Baier-Müller im Oberallgäu zu dem Schluss, dass die Hauptkonfliktlinie zwischen Grundstücks- und Almbesitzenden und Mountainbiker*innen verläuft. Hier bestehe Vermittlungsbedarf, um gemeinsame Lösungen zu finden. 

 

Gemeinsame Lösungen

Miteinander reden und die Interessen aller Beteiligten in Einklang bringen - das ist die Lösungsformel für die Nutzungskonflikte in den Bergen und auf den Wegen.

Im Wienerwald scheint das weitestgehend zu funktionieren. Dort gibt es Wege, die nur zum Biken freigegeben sind, andere wiederum nur zum Wandern. Und auf den shared Trails steht die gegenseitige Rücksichtnahme im Fokus: Hier begegnen sich Wandernde und Bikende und teilen den Weg ohne größere Konflikte. Das Trailkonzept für den Wienerwald hat Alexander Arpaci gemeinsam mit den verschiedenen Interessengruppen erarbeitet. Wo es nicht aufgeht, wird weitergearbeitet. Zum Beispiel am Wurzeltrail: Viele umfahren die technisch anspruchsvolle Strecke, der Weg hat sich verbreitert und verzweigt. Das ist nicht Sinn der Sache. Der Weg wird deshalb umgebaut und entflechtet. 

 

Nicht nur den Mountainbiker*innen kommt ein legales und attraktives Trailnetz zugute. Auch die Natur profitiert davon. Harald Brenner kümmert sich um den Naturschutz im Biosphärenreservat Wienerwald und begrüßt das Trailkonzept als wichtige Lenkungsmaßnahme. So könne man das Wegangebot um die besonders sensible Kernzone herum bauen und die Natursportler*innen so in den weniger anfälligen Naturräumen bündeln. 

 

Mitdiskutieren auf dem Facebookkanal von BR24

Die Nutzungskonflikte in den Bergen sind ein sehr emotionales Thema. Auf dem Facebookkanal von BR24 findet im Anschluss an die Sendung am Sonntag, den 18. Juli ab 19:15 Uhr, eine Livediskussion statt. 

Mit dabei ist auch der Mountainbikespezialist Benjamin Trotter. Er ist im DAV verantwortlich für das Projekt "Bergsport Mountainbike - nachhaltig in die Zukunft".

 

Update: Ausstrahlung und Livediskussion wurden aufgrund der Berichterstattung zum Hochwasser verschoben. Der neue Termin ist der 1. August.

 

 

 

 

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