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31.07.2020
09.08.2020
Bundesweit

NABU Insektensommer

Bundesweite Insektenzählung

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft zur 2. Zählperiode des diesjährigen „Insektensommer“ auf: Naturfreundinnen und -freunde können in dieser Citizen-Science-Aktion vom 31. Juli bis 9. August 2020 über eine App oder Webseite bundesweit Insekten zählen – und so Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit beisteuern.

Insektensommer: Naturliebhaber fürs Zählen gesucht

Insekten gehören zu der artenreichsten Tiergruppe und sind ein wichtiger Baustein für das Ökosystem. Doch sie sind bedroht: Die Gesamtmasse an Fluginsekten hat selbst in Schutzgebieten bis zu 75 Prozent abgenommen; auch bei den Schmetterlingen macht sich das große Sterben bemerkbar. 

 

Insgesamt umfasst die Schmetterlingsfauna in Deutschland mehr als 3.700 Arten. Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Bläulinge, sowie viele weitere gehören zu den farbenprächtigsten und schönsten Tagfaltern unserer Natur.

 

Doch rund die Hälfte aller Schmetterlingsarten ist vom Aussterben bedroht, bereits ausgestorben oder verschollen. Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn meldet, dass bereits mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland vollständig ausgestorben sind. 494 weitere Arten seien vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.

 

Über viele Schmetterlinge und andere Insekten liegen in Deutschland nur wenige Daten vor. Vor diesem Hintergrund hat der NABU die Citizen-Science-Aktion „Insektensommer“ ins Leben gerufen. Die Insektenzählung findet in diesem Jahr deutschlandweit vom 31. Juli bis 9. August 2020 für eine zweiten Zählzeitraum statt. Die Beobachtungen können unter www.insektensommer.de oder über die kostenlose NABU-App „Insektenwelt“ (für iOS und Android) gemeldet werden.

 

Gesucht wird alles, was sechs Beine hat. Ziel des Insektensommers ist es, auf die große Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. Jedes Insekt zählt!

 

 

Tipp: Ein Heim für Sechsbeiner - Starthilfe im eigenen Garten

Mit etwas Hilfe lassen sich viele Insekten problemlos im Garten ansiedeln. Gerne nehmen sie künstliche Nistgelegenheiten aus Holz, Bambus oder Schilf an - sogenannte Insektenhotels.

 

„Insektenhotels dürfen durchaus dekorativ sein, doch sie helfen nur, wenn sie auch artgerecht sind. Wichtig ist, dass kein Weichholz verwendet wird, damit Bohrlöcher nicht ausfransen, sonst können sich Bienen daran verletzen. Auch sollten insektenfreundliche Wildpflanzen in der Nähe sein, sonst werden die geschaffenen Hotels ohne Gäste bleiben“, sagt NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. 

 

Ein Beet aus heimischen Wildstauden wirkt wie ein Magnet auf Falter und Bienen. An sonnigen Standorten wachsen Moschusmalve, Natternkopf, Wiesen-Flockenblume und Blut-Storchschnabel. Sie liefern Pollen und Nektar und sind dazu noch optimal an Klima und Boden angepasst. Generell freuen sich Insekten über Wildrosensorten. Diese haben keine gefüllten Blüten, so können Insekten den Nektar leichter erreichen als bei gezüchteten Sorten.

 

Der NABU gibt auf seiner Webseite Bautipps und Anleitungen für Insektenhotels:

 

Videoanleitung: Insektenbuffet pflanzen