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5 Alm/Bergwiese

Die Almwirtschaft ist die traditionelle Form der Landwirtschaft in den Alpen.

Im Sommer, wenn das Gras auf den Bergwiesen saftig und nährstoffreich ist, ziehen die Landwirtinnen und Landwirte mit ihren Tieren in höher gelegene Gebiete. Auf der Alm (in Österreich heißt sie auch Alpe oder Alb) können sich die Tiere ordentlich den Bauch mit leckeren Kräutern vollschlagen. Während dieser Zeit produzieren die Sennerinnen und Senner, die sich um die Tiere kümmern, Milch, Käse und Butter. In den Sommermonaten muss auf der Alm auch der Heuvorrat für den Winter eingebracht werden. Wenn es im Herbst in den höheren Lagen langsam kälter wird, werden die Tiere zur Überwinterung ins Tal getrieben. Verlief der Sommer ohne Verlust eines Tieres, ziehen die Kühe mit prachtvollem Kopfschmuck zurück in ihren Stall.

 

5.1 Die Alm/Bergwiese und der Klimawandel

Der Klimawandel lässt die Temperaturen in den Bergen steigen. Für viele Pflanzen ist das erstmal nicht schlecht, denn sie können im Warmen besser wachsen. Doch genau das birgt auch eine Gefahr. Die Alpen, wie wir sie heute kennen, sind ein Kulturraum. Das heißt, dass der Mensch die Landschaft gestaltet hat. Steigt durch den Klimawandel nun die Temperatur, verdrängen große Pflanzen kleinere Arten und auch viele der hier lebenden Tiere und Insekten müssen sich eine neue Heimat suchen.

 

5.2 Pflanzen und Tiere im Klimawandel

Bei vielen Veränderungen wie auch beim Klimawandel gibt es Gewinner und Verlierer. Es gibt Arten, die sich anpassen und vielleicht sogar neue Gebiete erobern und andere, die durch den Klimawandel entweder ihre Lebensräume verlieren oder in Konkurrenzkämpfen den Kürzeren ziehen. In den Alpen gibt es viele spezialisierte Arten, die perfekt auf ihren kleinen Lebensraum angepasst sind - aber eben nur auf diesen. Sie tun sich besonders schwer mit der Anpassung an neue Klimabedingungen.

 

Das Murmeltier – ein Verlierer

„Ich habe es gerne kalt. Steigen im Sommer die Temperaturen durch den Klimawandel, dann habe ich keine Lust zu fressen. Doch ohne Speckschicht werde ich den Winterschlaf vielleicht nicht überleben.“

 

Der Borkenkäfer – ein Gewinner

„Geil, Klimawandel! Warme Temperaturen stressen Bäume und das macht es uns leichter, ihre Abwehrmechanismen zu bekämpfen. Bald werden alle Bergwälder in der Hand von uns hungrigen Borkenkäfern sein!“

Das Resultat ist zunehmendes Wald- bzw. Baumsterben.

 

Der Schneehase – ein Verlierer

„Es wird mir zu warm! Um der Hitze zu entkommen, ziehe ich immer weiter nach oben, doch dort gibt es nicht genug zu fressen für mich. Wie lange ich wohl noch durchhalten werde?“

 

Der Bienenfresser – ein Gewinner

„Eigentlich komme ich aus den Tropen. Doch nun, da es hier so schön warm ist, siedele ich mich auch am Alpenrand an. Man muss ja mal was Neues entdecken!“

 

Der Bayerische Enzian – ein Verlierer

„Ich liebe humusreichen Boden, doch leider bin ich damit nicht allein. Auch andere Arten siedeln sich dort gerne an. Da sie oft größer sind, kann ich nicht mit ihnen konkurrieren.“

 

Die Arnika – eine Gewinnerin

„Ich fühle mich wohl, wenn es wärmer wird. Das gibt mir die Möglichkeit, Gipfel zu besiedeln, auf die ich sonst nie gekommen wäre.“

 

5.3 Die Alm als Wirtschaftsraum

In den Südalpen wurden die Weideflächen oberhalb der Waldgrenzen bereits im Jahr 1800 v. Chr. genutzt. Die Menschen brannten den Bergwald ab und schufen Weideflächen. Heute werden auf den meisten Almen nicht nur Tiere versorgt, sondern auch Besucherinnen und Besucher. Einfache lokale Speisen und Getränke können hier erworben werden und schmecken nach einem anstrengenden Aufstieg besonders gut. Dennoch ist eine Alm nicht mit einem Gasthaus zu verwechseln! Eine Alm ist ein landwirtschaftlicher Betrieb und den hier lebenden Menschen und Tieren sollte mit dem nötigen Respekt begegnet werden.

 

Glossar

  • Alm: Im Sommer genutzte Bergweide
  • Almwirtschaft: besondere Form der Weidewirtschaft auf Bergwiesen
  • Bergwald: Wald in Berggebiet
  • KonkurrenzkämpfeWettbewerb zwischen Tieren oder Pflanzen um begrenzte Lebensräume und Rohstoffe
  • Wald- bzw. Baumsterben: Schädigung des Waldes durch Schädlinge, Schädigung des Bodens oder andere natürliche und anthropogene Ursachen
  • WaldgrenzenGrenze oberhalb derer Bäume aufgrund klimatischer Faktoren nicht mehr wachsen können
  • Weideflächen: Fläche, die von Nutztieren beweidet wird
 

Was hast du dir gemerkt?

Bei der folgenden Frage können mehrere Antworten richtig sein! 

 

6 Bergwald

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Der Bergwald ist Heimat für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und bietet gleichzeitig Raum für Erholung und Bewegung in der Natur. Er gilt als riesiger CO2-Speicher bzw. Kohlenstoffsenke, der die Atmosphäre von schädlichen Emissionen entlastet. Zudem liefert der Wald mit seinem Holz eine wichtige und nachhaltige Ressource und dient als Schutz vor Lawinen oder Steinschlägen. Durch seine Lage an ungeschützten Hängen ist er besonderen Witterungsbedingungen und einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Das hat Auswirkungen auf die Form und die Wachstumsgeschwindigkeit/das Wachstum der Bäume. In den Alpen bestehen Bergwälder vor allem aus Buchen, Fichten, Tannen, Berg-Ahorn, Kiefern und Lärchen.