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Autofreier Tag 2021

Nachhaltige Mobilität fürs Klima

22.09.2021, 08:33 Uhr

Passend zur Europäischen Mobilitätswoche fand am 22. September zum wiederholten Mal der autofreie Tag statt. Nur ein weiterer Aktionstag, der sich in die Fülle von „Schlechtem-Klimagewissen-verstärkenden-Daten“ einreiht?

Mitnichten! Obwohl schon seit den 1950er Jahren sporadisch autofreie Tage (aus unterschiedlichen Gründen) stattfinden, kam die Bewegung erst in den 1990er Jahren so richtig in Schwung. Im Jahr 2000 wurde von der Europäischen Kommission dann die Europäische Mobilitätswoche ins Leben gerufen, innerhalb derer seitdem der autofreie Tag stattfindet. In der Vergangenheit gab es bereits weltweit teils spektakuläre Aktionen: Von Paris über Toronto, Jakarta bis nach London, wo am autofreien Tag 2019 mehrere Kilometer der Hauptverkehrsadern für den motorisierten Verkehr gesperrt wurden.

 

Auto-Nation Deutschland?

Wirft man jedoch einen Blick auf das Jahr 2021, hält sich die Begeisterung bei uns in Deutschland für den autofreien Tag eher in Grenzen. An der Mobilitätswoche nehmen immerhin laut offizieller Seite über 100 Städte teil. Erfreulich dabei: Es sind viele kleinere Städte vertreten. Im Vergleich dazu hat das kleinere Österreich jedoch mehr als dreimal so viele Teilnahmen zu verzeichnen.

 

Während hierzulande eher die Devise zu herrschen scheint, die Autoindustrie mit strengen Klimavorgaben nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen und die Transformation von einer Automobilmesse zu einer Mobilitätsmesse nur zögerlich und mit überschaubarem Erfolg voranschreitet, ist der Wunsch vieler Bürger*innen nach mehr Platz zum Beispiel für Fahrräder in den Städten längst klar formuliert.

 

Nachhaltige Mobilität – zahlreiche Möglichkeiten

Dabei sind die Möglichkeiten, Zeichen für eine nachhaltige Mobilität zu setzen vielfältig und, wie viele Beispiele zeigen, auch gar nicht so schwer umzusetzen. Gerade auf lokaler politischer Ebene lässt sich einiges bewegen: Einen Tag kostenlos mit den Öffentlichen unterwegs sein, Pop-Up Cafés auf der Straße oder anstelle von Parkplätzen, Vergünstigungen für alle, die mit dem Fahrrad anreisen, etc. Den Ideen sind kaum Grenzen gesetzt. In Paris und Brüssel gilt schon in weiten Teilen der Städte Tempo 30, sodass man dort mit dem Fahrrad mitunter schneller vorankommt als mit dem Auto.

 

Eine besondere Aktion zur Mobilitätswoche im September gibt es mit der Kampagne #besserweiter (ÖPNV: Dankeschön-Aktion im September). Alle Abonnent*innen von ÖPNV-Angeboten haben bundesweit freie Fahrt im Nahverkehr bei vielen Verkehrsunternehmen ohne zusätzliche Kosten. Die Gemeinschaftskampagne von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und Verkehrsunternehmen zielt darauf, die Treue zum ÖPNV in der Corona-Krise zu belohnen und Vertrauen zurückzugewinnen.

 

Abgesehen von vereinzelten Aktionen und der Verantwortung, die jede*r von uns im persönlichen Mobilitätsverhalten hat, steht vor allen Dingen auch die Politik in der Pflicht zu handeln und die entsprechenden Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Mobilität herzustellen!

 

Weitere Infos gibt's auch auf der Seite des Umweltbundesamts.

 

Mobilität und Bergsport

Anreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln

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„Bergsport ist Motorsport.“ – Ein geflügeltes Wort, bei dem manche etwas ertappt und verschämt die Mundwinkel verziehen, dabei die Augenbrauen heben und die Schultern zucken. Eine Aussage auch, die die einen wissend kommentieren: dass das doch schon immer klar und all das Gerede von Naturschutz vor allem des Alpenvereins nur Augenwischerei sei. Aber auch eine, die die anderen ebenso wissend verneinen und dabei vehement herausstellen, wie einfach es schließlich sei, auch mit den Öffentlichen ans Berg- oder zumindest Tal-Ziel zu gelangen. Wir bräuchten die Frage vielleicht gar nicht ernsthaft ausdiskutieren, wüssten wir nicht, dass wir auf weitere massive Klimaveränderungen, vielleicht gar eine -katastrophe zurasen, wenn wir nicht gewillt sind, einzulenken und entgegenzusteuern. Weshalb auch der DAV, der bereits seit 1927 den Naturschutz in seiner Satzung stehen hat und der seit 2005 bundesweit als Naturschutzverband anerkannt ist, auf der Hauptversammlung 2019 ein Klimaschutzkonzept auf den Weg gebracht hat. Mit diesem wird nun insbesondere die Mobilität des Vereins kritisch durchleuchtet und Möglichkeiten werden aufgezeigt, wie es anders besser gehen kann.   Nun sind Konzepte erfahrungsgemäß geduldig. Doch was können wir selbst ad hoc ändern? Wir, die wir die Annehmlichkeiten des Autos schätzen, aber durchaus offen sind, die Dinge mal anders anzugehen? 

Mobilität von morgen

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Bereits im Mai 2019 hat sich die Kampagne #machseinfach damit befasst, was umwelt- und klimabewusst Autofahren heißt und wie man mit dem Auto "ökologisch" in die Berge anreisen kann.  2015 verpflichteten sich Deutschland und 194 weitere Staaten im Rahmen des Pariser Klimaschutzabkommens, die Klimaerhitzung auf deutlich unter 2 °C, möglichst nur 1,5 °C, gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Dazu strebt Deutschland in seinem „Klimaschutzplan 2050“ an, bis 2050 weitestgehend Treibhausgasneutral zu werden. Heutzutage fällt ein Fünftel der CO2-Emissionen Deutschlands allein auf den Verkehr. Somit gilt auch hier die Devise: Vermeiden – reduzieren – kompensieren.