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Nachhaltige Mobilität für Bergsteiger

22.05.2019, 09:38 Uhr

Der Landesverband Baden-Würtemberg diskutierte vom 10. - 12. Mai 2019 engagiert über eines der wohl brennendsten Themen aktuell beim DAV: Wie kommen wir Bergsteiger in Zukunft nachhaltiger und klimafreundlicher in die Berge?

Mobilität - gesellschaftliche Verantwortung des DAV

Die Frage „Wie lassen sich die Fahrten der Bergfreunde zum Ausgangspunkt ihrer Kletter-, Wander- und Wintersportziele so umweltfreundlich und naturverträglich wie möglich gestalten?“ war das zentrale Thema der diesjährigen Natur- und Umweltschutztagung des DAV-Landesverbands Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Landes-Jugendverband (JDAV), die vom 10. bis 12. Mai in Tübingen stattfand. „Klimafreundlicher Bergsport ist ein wichtiges und dringendes Anliegen des DAV“, sagte Dieter Porsche vom Landesverband bei der Einführung am Freitagabend. „Gemeinsam wollen wir nach Lösungen für eine CO2-Reduktion bei unseren Bergfahrten suchen. Der DAV betrachtet es als seine Aufgabe, einen gesellschaftlichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Verkehrswende zu leisten.“

 

Städte als Vorbilder?

Tübingen - eine Vorzeigestadt in Sachen Mobilität? Mit dem umfangreichen Mobilitätskonzept und den verbundenen großen Zielen schon, sagt Oberbürgermeister Palmer bei der Eröffnung der Veranstaltung: Radanteil bis 2020 bei 30 Prozent, Ausbau der E-Mobilität, Car-Sharing und Gratis-Nutzung von öffentlichen Verkehrsmittel. Der Stadtrat orientiere sich dabei an Best Practice Modellen von Städten wie Kopenhagen. Über Wege der Transformation zu einer nachhaltigen Mobilität referierte Jobst Kraus vom Bund Naturschutz. Er betonte, dass der Umstieg von Verbrennungsmotoren auf CO2-freie Antriebsarten nicht ausreiche, um das Ziel des Klima-Abkommens von Paris zu erreichen. Dies sei nur durch ein flächendeckendes Car-Sharing-System mit weniger Privatautos möglich, was ein Umdenken und eine Verhaltensänderung aller sowie einen Wechsel vom Appell zu verbindlichen Strukturen voraussetze.

 

E-Mobilität auch für Alpen geeignet

Bernd Schneck, Geschäftsführer des Naturpark-Expresses Obere Donau, stellte die Schwierigkeiten, aber auch die Erfolgsgeschichte dieser Bahn vor, die an den Sommer-Wochenenden und Feiertagen im Naturpark Obere Donau zwischen Gammertingen, Sigmaringen, Tuttlingen bis nach Donaueschingen und Blumberg / Zollhaus verkehrt und einen Radwaggon für den Gratis-Transport von Rädern mitführt. Das Be- und Entladen des Waggons erfolgt durch das Servicepersonal. Danach erklärte Marc Burgstahler vom Energieversorger EnBW, wo die Zukunft der Mobilität aus Sicht des Stromlieferanten liegt, nämlich in der E-Mobilität, die inzwischen viel leistungsfähiger und mit seinem Netz an Ladestationen auch für Fahrten in die Alpen geeignet sei. Er stellte Sondertarife für den DAV in Aussicht. Weitere Mobilitätskonzepte fürs Bergsteigen stellte danach Julia Mrazek vom DAV-Ressort Naturschutz und Kartografie vor und verglich die CO2-Emission und den Zeitbedarf bei Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel - vom mit fünf Personen besetzten Auto, über öffentliche Verkehrsmittel wie Bahn und Bus bis hin zum Flugzeug.

 

DAV muss Vorbildfunktion einnehmen

In vier Gruppen wurden danach konkrete Ziele und Arbeitsaufträge erarbeitet, die sich jeweils an die Sektionen, den Landes- und Hauptverband sowie das DAV-Präsidium richteten sowie an die Landes-Naturschutzverbände. Einig waren sich alle darüber, dass das Öffentliche Verkehrsnetz verbesserungsfähig sei und der DAV eine Vorbildfunktion einnehmen müsse. Die erarbeiteten Arbeitsaufträge und Forderungen wurden am Sonntag Roland Stierle vom DAV-Präsidium übergeben, der die naturkundliche Wanderung durch den Naturpark Schönbuch leitete.

 

Mehr als 45 Naturschutzreferentinnen und -referenten nahmen an der Naturschutztagung des DAV-Landesverbands Baden-Württemberg teil. In Sachen "klimafreundliche Mobilität beim Bergsport" hat der DAV eine gesellschaftliche Verantwortung.