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06.08.2021
15.08.2021
Bundesweit

NABU Insektensommer 2021

Bundesweite Insektenzählung

Was kreucht und fleucht in eurem Garten? Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft vom 06. bis zum 15. August wieder zum Insektenzählen auf: Naturfreund*innen können in dieser Citizen-Science-Aktion über eine App oder Webseite bundesweit Insekten zählen – und so Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit beisteuern.

Insektensommer: Naturbegeisterte fürs Zählen gesucht

Insekten gehören zu der artenreichsten Tiergruppe und sind ein wichtiger Baustein für das Ökosystem. Doch sie sind bedroht: Die Gesamtmasse an Fluginsekten hat selbst in Schutzgebieten bis zu 75 Prozent abgenommen; auch bei den Schmetterlingen macht sich das große Sterben bemerkbar. 

 

Insgesamt umfasst die Schmetterlingsfauna in Deutschland mehr als 3.700 Arten. Schmetterlinge wie Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Bläulinge, sowie viele weitere gehören zu den farbenprächtigsten und schönsten Tagfaltern unserer Natur. Doch rund die Hälfte aller Schmetterlingsarten ist vom Aussterben bedroht, bereits ausgestorben oder verschollen. Das Bundesamt für Naturschutz in Bonn meldet, dass bereits mindestens 60 Schmetterlingsarten in Deutschland vollständig ausgestorben sind. 494 weitere Arten seien vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet.

 

Über viele Schmetterlinge und andere Insekten liegen in Deutschland nur wenige Daten vor. Vor diesem Hintergrund hat der NABU die Citizen-Science-Aktion „Insektensommer“ ins Leben gerufen. Die Beobachtungen können unter www.insektensommer.de oder über die kostenlose NABU-App „Insektenwelt“ (für iOS und Android) gemeldet werden.

 

Entdeckungsfrage

Seit 2020 wird der Insektensommer von einer Entdeckungsfrage unterstützt. In diesem Jahr geht es um die Verbreitung des invasiven Asiatischen Marienkäfers. Gemeinsam mit dem einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfer ist er inzwischen der am weitesten verbreitete. Doch welche Art schwirrt häufiger durch die deutschen Gärten? Bei der Beantwortung dieser Frage helft ihr, indem ihr Marienkäfer zählt und die Entdeckungsfrage beantwortet. Bestimmungshilfen und weitere Infos hat der NABU für euch zusammengefasst. 

 

Gesucht wird alles, was sechs Beine hat. Ziel des Insektensommers ist es, auf die große Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren. Alle können mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. Jedes Insekt zählt!

 

 

Wie mache ich mit?

Optimale Voraussetzungen zum Insekten zählen bietet ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Dann nehmt ihr euch einfach eine Stunde Zeit und schaut und notiert, welche Insekten ihr an eurem Beobachtungsplatz so entdeckt - zum Beispiel auch in Blumentöpfen, an Bäumen oder unter Steinen. Insekten leben und lieben ihren Mikrokosmos, auch wenn Fluginsekten weite Strecken zurücklegen können. 

Bei mobilen Arten wie Schmetterlingen oder Hummeln zählt ihr von jeder Art die größte gleichzeitig anwesende Zahl von Tieren, die ihr beobachtet habt und nicht die Summe der Einzelbeobachtungen im Laufe der Stunde, so vermeidet ihr Doppelzählungen. Wenn am Anfang der Beobachtungszeit ein Kohlweißling vorbeifliegt und eine halbe Stunde später noch einmal einer, könnte es beide Mal der selbe sein. Gemeldet wird in diesem Fall also nur ein Kohlweißling.

 

Tipp: Ein Heim für Sechsbeiner - Starthilfe im eigenen Garten

Mit etwas Hilfe lassen sich viele Insekten problemlos im Garten ansiedeln. Gerne nehmen sie künstliche Nistgelegenheiten aus Holz, Bambus oder Schilf an - sogenannte Insektenhotels.

 

„Insektenhotels dürfen durchaus dekorativ sein, doch sie helfen nur, wenn sie auch artgerecht sind. Wichtig ist, dass kein Weichholz verwendet wird, damit Bohrlöcher nicht ausfransen, sonst können sich Bienen daran verletzen. Auch sollten insektenfreundliche Wildpflanzen in der Nähe sein, sonst werden die geschaffenen Hotels ohne Gäste bleiben“, sagt NABU-Insektenexpertin Daniela Franzisi. 

 

Ein Beet aus heimischen Wildstauden wirkt wie ein Magnet auf Falter und Bienen. An sonnigen Standorten wachsen Moschusmalve, Natternkopf, Wiesen-Flockenblume und Blut-Storchschnabel. Sie liefern Pollen und Nektar und sind dazu noch optimal an Klima und Boden angepasst. Generell freuen sich Insekten über Wildrosensorten. Diese haben keine gefüllten Blüten, so können Insekten den Nektar leichter erreichen als bei gezüchteten Sorten.

 

Der NABU gibt auf seiner Webseite Bautipps und Anleitungen für Insektenhotels:

 

Videoanleitung: Insektenbuffet pflanzen