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7 Tourismus

Die Alpen sind im Vergleich zu Badeorten ein relativ junges Reiseziel für die breite Bevölkerung.

Lange Zeit waren sie ein Ort voller Gefahren und an einen Aufstieg auf die Gipfel war nicht zu denken. Das änderte sich mit der Ankunft der ersten Abenteurerinnen und Wissenschaftler im 19. Jahrhundert. Sie kartierten die Landschaft, erforschten Tier- und Pflanzenwelt und wagten sich an nicht selten tödlich endende Erstbesteigungen. 1869 wurde der Deutsche Alpenverein gegründet und sorgt seither für all jene, die die Berge lieben. Den Entdeckerinnern und Entdeckern folgten Erholungssuchende und Sportbegeisterte und bis heute reisen Menschen aus aller Welt in das höchste Gebirge Europas.

 

 

 

7.1 Alpentourismus

38,1 Milliarden Euro – so viel wurde 2019 im Tourismussektor in Österreich erwirtschaftet. Die Alpen locken im Winter mit schneebedeckten Pisten, im Sommer mit zahlreichen Wegen, Sommerrodelbahnen und anderen Attraktivitäten. Der Trubel am Berg wird von einer umfassenden Infrastruktur ermöglicht: Hotelanlagen, Zufahrtsstraßen und Parkplätze in den Tälern, Lifte und Lawinenverbauungen in der Höhe. Der Tourismus beschäftigt in den Alpenregionen zahlreiche Menschen. Doch er bringt nicht nur Gutes: Natur muss weichen, Verkehr verschmutzt die Umwelt und die Instandhaltung touristischer Anlagen zehrt an den natürlichen Ressourcen des Alpenraumes, wie beispielsweise den Wasservorräten.

 

7.2 Auswirkungen und Gefahren

Welche Gefahren entstehen für Bergsportlerinnen und Bergsportler durch den Klimawandel? Das erfahrt ihr hier:

 

 

Die bedeutsamsten Gefahren zusammengefasst sind: 

  • Extremwetterlagen (Starkregen, Trockenheit)
  • Mehr Schutt- und Geröllfelder 
  • Steinschläge und Murenabgänge
  • Verstärkte Lawinengefahr
 

Informationen über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Alpentourismus findet ihr im Video. 

 

 

7.3 Wintertourismus und Klimawandel

Schreitet der Klimawandel voran, wird sich besonders in den Wintermonaten viel ändern. Die Skisaison hat sich schon in den letzten Jahrzehnten immer weiter verkürzt und die Schneefallgrenze stieg seit 1950 um mehr als 100 Meter an. Wenn die Schneesicherheit sinkt, müssen zusätzliche Lifte gebaut werden oder die Betreibenden beschneien ihre tiefergelegenen Pisten künstlich. Doch auch für die künstliche Beschneiung sind die Temperaturen vielerorts zu hoch und der Schnee bleibt nicht liegen. In diesem Fall muss immer weiter beschneit werden, was einen hohen Wasserverbrauch zur Folge hat. Die Alpen sind der „Wasserturm“ Europas, doch auch dieser Vorrat hält nicht endlos.

 

7.4 Sommertourismus und Klimawandel

Auch der Sommertourismus in den Alpen ist vom Klimawandel betroffen. Tauen Eiswände ab und Böden auf, wird das Bergsteigen gefährlich. Gefahren durch Steinschlag bei Kletter- und Hochtouren erhöhen sich.

Lawinen, Felsstürze, Hochwasser oder Muren können plötzlich einsetzen und zerstören die Infrastruktur. Einen Schaden an der alpinen Infrastruktur kann aber auch ein schleichender, weniger sichtbarer Prozess wie der Rückgang des Permafrostes anrichten. Durch tauenden Boden werden beispielsweise Hütten instabil und im Hochgebirge sind Sanierungsarbeiten überdurchschnittlich teuer.

 

Glossar

  • Mure: Abrutschen von Wasser, Boden und Gestein nach Starkregen oder Schneeschmelze
  • Schneefallgrenze: Höhengrenze, oberhalb derer Niederschlag zu mindestens 50% als Schnee fällt
 

Was hast du dir gemerkt?

Bei den folgenden Fragen können mehrere Antworten richtig sein! 

 

8 #machseinfach

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Mit der Kampagne #machseinfach zeigt der Deutsche Alpenverein wie jede und jeder mit einfachen Mitteln einen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten kann. Bei der Ausübung ihres Hobbys können Bergsportlerinnen und Bergsportler ihren CO2-Fußabdruck und auch den Ressourcenverbrauch einfach verkleinern. Die Kampagne zeigt, was in den Bereichen Mobilität, Ressourcen- und Klimaschutz schnell und einfach umgesetzt werden kann.